Dörfles
Porträt

Viel Arbeit und noch mehr Spaß

Ihr Garten ist das große Hobby von Helga Fleischmann. Zu tun hat die Dörfleserin dort jeden Tag etwas.
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Helga Fleischmann freut sich über große Zucchini und Gurken in ihrem Garten. Foto: Heike Schülein
Helga Fleischmann freut sich über große Zucchini und Gurken in ihrem Garten. Foto: Heike Schülein
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Schon beim Betreten des wunderschönen Gartens im Dörfleser Anger erkennt der Besucher, dass hier Naturfreunde wohnen. Es ist ein einzigartiger Anblick, der jedem Gartenfreund das Herz aufgehen lässt. Das Auge weiß gar nicht, wo es zuerst hinschauen soll. In jedem Winkel, in jedem Eck gibt es etwas zu entdecken: unzählige Ziergehölze, Sträucher, Obstbäume, Pflanzen und Blumensorten begrüßen die Gäste - ein leuchtendes Farbenspiel aus bunten Blüten und Blättern. Eine kleine Laube zieht als erstes die Blicke auf sich: eine - zauberhaft im Garten eingebettete - gemütliche Sitzgelegenheit. Hier möchte man sofort Platz nehmen und beim Betrachten der sich auftuenden Gartenpracht die Seele baumeln lassen.

Doch Ausruhen ist für Helga Fleischmann ein Fremdwort. "Ich glaube, dass ich heuer keine fünf Mal hier draußen Kaffee getrunken habe", sagt die Dörfleserin. Im Garten sei immer etwas zu tun: Zeit zum Ausruhen gebe es nicht. Sitzt man in der Laube, "rumpelt" es schon mal: Es sind Nüsse, die vom Haselnussbaum aufs Dach fallen. Von der Laube aus schaut man direkt auf einen verglasten, überdachten Terrassen-Anbau, über den man ins Haus gelangt. "Eingerahmt" ist dieser von großen Sonnenblumen, die die Terrasse überragen, aber auch jeder Menge Sträucher, Pflanzen und Blumen. Vor und auf den zur Terrasse hinaufführenden Stufen stehen bepflanzte Kübel und Schalen. In den Fenstern des Anbaus hängen unzählige Dekoartikel - überwiegend Handarbeiten, die Fleischmann selbst angefertigt hat.

Als Malerin bekannt

Die künstlerische Ader der Dörfleserin ist im Landkreis kein Geheimnis. Sogar eine eigene Ausstellung von ihr gemalter Bilder und feiner Drahtarbeiten gab es bereits in der Galerie im Kronacher Landratsamt. Die Anregungen hatte sie sich bei Urlauben in südlichen Gefilden geholt. "Zum Malen finde ich aber nicht mehr so die Zeit", verrät sie. Dafür stricke sie gerne kuschlig-warme Socken für ihre große Familie - ihre Kinder und Enkel.

Das Energiebündel ist vielen bekannt - so unter anderem als Verkäuferin in der Weka, wo sie bis zum Ruhestand - in diesem Fall eher "Unruhestand" - tätig war. Zudem ist sie eine tragende Säule der Ortsgemeinschaft und Mitglied in vielen Vereinen, in denen sie engagiert. Und wie schafft man das alles? "Ich bin von 5 Uhr bis 22 Uhr auf den Beinen", verrät sie. Das gepflegte Grundstück zeigt auf, dass hier "auf den Beinen" durchaus wörtlich zu verstehen ist.

Die gebürtige Geroldsgrünerin wohnte zunächst zur Miete in Dörfles. Später baute sie mit ihrem Ehemann, der bereits vor vielen Jahren verstarb, das schmucke Eigenheim in der idyllischen Lage, nahe der gemächlich vorbeifließenden Kronach. "Wir hatten damals wenig Ahnung von der Gartenarbeit", erinnert sie sich. Dass sich das geändert hat, ist unschwer zu erkennen. Ein ums andere Mal habe sie sich schon vorgenommen, den Garten zu reduzieren. Dabei sei aber genau das Gegenteil der Fall, er werde immer größer anstatt kleiner. Es gebe halt immer wieder Neues, was sie noch nicht habe.

Ihr Wissen hat sie sich selbst angeeignet - beispielweise durch Bücher. Am meisten lerne man aber durch Ausprobieren und eigene Erfahrung. So zeigt sie auf ihren Ringlo-Baum, dessen Krone vom Sturm Kyrill quasi halbiert wurde. "Manche meinten, ich soll ihn ummachen lassen. Ich möchte das aber nicht", sagt sie bestimmt.
Etwas weiter hinten im Garten befinden sich das Gemüsereich und die "Obstplantage" der Hobbygärtnerin. Hier wachsen Klassiker wie beispielsweise Himbeeren, Rhabarber, Heidelbeeren, Stachelbeeeren, kleine Walderdbeeren - aber auch "Besonderheiten" wie Cranberry sowie Goji-Beeren. In mehreren Hoch- und Tiefbeeten und auch einem Gewächshaus gedeihen fast sämtliche Gemüsesorten - von Sellerie und Lauch über Paprika, Kohlrabi und Zwiebeln bis hin zu "riesigen" Zucchini, Gurken und Kürbissen - wahre Prachtexemplare.

Marmelade, Kuchen und Suppe

Gedüngt wird von der Gartenfreundin nur wenig. Ihrer Meinung nach ist der beste Dünge die Natur selbst - sie arbeitet viel mit Kompost beziehungsweise Grasschnitt. Das tue der Umwelt gut und auch den Pflanzen. "Natürlich" gibt es in ihrem Garten auch die unterschiedlichsten Kräuter, die ein herrlich würziges Aroma verbreiten und ein wenig mit dem lieblichen Duft der nicht weit von ihnen wachsenden Rosen konkurrieren. Und was macht sie nun mit all den Köstlichkeiten aus dem eigenen Garten? Ein Teil wird eingefroren oder eingemacht. Sie bereitet Marmelade zu, bäckt Kuchen oder auch Windbeutel mit Obst. Richtige Renner, die besonders gut bei ihren Enkeln ankommen, sind rote Grütze oder auch Obstsuppe. Aus ihren riesigen Kürbissen bereitet sie Kürbissuppe zu.

Arbeit gibt es ohne Ende - gerade im Herbst, wenn sie ihr Gartenreich auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Dann ist erst einmal Ruhepause angesagt, bevor im Frühjahr die Natur wieder förmlich explodiert - eine Zeit, auf die sich Helga Fleischmann alljährlich freut. Schließlich geht es dann auch für sie wieder los!


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