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Kronach
Theater

Unterstufe verhext das Publikum in Kronach

Mit über 100 Mitwirkenden auf der Bühne des Gymnasiums entführen die Unterstufenschüler in die Welt von Otfried Preußlers Kinderklassiker "Die kleine Hexe".
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Unverkennbar groß ist die Freude bei der kleinen Hexe (Miriam Ginevrino), als sie von der Hexe Muhme Rumpumpel (Leonie Liebermann, rechts) erfährt, dass sie unter gewissen Umständen am Walpurgistanz teilnehmen darf. Darüber freut sich auch der Rabe Abraxas (Alicia Krause, links).  Fotos: Matthias Schneider
Unverkennbar groß ist die Freude bei der kleinen Hexe (Miriam Ginevrino), als sie von der Hexe Muhme Rumpumpel (Leonie Liebermann, rechts) erfährt, dass sie unter gewissen Umständen am Walpurgistanz teilnehmen darf. Darüber freut sich auch der Rabe Abraxas (Alicia Krause, links). Fotos: Matthias Schneider
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Es gibt Theaterabende, da liefert bereits das Programmheft den eindeutigen Hinweis auf eine bemerkenswerte Vorstellung. Ende der vergangenen Woche war das am Frankenwald-Gymnasium bei den insgesamt vier Aufführungen von Otfried Preußlers "Die kleine Hexe" durch die Theatergruppe der Unterstufe so.

Über 100 mitwirkende Schüler waren da aufgelistet. Unter ihnen zahlreiche Darsteller, aber mindestens genauso viele Bühnen- und Maskenbildner sowie Ton- und Bühnentechniker. Hinzu kam noch ein fulminantes Blasorchester - alles fest in Schülerhand. Im Hinblick auf die beengten Verhältnisse auf und abseits der kleinen Studiobühne im zweiten Stock des FWG durfte man sich da schon im Vorfeld die Frage stellen: Wie soll das nur funktionieren? Die Antwort: mit Hexerei!


Doppelte Besetzung

In dieser Hinsicht war wohl auch Studienrätin Stefanie Huber die "Hexenmeisterin" dieses "Bühnenzaubers". Die Regisseurin hatte es geschafft, aus der Vielzahl an Personen und Aufgaben am Ende eine meisterliche Gesamtleistung zu zaubern.

Immerhin hatten sich 2016 wieder derart viele junge Schauspieltalente der 5. bis 7. Klassen für die Theatergruppe gemeldet, dass die Regisseurin die vier Abende von zwei unterschiedlichen Besetzungen gestalten ließ. Unterstützt wurde Stefanie Huber bei dieser Mammutaufgabe von Kunstlehrerin Alexandra Reiter, die zusammen mit ihrem P-Seminar "Bühnenbild" der Q11 die künstlerische Leitung innehatte. Sie lieferten zusammen mit der Bühnenbild-AG eine eindrucksvolle Kulisse.

Im Zentrum all dessen stand natürlich Preußlers namenlose Heldin: die kleine Hexe. Mit ihren gerade einmal 127 Jahren hat sie vor allem einen Traum: einmal am Walpurgistanz teilzunehmen. Die anderen und deutlich älteren Hexen sind skeptisch, geben aber der kleinen Hexe und ihrem Freund und Begleiter, dem Raben Abraxas, eine Chance: Die kleine Hexe muss unter Beweis stellen, dass sie eine gute Hexe ist.
Für die kleine Hexe ist klar: Sie schwingt fortan den Zauberstab für die Armen und ärgert die Bösen mit ihren Zauberkünsten. All die Zauberaktionen bieten viel Raum und Gelegenheit zum Lachen und Staunen - auch weil die Leistungen der Schauspieltalente dafür sorgen.

Und die vielen liebevollen Details, beispielsweise in der Bühnen- und Kostümgestaltung, tragen ihren Teil dazu bei. Förmlich aus den Sitzen werden die Zuschauer gerissen, als ein schuleigenes Blasorchester zum Marsch und somit zum Schützenfest auf der Bühne aufspielt.

So viel gute Laune steckt auch die kleine Hexe an, doch die wird vom Hexenrat auf den Boden der Tatsachen geholt, als dieser ihr unmissverständlich klarmacht, dass man unter einer "guten" Hexe etwas ganz anderes verstanden hätte. Der drohenden Strafe entgeht die kleine Hexe, weil sie auch eine ganz schlaue Hexe ist. Die fiesen alten Hexen werden kurzerhand "entzaubert". Das kommt nicht nur bei den jungen Theaterbesuchern an. Minutenlanger Applaus ist die Folge und die Schauspieltruppe darf sich mit ihrer Regisseurin sicher sein: Die zauberhafte Leistung war keine Hexerei.
mts
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