Wallenfels
Babyleichen

Vaterschaft bei toten Säuglingen in Wallenfels wird geklärt

Acht Babyleichen, versteckt in einem Abstellraum eines Hauses inmitten des Städtchens Wallenfels. Für die Ermittler gibt es nach und nach immer neue Erkenntnisse im Dickicht von offenen Fragen rund um diesen Fall. Jetzt soll die Vaterschaft der Babys per DNA-Analyse geklärt werden.
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Foto: Hendrik Steffens
Foto: Hendrik Steffens
Erste Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchungen der sterblichen Überreste der Säuglinge liegen seit Anfang dieser Woche vor. Demnach wären sechs Kinder nach der Entbindung lebensfähig gewesen, zwei vermutlich nicht. Wann die Kinder genau zur Welt kamen - das konnten auch die Rechtsmediziner in Erlangen nicht mehr klären. Der Verwesungsgrad der Leichen war zu stark. Ebenso gibt es noch keine Informationen zur Todesursache.

Weitere Tests stehen aus, heißt es von Seiten der Ermittler, vor allem auch zur Frage der Vaterschaft. Dominik Fehn, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, erklärte dazu am Freitag auf Anfrage: "Zum möglichen Vater der Säuglinge liegen uns aber keine Auswertungen der DNA der toten Babys vor. Hier warten wir auf neue Informationen von der Rechtsmedizin aus Erlangen. Nach dem derzeitigem Stand gehen wir davon aus, dass der Ehemann der Frau auch der Vater der Kinder ist." Andere Gerüchte seien derzeit reine Spekulationen, so der Polizeisprecher weiter.


Fragen bewegen die Menschen

Sollten die DNA-Auswertungen allerdings zu anderen Ergebnissen führen, dann müssten die Beamten wohl weitere Umfeld-Ermittlungen führen. Sprich: Aussagen der Mutter zu dieser Frage einholen. Würde sie hier andere Männer als mögliche Väter nennen, gäbe es für die Polizei die Möglichkeit, diese um Speichelproben zu bitten. Ein Massen-Gentest in der Region komme für die weiteren Ermittlungen jedoch eher nicht infrage. Immerhin gibt es dank des Teilgeständnisses der 45-jährigen Mutter, die sich seit vergangenem Wochenende wegen des dringenden Verdachts des Mordes in sieben Fällen in Untersuchungshaft befindet, eben auch eine Täterin. Die Frau aus Wallenfels hatte ausgesagt, im Lauf der Jahre mehrere lebend geborene Kinder getötet zu haben.

Informationen zum möglichen Motiv für die Taten gibt es weiter keine. Und weitere Fragen bewegen die Menschen aus der Region, die aber nicht so sehr im Fokus der Polizeiarbeit stehen, sondern eher das familiäre und gesellschaftliche Umfeld der inhaftierten Mutter bewegen. Wie konnten die Schwangerschaften und Geburten derart unbemerkt bleiben? Und das ausgerechnet in einer Stadt, wo jeder jeden kennt. Fragen, auf die es wohl auch in einem späteren Prozess nur wenige Antworten geben wird.
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