Kronach
Erzählungen

"Wembley ist einfach gigantisch"

Helmut und Frank Müller jubelten am Samstag im Wembley-Stadion. Doch auch für Dortmund-Fan André Engelhardt hat sich der Trip nach London gelohnt.
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Helmut Müller und Frank Müller (von links) erlebten den Bayern-Sieg im Wembley-Stadion. Foto: privat
Helmut Müller und Frank Müller (von links) erlebten den Bayern-Sieg im Wembley-Stadion. Foto: privat
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Frank Müller hat zwischen Freitagabend und Sonntagnachmittag gerade einmal dreieinhalb Stunden geschlafen. Dennoch hörte er sich am Sonntagnachmittag quick lebendig an, als er sich Siegestrunken auf der Heimreise von London aus dem Bus meldete. "Das war Gänsehaut-Atmosphäre", beschreibt der aus Kronach Stammende die Stimmung im Wembley-Stadion und freut sich, dass die Bayern-Fans den als stimmgewaltig bekannten Dortmund-Anhängern Paroli bieten konnten.

Frank Müller, der bereits das fünfte Champions-League-Finale verfolgte, war von der ganzen Atmosphäre im Wembley-Stadion begeistert: "München ist modern. Madrid hat auch was. Aber Wembley ist gigantisch."

Dass die Bayern den Platz dabei noch als Sieger verlassen haben, hinterlässt natürlich erst recht einen bleibenden Eindruck.
Und die Spieler des deutschen Rekordmeisters sollten nicht die einzigen Champions-League-Sieger sein, die die Fans aus dem Landkreis Kronach sehen sollten. "Auf dem Weg zum Stadion haben wir Spielerinnen des VfL Wolfsburg getroffen", die nur zwei Tage zuvor den Titel gegen Lyon geholt hatten. Nach dem Anpfiff des Spiels am Samstag blieben die Bayern-Fans noch gut eineinhalb Stunden im Stadion, um mit den Spieler den Sieg zu feiern. "Dann wurden wir von der Polizei gebeten, das Stadion zu verlassen." Um 1 Uhr ging es mit dem Bus schließlich in Richtung Heimat - und da wurde weiter kräftig gefeiert: "Wir machen einen drauf, dass die Wände wackeln", kommentierte Frank Müller die Ereignisse mit einem Lachen.

Mit im Bus war auch Bayern-Fan Helmut Müller aus Wellesberg. "Das war bombastisch", kommentierte er das Spiel, in dem er anfangs schwache Bayern gesehen hatte. "Dann haben sie sich aber gefangen und auf Grund der besseren Chancen am Ende auch verdient gewonnen." Dennoch glich das Spiel einer Achterbahn der Gefühle. "Nach dem 1:0 habe ich gedacht, das müsste hinhauen. Nach dem Ausgleich haben wir gezittert, auch wenn sich die Bayern wieder gefangen haben. Kurz vor Schluss habe ich dann Frank gesagt, der Schiedsrichter soll abpfeifen, damit es in die Verlängerung geht. Genau in dem Moment hat Robben das Tor geschossen", erinnert sich der 60-Jährige. Der Jubel kannte anschließend keine Grenzen mehr: "Das war ein Super-Gefühl, emotional, einfach unvergesslich."

Ebenfalls in London - wenn auch nicht im Stadion - war der Giftinger André Engelhardt, Dortmund-Fan. "Wir haben das Spiel direkt am Stadion in der erstbesten Kneipe gesehen", berichtet er am Sonntag, als er sich mit zwei weiteren Kumpels auf dem Heimweg befindet.

Super Stimmung

Zuvor hatten sie noch "die Stimmung in der Stadt mitgenommen". Und die sei super gewesen. "Wir wurden gut aufgenommen. Die Engländer waren gut drauf und viele haben gesagt, die deutschen Mannschaften seien verdient ins Finale gekommen." Noch halte sich die Enttäuschung über das verlorene Endspiel für den Dortmund-Fan "in Grenzen. Das kommt vielleicht noch", sagt er. Die Bayern haben verdient gewonnen, auch wenn es ärgerlich sei, dass die Entscheidung so kurz vor Schluss gefallen ist. Doch über allem überwiegt das gute Gefühl über einen super Trip nach London.

Deshalb will er "seinem" Verein auch weiter nachreisen: Egal ob zum ersten Bundesliga-Heimspiel oder zu Spielen "gegen attraktive Gegner" - und natürlich zum nächsten Champions-League-Spiel. Wo das sein wird, wird sich bei der Auslosung im August herausstellen.

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