Pünktlich kommt Ludwig Freiherr von Lerchenfeld auf dem schönen Letzenberg an, der an diesem sonnigen Abend einen herrlichen Blick in die umliegenden Täler freigibt. Eine herzliche Offenheit und sympathische Bodenständigkeit geht vom "Stargast" des diesjährigen FU-Sommerfestes aus. Mit einem festen Handschlag begrüßt der Politiker jeden Gast - überwiegend Frauen - einzeln und stellt sich vor. Noch vor dem offiziellen Teil suchen viele das Gespräch mit ihm. Er nimmt sich Zeit, hört sich Anliegen an und sagt: "Ich freue mich immer, wenn ich von unterwegs "Futter" für meine Arbeit mitnehmen kann."

Mit Ludwig Freiherr von Lerchenfeld hat Oberfranken Verstärkung im Bayerischen Landtag erhalten. Bei der Landtagswahl 2008 kandidierte er als Listenkandidat auf der Wahlkreisliste der CSU in Oberfranken. Aufgrund des besten Ergebnisses aller Listenkandidaten der CSU in Oberfranken rückte er am 15. Dezember 2011 für Christian Meißner, der das Amt des Landrats im Landkreis Lichtenfels antrat, als Abgeordneter in den Bayerischen Landtag nach.

Spät berufen in die Politik


"Sicherlich werden sich einige fragen, warum ich mich erst 2008 - also im Alter von 50 Jahren - um ein Landtagsmandat beworben haben", kommt er im offiziellen Teil auf seinen späten Einstieg in die Landespolitik zu sprechen. Er sei bereits viele Jahre zuvor einmal gefragt worden, ob er nicht direkt nach München gehen wollte. Damals sei er nicht abgeneigt gewesen. "Ich habe das natürlich aber erst mit meiner Frau besprochen. Und sie sagte etwas in die Richtung wie "Du bist wohl übergeschnappt", erinnert er sich schmunzelnd. Somit habe er die Angelegenheit erst einmal ad acta gelegt.

"Das war einfach zu früh für mich und - im Nachhinein gesehen - sicherlich die richtige Entscheidung. Mit meinen nunmehr 55 Jahren zehre ich nämlich von vielen Erfahrungen in der Familien- und Bildungspolitik, in der Land- und Forstwirtschaft. Und für die Politik ist man nie zu alt", zeigt er sich sicher. Im Landtag sei er sehr schnell angekommen und habe er gleich Fuß fassen können. "Ich bin überaus dankbar und es ist sehr erfüllend für mich, dass ich Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit sein darf", so der Politiker.