Kronach
BÜTT

Von Stars und Coburgern

Vor allem die Nachbarn aus der Vestestadt bekommen bei der Kroniche Fousanaocht ihr Fett weg. Highlights sind unter anderem der fränkische Bierkönig, die Kloburger Mohren und Butler John.
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Einmarsch für die Kloburger Mohren Foto: Corinna Igler
Einmarsch für die Kloburger Mohren Foto: Corinna Igler
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Stars von den Beatles über Elvis Presley und Helene Fischer bis hin zu Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein mit seinem Stadtrat waren beim ersten Büttenabend der Kroniche Fousanaocht am Freitag vertreten.
Nur einer fehlte unter der lokalen Prominenz: SPD-Fraktionsvorsitzender Sven Schuster. Ob es daran lag, dass er, wie Sitzungspräsident Martin Panzer sagte, groß und Bürgermeister werden wollte, aber beides nicht geworden ist?

Panzer ging auch auf Bürgermeister Wolfgang Beiergrößleins (FW) Geburtstagswunsch ein, eine Friedenskapelle errichten zu wollen, sowie auf die derzeitige Diskussion um einen Autobahnanschluss für Kronach: In der Kapelle soll dann nämlich ein Gemälde von Michelangelo hängen, auf dem Bernd Liebhardt (CSU) auf dem Staffelberg und Beiergrößlein auf dem zwölfspurigen Kreisel an der Südbrücke zu sehen sind.
Zwischen ihnen verläuft die achtspurige B173 und drüber steht "Dou homme alla wos gekönnt".

Auch Kanzler Georg Löffler ging in der Regierungserklärung von Prinzenpaar Dana I. und Holger I. auf das aktuelle politische Leben in Kronach ein. So solle endlich mal ein Vorschlag der SPD-Fraktion umgesetzt, die Stockartsbrücke abgerissen und die Verbindung bis zur künftigen Finanzfachhochschule in Sven-Schuster-Ring umbenannt werden.

Um den Lärmschutz beim Kronacher Freischießen sicherzustellen, soll die Deutsche Bahn beauftragt werden, während des Festes täglich 24 Stunden lang sämtlichen Bahnverkehr auf die Strecke zwischen Kronach und Katragrub umzuleiten.

Außerdem will die Kroniche Fousanaocht künftig den Weihnachtsmarkt ausrichten. Dabei gibt es in der Alm ein Krippenspiel mit Bürgermeister Beiergrößlein und seiner Stellvertreterin Angela Hofmann (CSU) in den Hauptrollen von Maria und Josef. Bei der Auswahl des Jesuskindes sind die Stadträte Hans-Georg Simon (FW), Michael Zwingmann (FW) und Jonas Geissler (CSU) des Gewichtes und der Größe wegen als Bewerber durchgefallen. "Den einzigen geeigneten Bewerber sehen wir in den Reihen der SPD", so Löffler. Cilly Volk (Frauenliste) und Peter Witton (Grüne) könnten als Geburtshelfer fungieren und der "ewig schwarze" Bernd Liebhardt käme genau wie "Quotenfrau" Marina Schmitt (SPD) als einer der Heiligen Drei Könige in Frage.

Grandiose Auftritte gibt es bei den Kronacher Büttenabenden nicht nur von den verschiedenen Garden, Tanzmariechen Maria Kaiser, Tanz- und Turngruppen oder dem Elferrat mit seinem Narren-Cup-Song zu sehen, sondern beispielsweise auch von Stefan Aumüller und Jens Wrede als Lukas und Jim Knopf auf Jobsuche oder von Wolfgang Baumann als Butler John. Die Echt'n Kroniche Housnküh erinnern mit einem Medley an den verstorbenen Udo Jürgens. Stilecht im Bademantel gibt diesen Heiner Reuß.

Viel lachen kann man mit den fünf Kloburger Mohrenweibern. Wenn die Nachbarstadt Coburg ohne Bratwürste wäre, müsste die Abkürzung des Coburger Versicherungsunternehmens HUK in "Haut und Knochen" umbenannt werden.

Angespielt darauf, dass der Eismohr aus Diskriminierungsgründen nicht mehr so heißen darf, machen sich Thomas Pfeffer, Thomas Baumann, Günther Kestel, Stefan Ender und Stefan Wicklein Gedanken darum, was mit den Wienern und Braunschweigern passieren wird - gar nicht an die Einwohner der französischen Landeshauptstadt zu denken. Musikalisch widmen sie sich der Schließung der einzigen Kronacher Bierbar: Emmis Bierbar. "Bierbarlos ist die Stadt", singen sie auf Helene Fischers "Atemlos" oder "Emmi schenk' ein" auf "Griechischer Wein".

Wie gewohnt für gute Unterhaltung und viele Lacher sorgt Georg Löffler als fränkischer Bierkönig. Auch er geht auf das Thema Toleranz ein: "Selbst mei Fraa socht jeda Nocht ,Mensch Alde, host du a dolla Ranz‘."
Ihr Fett weg bekommen auch bei ihm die Coburger, die bei einer Zugfahrt mit Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein und dem Kronacher Stadtrat noch lange nicht so sparsam, aber auch nicht so schlau seien wie die Kronacher Kollegen.
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