Wilhelmsthal
Fest

Wilhelmsthal feierte seinen Weihnachtsmarkt

Das 14. Jahr in Folge fand am Wochenende der Wilhelmsthaler Weihnachtsmarkt mit Benefiz-Charakter statt. Die vielen Gäste erfreuten sich an einem vielseitigen Rahmenprogramm.
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Frieden, Frieden, Frieden. Es muss wieder Frieden herrschen - hier auf Erden und zwischen Gott und den Menschen." Noch eindringlicher als im letzten Jahr appellierte das Wilhelmsthaler Christkind Anna-Maria Peter - flankiert von ihren Engelein - an die Besucher des Weihnachtsmarkts, für Frieden zu bitten und zu beten. Nunmehr im zweiten Jahr oblag es der 18-Jährigen, die kleine weihnachtliche Budenstadt hinter der Pfarrkirche St. Josef zu eröffnen. Bereits zum Auftakt konnte sie hierzu viele Gäste begrüßen.

"Ich bin heuer sehr traurig über die vielen Kriege und den Unfrieden in dieser Welt. Viele Kinder und Erwachsene mussten gerade in den letzten Monaten ihre Heimat verlassen, um einfach nur ihr Leben zu retten", prangerte sie an.
Dieser Frieden könne nur aus dem Geheimnis der Weihnacht neu entspringen - Ein Frieden, den nur Jesus schenken könne und ein Frieden, der uns das Tor zu unserem Vater und Schöpfer im Himmel wieder öffne. In ihren Appell bezog sie alle mit ein: "Fragt eure Eltern und Großeltern, wie ihr zusammen beten könnt oder welche Gebete sie von ihren Eltern gelernt bekommen haben. Redet in der Schule, in euren Vereinen über Jesus und eure Erfahrungen mit dem Glauben und dem Gebet", legte sie den Kindern und Jugendlichen ans Herz.
Sie sollten - wie auch die Erwachsenen - den Mut haben, sich zu Jesus und zu ihrem christlichen Glauben zu bekennen. Die Politiker bat sie: "Betet um Frieden in euren Gemeinden, eurem Land und um Frieden zwischen den Völkern und Nationen.

Appell zur Solidarität mit Flüchtlingen

Habt Mut, eure Sitzungen auch mit einem gemeinsamen Gebet zu beginnen." Sicher zeigte sie sich: "Wenn wir durch unser Gebet in unserem Umfeld Frieden schaffen, dann wird die Liebe Gottes durch uns in die Welt zu fließen beginnen."

Das Christkind dankte den Wilhelmsthalern, dass sie in diesem Jahr besonders an die verfolgten und notleidenden Menschen dächten: "Ihr seid ein leuchtendes Beispiel dafür, dass man als Gemeinde, wenn man zusammenhält und guten Willens ist, die Not von verfolgten und bedrängten Menschen gemeinsam lindern kann."
Auch Dekan Michael Dotzauer und Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner würdigten den Idealismus der Mitwirkenden. Der Dekan erinnerte daran, wie man damals auf die "verrückte" Idee kam, einen Weihnachtsmarkt auf ehrenamtlicher Basis für den guten Zweck auf die Beine zu stellen.

Dieses Jahr gingen die Spenden insbesondere an das pastorale Hilfswerk "Kirche in Not", das verfolgten Christen im Irak und in Syrien beim Überleben helfe. Grebner zeigte sich sicher, dass man nur gemeinsam etwas bewegen könne. Dies gelte für alle Bereiche des Lebens, insbesondere auch bei der Arbeit in einer Gemeinde. Sie appellierte, gerade in der Adventszeit an die Menschen zu denken, denen es nicht so gut gehe und die nicht so viel hätten wie wir.

Unterschiedliche Musikangebote

Gerne ließen sich die zahlreichen Gäste von der kuschlig-heimeligen Stimmung auf dem Eichsberg anstecken, wobei das Außengelände um die Pfarrkirche St. Josef in weihnachtlichem Ambiente erstrahlte. Der Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung hatten mit Vereinen, Gruppen und anderen Mitwirkenden wiederum ein attraktives Rahmenprogamm auf die Beine gestellt. Bestehend aus einem rhythmischen Gottesdienst mit "Swinging Church", musikalischen Einlagen der Jungen und Mädchen der Grundschule Wilhelmsthal, einem besinnlichen Adventskonzert mit verschiedenen Mitwirkenden aus Wilhelmsthal und der Umgebung sowie dem stimmungsvollen Abschluss durch den örtlichen Musikverein.

Christkind Anna-Maria bedachte die Besucher - groß wie klein - mit Geschenken. Die Eröffnung des Weihnachtsmarktes wurde von den Kindergarten-Kindern mit schönen Liedbeiträgen sowie vom Musikverein Wilhelmsthal mit Weisen umrahmt. An beiden Tagen wurden die Gäste mit Kaffee und Kuchen von der örtlichen Mutter-Kind-Gruppe verwöhnt. hs



Ausstellung zeigt die Entwicklung des Wilhelmsthaler Kindergartens

Diesjähriges Highlight des Weihnachtsmarkts war eine Ausstellung von Udo Prell über die Entwicklung des Wilhelmsthaler Kindergartens - von der Unterbringung im Schwesternhaus bis hin zum derzeit erfolgenden Anbau einer Kinderkrippe.

Wilhelmsthal- "Das ist doch...", "Das bin ich auf einem Foto" oder "Wie hieß noch einmal unsere Kindergärtnerin damals?" Immer wieder waren am Wochenende solche und ähnliche Aussagen zu hören, wenn die Betrachter der Ausstellung sich selbst oder "alte Bekannte" auf einem der zahlreichen Fotos entdeckten, und auch immer wieder der Seufzer "Ist das schon lange her!" Und auch die jetzigen Kiga-Kinder interessierten sich für die Bilder. Viele wunderten sich lachend: "Die sahen ja damals lustig aus!"

"Von der Kinderbewahranstalt 1906 bis zum modernen Kindergarten 2014" lautete der Titel der Ausstellung am Wochenende im Wilhelmsthaler Schwesternhaus. Udo Prell hatte aus seiner persönlichen Sammlung Archivmaterial aus über 100 Jahren zusammengetragen und anschließend mit Unterstützung von Martin Wachter aufgebaut. Vordergründig zeigte die Ausstellung "lediglich" Bilder und Texte. Hintergründig sind die Schnappschüsse aus dem Kindergartenalltag, Bilder von akkurat "aufgereihten" Kiga-Gruppen, Baupläne, Beschreibungen sowie Fotos von einigen freundlich lächelnden, aber auch bisweilen ganz schön ernst und streng ausschauenden Schwestern ein äußerst kommunikatives Zeitdokument. Jedes Bild erzählt seine ganz eigene Geschichte, es wird beim Betrachten geradezu lebendig.

Mit Hilfe zahlreicher Bilder und Dokumente konnten die Besucher die wechselvolle Geschichte der so segensreichen Einrichtung nachvollziehen. Die Ausstellung hatte Prell bereits 2006 beim 100-jährigen Jubiläum des 1906 erstmals erwähnten Kindergartens in der Turnhalle aufgebaut, damals auch in seiner Eigenschaft als 2. Vorsitzender des Kindergarten-Fördervereins. "Ich habe damals die Leute in Wilhelmsthal gebeten, mir ihre alten Bilder zu bringen. Ich habe sie dann eingescannt und sortiert", erzählt der Sammler von historischem wie auch aktuellem Material rund um Wilhelmsthal. Wie Prell betont, habe er damals gerne einen Beitrag zum Jubiläum geleistet - ebenso wie für das im Jahr 2008 gefeierte Jubiläum des örtlichen Sportvereins, bei dem er ebenfalls ausstellte. "Ich bin an allem interessiert, was mit Wilhelmsthal zu tun hat. Ich konnte mich schon als Kind für alte Ortsansichten meiner Heimat begeistern", verrät der Wilhelmsthaler, der mittlerweile einige Archivsammlungen besitzt.

Sein Material bewahrt er - sorgfältig sortiert, geordnet und beschriftet - in Ordnern auf. So hat er beispielsweise auch viele alte Postkarten des Bergdorfs aus dem 19. Jahrhundert. "Wenn einer etwas Historisches von Wilhelmsthal sucht, schickt man ihn meistens zu mir", lacht er. Auch dieses Mal sei er gleich dabei gewesen, als man ihn seitens der Pfarrei fragte, ob er die - nunmehr um die letzten Jahre aktualisierte - Ausstellung zeigen könne. Wenn er die Leute vor der Ausstellung im angeregten Gespräch sieht, freut ihn das sehr. "Leider ist es oft so, dass - wenn ältere Leute sterben - ihre Angehörigen Bilder und Dokumente wegschmeißen. Ich kann das nicht verstehen. So etwas muss man für kommende Generationen erhalten", appelliert er und zeigt sich sicher: "Das sind doch richtige Schätze, die man bewahren muss."
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