Kronach
Aufgabe

Vor Weihnachten ein Angebot für Kronacher Rückkehrer

Gabriele Riedel organisiert das größte Klassentreffen der Region. Und nicht nur das.
Artikel drucken Artikel einbetten
Gabriele Riedel zeigt das Plakat der Reunion-Party, die am Abend vor dem Heiligabend in Unterrodach stattfindet.  Foto: Friedwald Schedel
Gabriele Riedel zeigt das Plakat der Reunion-Party, die am Abend vor dem Heiligabend in Unterrodach stattfindet. Foto: Friedwald Schedel
Gabriele Riedel bereitet eine ganz besondere Party vor. Die findet am Tag vor Heiligabend bei Dreefs in Unterrodach statt. "Das wird das größte Klassentreffen der Region", ist Gabriele Riedel davon überzeugt, dass heuer genauso viele Leute kommen wie im vergangenen Jahr, als 900 Gäste gezählt wurden.

Gabriele Riedel ist aber keine Event-Veranstalterin, sondern im Regionalmanagement des Landratsamtes für Arbeitsmarkt und Bildungsprojekte zuständig. "Ich will den jungen Leuten zeigen, welche guten Arbeitsplätze die Region bietet, was für herausragende Firmen wir haben", schwärmt sie von den sehr guten beruflichen Perspektiven. Viele Schüler, die Abitur in Kronach machen und dann zum Studium wegziehen, wissen nicht, welch hochwertige Jobs es im Kreis Kronach gibt. Und genau die gilt es zu erreichen.
Kurz vor Weihnachten, wenn sie zum Familienbesuch nach Hause kommen - "Coming home for Christmas" - sollen sie im zwanglosen Zusammenkommen bei der Reunion-Party auf ihre Heimat aufmerksam gemacht werden. Gleichermaßen richtet sich die Party aber auch an alle Hiergebliebenen, angefangen von Leuten, die gerade ihren Abschluss gemacht haben, bis zu denjenigen, deren Schulzeit schon längere Zeit zurück liegt. Die heimischen Firmen, die die Party unterstützen, wollen aufzeigen, welche Perspektiven beruflicher Art sie bieten können. Über Facebook und die Dreefs-Seite wird für die Party geworben. Und auch Plakate werden geklebt.


Zukunftscoach

Die Party, die sie in Kooperation mit dem Arbeitskreis Schule/Wirtschaft organisiert, richtet sich auch an Rückkehrer. Gabriele Riedel weiß, wovon sie spricht, denn die geborene Marktrodacherin ist selbst eine Rückkehrerin. Nach dem Abitur und dem Studium in Bamberg hatte sie berufliche Stationen in Nürnberg und Neustadt bei Coburg, bevor sie die Stelle als Zukunftscoach im Landratsamt Kronach antrat. Das war vor drei Jahren. "Ich weiß, wie ich mich damals gefühlt habe. Ich hatte wenig Überblick, welch hervorragende berufliche Möglichkeiten sich einem hier im Kreis Kronach eröffnen", gibt die 32-Jährige zu.

"Den Begriff Zukunftscoach haben wir uns nicht ausgesucht", sagt Gabriele Riedel. Die Stelle des Zukunftscoachs wurde vom bayerischen Sozialministerium mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Mitte dieses Jahres hat die Förderung gewechselt, denn die ESF-Förderbedingungen waren nicht mehr so attraktiv. Das Finanz- und Heimatministerium legte eine neue Förderung auf. Gabriele Riedel nennt sich deshalb nicht mehr Zukunftscoach, sondern Mitarbeiterin im Regionalmanagement, aber ihre Aufgaben bleiben gleich. Zu Arbeitsmarkt und Bildungsprojekten ist jetzt noch die Bildungsregion hinzugekommen, um die sie sich verstärkt kümmert. Viele Bausteine greifen ineinander.


Online-Broschüre

Jetzt, im Dezember, ist eine neue Version der Online-Broschüre www.arbeitgeber-landkreiskronach.de ins Netz gestellt worden. 70 Firmen präsentieren sich und ihre Jobangebote. Kostenfrei können weitere Unternehmen aufgenommen werden. Auf einen Blick sind Ansprechpartner, Telefonnumern und E-Mail-Adressen zu sehen. Die Schulen nutzen diese Broschüre auch. Jugendliche des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums absolvieren Praktika in diesen Firmen, denn "es gibt so viele tolle berufliche Möglichkeiten hier". Dass die Broschüre gut ankommt, zeigt auch, "dass die Bayreuther uns das schon abgeguckt haben", sagt Gabriele Riedel mit einem Lächeln und freut sich, dass sie den Kollegen aus der Bezirkshauptstadt eine Anregung geben konnte.


Newsletter wird verschickt

Mit der Online-Broschüre alleine ist es nicht getan. Repräsentanten aus der Wirtschaft gehen in die Schulen, um für ihre Firmen zu werben. Gabriele Riedel hat auch 700 Adressen von Schulabgängern, die studieren. "Die erhalten von uns in regelmäßigen Abständen Newsletter mit Infos über die Suche nach Führungskräften."

Neben der Bildungsregion ist auch die BDS AzubiAkademie ein Projekt, das Gabriele Riedel betreut. Da arbeitet sie eng mit dem Bund der Selbstständigen Kronach zusammen. Ein weiteres Beispiel aus dem breit gefächerten Aufgabengebiet ist der Talentpool "cleverheads Oberfranken Plus". Das ist eine Bewerberplattform, auf der sich Firmen die Bewerber gegenseitig empfehlen. "Die Firmen helfen einander, um Fachkräfte in der Region zu halten." Wenn eine Firma aus mehreren vielversprechenden Bewerbern nur einen einstellen kann, dann empfiehlt sie die anderen den Mitbewerbern. "Das Schöne ist, dass das Konkurrenzdenken hinten ansteht, dass man der Region hilft", lobt Gabriele Riedel.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren