Kronach
Gericht

Trompeten-Geschäft endet hinter Gittern

Eine Betrügerei nach der anderen ließ sich der Angeklagte aus dem Kreis Kronach zu Schulden kommen. Gezielt handelte er mit Ware, die es so nie gegeben hat.
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An alle diese Regeln, die in diesem dicken, roten Buch festgehalten sind, hat sich der Angeklagte wohl nicht gehalten. Er wurde wegen Betrug verurteilt.  Symbolfoto: Christopher Schulz
An alle diese Regeln, die in diesem dicken, roten Buch festgehalten sind, hat sich der Angeklagte wohl nicht gehalten. Er wurde wegen Betrug verurteilt. Symbolfoto: Christopher Schulz
Sein krimineller Nebenverdienst und zahlreiche einschlägige Vorstrafen führen einen 34-jährigen Mann aus dem Landkreis Kronach nun hinter Gitter: Immer wieder bot er vor allem teure Blasinstrumente im Internet zum Verkauf an und ließ sich dann von seinen Käufern per Vorkasse hohe Geldbeträge überweisen. Er versendete jedoch nicht ein einziges Paket.

Am Donnerstag musste sich der Mann vor dem Kronacher Amtsgericht verantworten. Wegen Betrugs in 24 Fällen, versuchtem Betrug in einem Fall sowie Urkundenfälschung verurteilte ihn Richter Hendrik Wich ihn schließlich zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Der Mann räumte seine Taten ein.


Schaden in Höhe von 23 000 Euro

Hauptsächlich durch den Handel mit Blasinstrumenten - vor allem Trompeten - wollte der Angeklagte in den vergangenen drei Jahren sein Geld verdienen.
Auch Smartphones, Schmuck oder Münzen bot er zum Kauf an. Jedoch war er nie in Besitz dieser Waren. Summen im Wert von bis zu 2300 Euro überwiesen ihm Musikfreunde aus Deutschland und Österreich. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Staatsanwältin Susanne Heppel auf rund 23 000 Euro. Über die Hälfte habe er bereits an die Geschädigten zurückgezahlt, circa 9000 Euro stünden noch aus.


Geld geht zurück

Bereits während seiner Betrugsserie überwies er, nachdem ihm einige seiner Käufer mit "juristischen Konsequenzen" gedroht hatten, Geld zurück.

"Ich habe Schulden, die wollte ich loswerden", erklärte der damals Arbeitssuchende sein Motiv für die Taten. Seine eigentliche Absicht sei es gewesen, alte Instrumente in der Tschechei anzukaufen und diese zu reparieren, um sie gewinnbringend im Internet weiterzuverkaufen. "Hätte dieses Geschäftsmodell funktioniert, säßen wir heute nicht hier", reagierte Richter Hendrik Wich kopfschüttelnd.
Bezüglich des angeblichen tschechischen Händlers, bei dem der 34-Jährige die Instrumente ankaufen wollte, gab es Widersprüche vor Gericht. Nach Angaben des Angeklagten sei dieser nach einer Bargeldübergabe einfach von der Bildfläche verschwunden, ohne die Instrumente übergeben zu haben. Der zuständige Kriminalbeamte glaubte allerdings, dass der Angeklagte diesen Geschäftspartner nur erfunden hatte, um sich selbst in eine Opferrolle zu versetzen.

Der zweite Anklagepunkt lautete Urkundenfälschung. Der Angeklagte soll ärztliche Atteste gefälscht haben und diese, damit er weitere Geldzahlungen erhält, an das Jobcenter gesendet haben. Auch hier zeigte sich der Mann geständig. Sechs Vorstrafen - davon fünf wegen Betrugs - gehen bereits auf sein Konto.
Staatsanwältin Susanne Heppel forderte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren. "Er versuchte eine Tat mit der nächsten wiedergutzumachen", erklärte Rechtsanwalt Roland Kestel das Verhalten seines Mandanten und plädierte auf eine milde Bewährungsstrafe.

Das letzte Wort hatte der Angeklagte selbst: "Es tut mir leid, ich wollte niemandem schaden." Zu einem Jahr und vier Monaten verurteilte Richter Wich den Mann. Positiv wertete er das Geständnis des 34-Jährigen und seine bisherigen Zahlungen zur Schadenswiedergutmachung.

Seine Vorstrafen, die Anzahl der Betrügereien sowie die Tatsache, dass er sich während der Tatbegehung noch in der offenen Bewährungszeit befand, fielen ihm allerdings zu Lasten.

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