Kronach
Parken

Wo sich noch ein freies Plätzchen findet

Nicht immer ist in Kronach gleich beim ersten Versuch ein Parkplatz zu finden. Mit der aktuellen Situation scheinen die Autofahrer jedoch zufrieden zu sein.
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Auf dem "Krahenberg" kann sich die Suche nach einem freien Parkplatz gerade morgens schwierig gestalten. Foto: Marian Hamacher
Auf dem "Krahenberg" kann sich die Suche nach einem freien Parkplatz gerade morgens schwierig gestalten. Foto: Marian Hamacher
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Im Schritttempo bahnt sich der rote Sportwagen seinen Weg entlang der Kronacher "Filmburg" durch die regennasse Straße. Selbst der untrainierteste Marathon-Läufer gegen Ende eines anstrengenden Rennens wäre in diesem Moment wohl deutlich schneller unterwegs. Immer wieder beugt sich der Kopf des Fahrers suchend über das Lenkrad - ein freier Parkplatz möchte sich ihm auf der linken Seite allerdings nicht offenbaren. Der "Krahenberg" ist voll.

Die Chancen, sein Auto ganztägig kostenlos abstellen zu können, sinken zumindest morgens erheblich. "Ich bin zum Glück immer schon gegen 7:45 Uhr da. Das ist früh genug, um einen Parkplatz zu finden", sagt eine Pendlerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. "Aber wenn man etwas später kommt, wird es schwierig.
Da ist hier dann schon alles voll."

Eine Erfahrung, die der Sportwagen-Besitzer gerade frisch gemacht hat und sein Suchfeld nun ausweiten muss.. Denn der "Krahenberg" ist nur eine von acht kostenfreien Parkmöglichkeiten (siehe Grafik). Die nächstgelegene am "Kaulanger" in der Nähe der Polizeiwache ist allerdings rund 15 Gehminuten entfernt. Dafür wird die Suche dort meist aber auch mit einem freien Plätzchen belohnt. Noch mehr Alternativen haben Besucher, die ihren Wagen nur über einen kurzen Zeitraum abstellen wollen, um in der Innenstadt einzukaufen. Dafür müssen die Parkscheinautomaten allerdings mit Münzen gefüttert werden - die aber immer hungriger zu werden scheinen, je näher die Innenstadt kommt.

"Ausreichend Parkplätze sind das A und O, um die Innenstadt attraktiv und lebendig zu halten", erklärt der Kronacher Hauptamtsleiter Stefan Wicklein. "Parkplätze kann man nie genug haben."

In den vergangenen Jahren habe sich an der Situation allerdings so viel getan, dass es immer schwieriger werde, neue Flächen auszuweisen. "Dort ist ja alles recht eng gebaut und daher entsprechend schwierig, neue zu finden", sagt Wicklein. Dennoch sei die Stadt bestrebt, die Parkmöglichkeiten auszuweiten. Da die ehemalige Nebenbahnlinie Kronach-Nordhalben erworben wurde, entstanden zuletzt am Flügelbahnhof neue Stellflächen.


Schnell zu erreichen

Dankbar angenommen werden Parkplätze wie diese unter anderem von Katrin Kiesewetter. Vier bis fünf Mal im Jahr besucht sie mit ihrer Familie Kronach, um entweder einzukaufen oder das Schützenfest zu besuchen. "Wir finden eigentlich immer was. Wenn nicht beim ersten Versuch, dann halt beim zweiten", sagt Kiesewetter. Bis zu zehn Minuten Fußweg sei sie gerne bereit, in Kauf zu nehmen. Die meisten Geschäfte seien sogar deutlich schneller zu erreichen, ist Dieter Krapp überzeugt. "Da ist man in Kronach eher etwas verwöhnt", so der Leiter des Ordnungsamtes und verweist auf die Parksituation in Städten wie Erlangen oder Bamberg. Dort sei man um einiges länger zu Fuß unterwegs, um an sein (Einkaufs)-Ziel zu kommen. "Manche wollen direkt vor dem Geschäft parken, aber das ist natürlich nicht immer möglich", sagt Krapp. Den Läden käme jedoch entgegen, dass die Parkzeit zum Teil auf eine Stunde begrenzt ist.

Ein Dauerthema sind zudem Dauerparkplätze. Für 25 Euro im Monat dürfen Anwohner mit dem entsprechenden Nachweis hinter der Windschutzscheibe darauf verzichten, Geld in die Parkscheinautomaten schmeißen zu müssen und an die Höchstparkdauer gebunden zu sein. Doch damit auch Besuchern noch genügend Parkplätze zur Verfügung stehen, müsse ein gesundes Verhältnis herrschen. "Bei der Europabrücke sind etwa 50 von 100 Plätzen Dauerparkberechtigungen", erklärt Krapp. Das heiße aber nicht, dass ein Anrecht auf einen Parkplatz bestehe: "Wenn er belegt ist, ist er belegt." Zur Not muss der Kopf wohl doch wieder suchend über das Lenkrad gebeugt und ein kurzer Spaziergang in Kauf genommen werden.
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