Rothenkirchen
Festgottesdienst

Tradition bei Sebastianifest Trumpf

Die Umrahmung der Tradition, deren Wurzeln bis ins18. Jahrhundert reichen, oblag der Stubenmusik Rothenkirchen und dem Förtschendorfer Viergesang.
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Der Förtschendorfer Viergesang umrahmte den Festgottesdienst in der St. Bartholomäus- Kirche. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Der Förtschendorfer Viergesang umrahmte den Festgottesdienst in der St. Bartholomäus- Kirche. Foto: Karl-Heinz Hofmann
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Die Schützengesellschaft Rothenkirchen feierte zusammen mit den Nachbarschützenvereinen und der Bevölkerung das Sebastianifest. Dies ist eine alte Tradition, die bis ins Jahr 1772 zurückreicht und seit über 30 Jahren wiederbelebt wird. Sie wird mit großem Anklang gefeiert. Der Festgottesdienst in der St. Bartholomäus-Kirche wurde von zwei außergewöhnlichen Klangkörpern umrahmt.


Pest-Gelübde der Vorfahren

Die Feier zu Ehren und im Gedenken an den heiligen Sebastian (der unter anderem Schutzpatron der Schützen ist) geht in Rothenkirchen auf ein Gelübde der Vorfahren zurück, als die Pest in fast allen Frankenwalddörfern ihren Einzug hielt und viele Opfer forderte. Damals riefen die Menschen den heiligen Sebastian um Hilfe an. Sie gelobten, an seinem Gedenktag eine Prozession durchzuführen, wenn er die Pfarrei mit den zugehörigen Dörfern von der "Pest, dem schwarzen Tod" befreie. Im Matrikelbuch der Pfarrei ist vermerkt: "Die Statue des Hl. Sebastian wurde am 20. Januar 1772 zum ersten Mal getragen und eine herrliche Prozession gehalten." Das Fest wurde viele Jahrzehnte in Rothenkirchen gefeiert und irgendwann unterbrochen. 1984 haben die Schützen im Markt Pressig, der Kleinkaliber-Schützenverein Förtschendorf, der Schützenverein Friedersdorf, die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Schützenlust 1886 Pressig und die Schützengesellschaft 1629 Rothenkirchen dieses Gelöbnis wieder aufgegriffen und feiern zu Ehren des Schutzpatrons den heiligen Sebastian. Den Festgottesdienst zelebrierte Pater Helmut Haagen.
Die musikalische Umrahmung oblag der Stubenmusik Rothenkirchen und dem Förtschendorfer Viergesang. Zwei alteingesessene Musik- und Gesangsgruppen, die schon seit über drei Jahrzehnten bestehen und schon 1984 zur Umrahmung der Sebastianifeier beitrugen. Diesmal hatten sie die Waldlermesse auserwählt. Von diesen einfühlsamen wie ebenso ergreifenden Kompositionen ließen sich die Gottesdienstbesucher inspirieren. Anschließend ging es unter Begleitung des Musikvereins Rothenkirchen, der auch zur Kirchenparade unter Leitung von Rainer Ferenz zum Gotteshaus begleitete, ins Schützenhaus. Hier richtete Ehrenschützenmeister und Schützenmeister Reinhold Wolf besondere Grüße an 2. Bürgermeister Wolfgang Förtsch, Marktgemeinderat Reinhold Heinlein und Ehrenbürger Hans Möckel.
Im Anschluss fand die Siegerehrung der vor einigen Tagen stattgefundenen Sebastianischießen statt. Die jeweilige Platzierung: 1. Platz und Pokalsieger SG Rothenkirchen 2374,2 Ringe, 2. Platz SG Pressig, 23367,1 Ringe, 3. Platz SV Friedersdorf, 2110,9 Ringe, 4. Platz SV Förtschendorf, 1870,2 Ringe. Dieses Sebastiani-Pokalschießen wird 2018 in Pressig durchgeführt. Den Master-Pokal gewann Gerhard Fischer, SG Pressig. eh
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