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Natur

Wo gibt es noch Feuersalamander?

Der in Bayern gefährdete Feuersalamander wurde zuletzt 1990 an 13 Standorten im Landkreis nachgewiesen. Jetzt soll die Kartierung aktualisiert werden.
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Ein Feuersalamander . Auch im Frankenwald scheint er selten geworden zu sein. Foto: Kathrin Wolf
Ein Feuersalamander . Auch im Frankenwald scheint er selten geworden zu sein. Foto: Kathrin Wolf
Die Ökologische Bildungsstätte Oberfranken bittet um Meldung von Feuersalamander-Funden. Der in Bayern gefährdete Feuersalamander findet im Landkreis Kronach insbesondere in den quellnahen Bachtälern im Frankenwald, die von laubholzreichen Mischwäldern umgeben sind, geeigneten Lebensraum.

In der Datenbank der Bayerischen Artenschutzkartierung liegen vom Feuersalamander 13 Fundorte aus dem Landkreis Kronach vor. Die ältesten Nachweise datieren von 1970 und die jüngsten von 1990. Bei einer Nachkartierung 1999 gelangen an den bekannten Fundorten keine Nachweise. Dies dürfte allerdings hauptsächlich daran gelegen haben, dass Feuersalamander-Funde mehr auf Zufallsbeobachtungen beruhen als bei anderen Amphibienarten.

Den wenigen in der Artenschutzkartierung erfassten Feuersalamandern stehen aber zahlreiche Beobachtungen von Einheimischen und Touristen aus den letzten Jahren gegenüber.
Die Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken sammelt nun diese Fundortdaten des Feuersalamanders im Landkreis Kronach und bittet dabei um Ihre Mithilfe.

Der Feuersalamander wird 14 bis 17 Zentimeter, manchmal sogar bis über 20 Zentimeter lang und ist damit der größte einheimische Schwanzlurch. Salamander besitzen im Gegensatz zu den Molchen einen runden Schwanz und keinen seitlich zusammengedrückten Schwanz.

Die Weibchen vom Feuersalamander sind in der Regel etwas größer als die Männchen und deutlich schwerer. Sie können ein Gewicht von mehr als 50 Gramm erreichen.

Jeder sieht anders aus

Typisch für den Feuersalamander ist der schwarze Körper mit gelben Flecken oder Streifen. Das Zeichnungsmuster ist bei jedem Feuersalamander sehr unterschiedlich ausgeprägt, wodurch eine individuelle Erkennung anhand der Zeichnung möglich ist. Drüsen auf der Haut des Feuersalamanders sondern bei Gefahr ein weißliches, giftiges Sekret ab, das sie zum Teil gegen Fressfeinde schützt und auch dem Schutz der Haut vor Bakterien- oder Pilzbefall dient.

Die Paarungszeit des Feuersalamanders erstreckt sich von März bis September, mit der Hauptaktivität im Juli. Die Paarung erfolgt an Land. Nach der inneren Befruchtung entwickeln sich die Larven des Feuersalamanders in der Gebärmutter des Weibchens.

Sie gebären nach einer Tragezeit von etwa acht Monaten acht bis 60 Larven, die etwa 2,5 bis drei Zentimeter lang sind und mit äußeren Kiemen atmen. Als Larvengewässer werden hauptsächlich kühle, nährstoffarme und sauerstoffreiche Waldbäche, aber auch Quellgewässer und stehende Kleingewässer genutzt.

Sie ernähren sich von Wasserinsektenlarven, Bachflohkrebsen oder Kaulquappen. Die Larven des Feuersalamanders wandeln sich nach einer Entwicklungszeit von etwa vier Monaten zum landlebenden Tier um. Mit zwei bis vier Jahren werden sie geschlechtsreif und können in der Natur ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen.

In der Nacht aktiv

Der Feuersalamander ist meist nachtaktiv. Nur bei Regen kann man ihn auch am Tag beobachten. Er versteckt sich normalerweise in Fels- und Mauerritzen, Höhlen oder Bauten von Kleinsäugern. Nachts geht er auf Jagd nach Wirbellosen wie Nacktschnecken, Asseln, Käfern, Regenwürmer und Spinnen.

Durch die Erfassung des Feuersalamanders soll sowohl ein aktuelles Bild über die Verbreitung dieser Art im Landkreis erhalten werden, als auch ein Pflege- und Entwicklungskonzept zur Sicherung und Verbesserung der Feuersalamander-Lebensräume im Landkreis erarbeitet werden. Dazu kontrolliert die Ökologische Bildungsstätte in ausgewählten Gewässern (Quellen, Quellbäche, Waldtümpel) des Landkreises Kronach, ob Larven des Feuersalamanders vorhanden sind. Bei der Kartierung werden die erfassten Gewässer und die nähere Umgebung auch bezüglich Gewässerstruktur, Vegetation sowie Beeinträchtigungen und Gefährdungen untersucht.

Fundorte melden

Meldungen über Funde des Feuersalamanders im Landkreis Kronach nimmt die Ökologische Bildungsstätte Oberfranken, Unteres Schloss, 96268 Mitwitz, Tel. 09266 / 8252, E-Mail: stefan.beyer@oekologische-bildungsstaette.de entgegen.

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