Lauenstein
Bauarbeiten

Tonnenschwere Last baumelt in Lauenstein am Kran

Mitten in der Nacht wurde mit schwerem Gerät der Überbau der "Ewigen Brücke" in Lauenstein abgetragen.
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Schweres Gerät rückte in der Nacht an der "Ewigen Brücke" an. Foto: Veronika Schadeck
Schweres Gerät rückte in der Nacht an der "Ewigen Brücke" an. Foto: Veronika Schadeck
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Es waren beeindruckende Momente, als in der Nacht zum Sonntag in Lauenstein die "Ewige Brücke" freigelegt wurde. Dort, wo normalerweise um Mitternacht Stille herrscht, waren meterhohe Kräne zu sehen, Motoren ratterten und Scheinwerfer stellten die "Ewige Brücke" teilweise in grelles Licht. Stimmen waren zu hören. Mitarbeiter der beteiligten Baufirmen eilten hin und her. Etwa 15 Männer waren im Einsatz, um den Überbau der "Ewigen Brücke" abzutragen, darunter auch Projektleiter Horst Moser vom Staatlichen Bauamt Bamberg, Servicestelle Kronach.


Kräne im Einsatz

Einige Lauensteiner sowie Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) ließen sich dieses seltene Schauspiel nicht entgehen. Sie erlebten mit, wie die Überbauplatte der "Ewigen Brücke" durchschnitten wurde. Ein 500-Tonnen-Kran und ein 250-Tonnen-Kran hoben die vier Stahlbetonteile, jeweils etwa 55 Quadratmeter groß und rund 65 Tonnen schwer, hoch und stapelten diese in der Türkenstraße. Am Montag sollen diese Teile entsorgt werden. Dort, wo also täglich 2400 Fahrzeuge und 280 Schwerlastfahrzeuge die Bahnbrücke überqueren, ist jetzt ein riesiges Loch mit Blick auf die Schienen.

Selbst für den erfahrenen Brückenbauer Horst Moser war das ein besonderes Ereignis. Brücken bauen mache ihm viel Spaß, versicherte er. Ist die Bahn mit im Spiel, sei dies jedes Mal eine zusätzliche Herausforderung. In diesem Zusammenhang spricht er von umfangreicheren Sicherheitsbelangen, von zusätzlicher Bauüberwachung durch externe Ingenieurbüros, von Gesprächen mit der Bahn.


112 Meter langes Bauwerk

Im Jahr 2013 waren die Instandsetzungsarbeiten am 112 Meter langen Bauwerk abgeschlossen worden. Seit dem 24. April 2016 läuft nun die Sanierung der Bahnbrücke. Direkt an der Bahnbrücke kann nur am Wochenende in der Zeit von 0 bis 5 Uhr am Morgen gearbeitet werden. Während dieser Zeit herrscht kein Schienenverkehr.
Bevor die Kräne die Stahlbetonteile heben konnten, mussten eine Menge Vorarbeiten geleistet werden. Unter anderem wurde der Brückenbelag abgefräst. Es folgten Aushubarbeiten und der Abbruch der Kammerwand am oberen Widerlager bis knapp unter dem Querträger, um Beeinträchtigungen hinsichtlich der Bahn zu vermeiden. Danach wurden die Längsschnitte an den Stahlbetonteilen vorgeschnitten. Schließlich musste ein Spritzschutz angebracht werden, um das spätere Abtrennen der Endquerträger durchführen zu können.

Lauenstein erreicht man derzeit nur über die vor vier Jahren geschaffene, etwa 700 Meter lange Umfahrung. Die Ausweichstrecke läuft aus Richtung Ludwigsstadt vor der Brücke über die Kneippanlage, überquert die Loquitz und passiert dann die Bahnunterführung beim ehemaligen Bahnhof in Lauenstein.


Entstehung der Brücke dauerte lang

Die "Ewige Brücke", bestehend aus fünf Gewölbebögen, wurde in den Jahren 1938 bis 1947 gebaut. Auf Grund des Zweiten Weltkrieges mussten die Bauarbeiten unterbrochen werden. Die Fertigstellung der Talbrücke mit den Straßenanschlüssen erfolgte erst im Jahr 1966. Wegen der langen Bauzeit wird dieses Bauwerk nun "Ewige Brücke" genannt. In die Erneuerung der Brücke werden nun circa 1,5 Millionen Euro investiert.
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