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Wolfersgrün
Premiere

Wolfersgrüner sprechen Polnisch

Die Theatergruppe der Frankenwaldfreunde Wolfersgrün brachte einen Schwank von Bernd Gombold auf die Bühne. Dabei war besonders das sprachliche Talent der Darsteller gefragt.
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Andreas Engelhardt (Zweiter von rechts) begeisterte als polnischer Schwarzarbeiter Kasimir. Mit im Bild (von links) die Laienschauspieler Janine Brehm, Holger Brehm und Kerstin Braunersreuther.  Foto: Manfred Ziereis
Andreas Engelhardt (Zweiter von rechts) begeisterte als polnischer Schwarzarbeiter Kasimir. Mit im Bild (von links) die Laienschauspieler Janine Brehm, Holger Brehm und Kerstin Braunersreuther. Foto: Manfred Ziereis
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Bei den zahlreichen Zuschauern der Premiere von "Die polnische Wirtschaft" blieb kein Auge trocken. Der Saal der Gastwirtschaft "Bergschloss" war komplett gefüllt, als die Theatergruppe der Frankenwaldfreunde ihr neues Stück zum Besten gab. Wieder einmal hatten die Laienschauspieler um Regisseur Wolfgang Eidloth, der in diesem Jahr erstmals von Eberhard Braunersreuther in der Regieführung unterstützt wurde, das richtige Stück ausgewählt - einen Schwank in drei Akten, der es in sich hatte.


Meisterhaft

Für das etwa zweieinhalbstündige Werk musste eine ganze Menge an Text gelernt werden, der gerade für Andreas Engelhardt als der polnische Schwarzarbeiter Kasimir kein Honigschlecken war; alle seine Textpassagen mussten ja in gebrochenem Deutsch und teilweise sogar in Polnisch vorgetragen werden. Diese Herausforderung hat er aber meisterhaft gelöst.
Doch nicht nur die Ausdruckskraft seiner Worte war es, die das Publikum begeisterte, sein ganzes Spiel spornte die Zuschauer immer wieder zu Beifallsstürmen an.

Nicht viel leichter waren die Rollen der beiden polnischen Tanten von Kasimir, Stanislava und Olga, gespielt von Silke Merbach und Marianne Hannweber. Auch diese beiden Darstellerinnen mussten sich in die polnische Sprache und Ausdrucksweise einarbeiten und wurden ihren Rollen in allen Passagen gerecht. Dabei löste die schwerhörige Olga durch ihre Hörfehler so manches Missgeschick aus.


14-Jähriger überzeugt

Zum ersten Mal auf der Bühne stand der 14-jährige Lukas Brehm, der als Erfinder Matthias Müller eine hervorragende Figur abgab. Der Einfallsreichtum seiner Figur schien unbegrenzt zu sein, wobei ihr allerdings bei jeder neuen Erfindung der gelungene Abschluss fehlte. Dass auch der Vertreter des Arbeitsamtes, der Sachbearbeiter für Schwarzarbeit Heinrich Haargenau (Rüdiger Walter), auf der Suche nach dem Schwarzarbeiter Kasimir sein Fett abbekam, war ob seiner Neugier ganz verständlich.

Die Seele des Stücks war Kerstin Braunersreuther, die gemeinsam mit Holger Brehm das Unternehmer-Ehepaar Monika und Manfred Müller darstellte. Als den beiden das Wasser bereits bis zum Hals stand und die drohende Pleite nicht mehr abwendbar schien, nahm sie das Heft in die Hand und schwindelte, was das Zeug hielt. Auf ihre Beteuerungen, eine geniale Erfindung zu haben, fiel der technisch völlig unbegabte, aber umso gierigere Bankdirektor Dr. Peter Profitlich (Eberhard Braunersreuther) herein. Ihm gelang es auch, seine heimliche Freundin, Bürgermeisterin Sabine Kleinschmitt-Großhans (Janine Brehm), mit ins Boot zu holen und alles für die Gründung ein AG und den Bau verschiedener Werkhallen vorzubereiten.


Guten Eindruck hinterlassen


Es folgte ein Wechselspiel der Gefühle für den kleinen Handwerksmeister Manfred Müller, der eigentlich immer ehrlich sein wollte. Auch Janine Brehm, die die Rolle der Bürgermeisterin hervorragend ausfüllte, war erstmals beim Theaterspiel der Erwachsenen dabei und hinterließ beim Premierenpublikum einen ausgezeichneten Eindruck. Nicht zu vergessen ist auch Theresa Walter, die als die Briefträgerin Paula mit ihrem ganz eigenen Charme versuchte, Kasimir für sich zu gewinnen.

Mit "Die polnische Wirtschaft" hat die Theatergruppe der Frankenwaldfreunde Wolfersgrün mittlerweile ihr insgesamt 23. abendfüllendes Stück abgeliefert und sich dabei ein Stammpublikum geschaffen, dass auch bei widrigen Wetterverhältnissen den Weg auf sich nimmt, um kein Stück zu versäumen.
Für die langjährige Treue dankte Zweite Vorsitzende Diana Schütz den Besuchern. Zu Beginn hatte Vorsitzende Cilly Gerner die Zuschauer willkommen geheißen.

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