Kronach
Abfallwirtschaft

Viel mehr Wertstoffe als Müll

Die Verwertungsquote beträgt über 70 Prozent. Die Gebühren können wegen der Rücklagen stabil bleiben. Das Bringsystem für Bioabfall hat sich bewährt.
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Unterhalb der Veste wird der Müll aus Stadt und Landkreis Coburg sowie aus den Kreisen Kronach und Lichtenfels verbrannt.  Foto: Johannes Höllein
Unterhalb der Veste wird der Müll aus Stadt und Landkreis Coburg sowie aus den Kreisen Kronach und Lichtenfels verbrannt. Foto: Johannes Höllein
Eine durchweg erfreuliche und positive Bilanz konnte die Abfallwirtschaft im Landratsamt Kronach in der Sitzung am Mittwoch im Landratsamt den Mitgliedern des Abfallwirtschafts- und Umweltausschusses des Landkreises Kronach präsentieren.

Landrat Oswald Marr (SPD) und die Leiterin der Abfallwirtschaft im Landratsamt, Suanne Knauer-Marx, blickten auch auf eine positive Resonanz zu dem am 1. Januar 2014 neu eingeführten Gebührensystem, ebenso bewähre sich bisher die Einführung des Bringsystems für Bioabfall.


Keine Gebühren

Mitte 2015 hat der Landkreis Kronach die Einführung eines Bringsystems zur Getrennterfassung von Bioabfällen beschlossen. An jedem der fünf Wertstoffhöfe im Landkreis Kronach ist seit 1. Januar 2015 eine Bioabfallsammelstelle eingerichtet. Die Benutzung ist allen privaten Haushalten gestattet.
Für die Abgabe von Bioabfällen werden keine Gebühren erhoben. Seit Oktober 2015 bis Dezember 2015 wurden etwa sechs Tonnen Bioabfall gesammelt und über eine Vergärungsanlage verwertet.

Kern der abfallwirtschaftlichen Aktivitäten im Landkreis Kronach ist die fünfstufige Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und ihre Umsetzung innerhalb bestehender Strukturen. Die Hierarchie legt die grundsätzliche Stufenfolge aus "Abfallvermeidung, Wiederverwertung, Recycling und sonstiger Verwertung von Abfällen und schließlich der Abfallbeseitigung" fest. Vorrang hat die beste Option aus Sicht des Umweltschutzes. Dabei sind neben den ökologischen Auswirkungen auch technische, wirtschaftliche und soziale Folgen zu berücksichtigen.


13 600 Tonnen Restabfall

Das Gesamtabfallaufkommen betrug im Jahr 2015 rund 36 000 Tonnen. Davon konnte ein Wertstoffaufkommen von circa 22 400 Tonnen gewonnen werden (Glas 2000, Papier 5000, Metall 150, Grüngut 11 400, Holz 250, Leichtverpackungen 1600 und Sonstiges 2000 - jeweils Tonnen). Das Restabfallaufkommen von rund 13 600 Tonnen besteht aus Hausmüll 12 000 Tonnen und Sperrmüll 1600 Tonnen. Dies entspricht einer Verwertungsquote von circa 71 Prozent, was die höchste Verwertungsquote seit der Berechnung ist. Das ergibt für 2015 ein Gesamtergebnis von minus 617 119,31 Euro. Dieses Defizit beruht auf insgesamt 4,049 Millionen Einnahmen und 4,690 Millionen Ausgaben. Trotz erheblicher Gebührenerhöhung bei den Verbrennungsgebühren im Müllheizkraftwerk Coburg durch den Zweckverband konnte Knauer-Marx eine Gebührenanhebung für die Bürger des Landkreises Kronach nach jetzigen Kalkulationsunterlagen ausschließen.

Die Rücklagen reduzieren sich zwar in der weiteren Planung von 2,964 Millionen Euro (2014) auf 2,347 Millionen Euro im Jahr 2015, werden aber im Jahr 2017 immer noch bei rund 624 000 Euro liegen. Bis dahin besteht die unsichere Variante Verbrennungsgebühr. Eigentlich könne man mit einer Senkung rechnen. Dies würde bedeuten, dass man eventuell über das Jahr 2017 hinaus ohne Gebührenanhebung im Landkreis Kronach auskomme. Das müsse man einfach abwarten, kommentierte Landrat Marr.

Zusammenfassend meinte Susanne Knauer-Marx, "die vorgesehenen Defizite waren bei der Gebührenkalkulation für die Jahre 2014 bis 2017 erfreulicherweise niedriger als in den Haushaltsansätzen vorgesehen. An diesen wenigen Aspekten wird deutlich, dass in der Abfallwirtschaft keine Ruhe einkehrt und gesetzliche organisatorische Veränderungen auch in Zukunft umgesetzt werden müssen." In einigen Bereichen sei die Abfallwirtschaft des Kreises Kronach vorbildlich in Bayern. Das Interesse am Bioabfall-Bringsystem aus Nachbarlandkreisen sei groß und man scheine wieder einmal Vorreiter und Vorbild zu sein.

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