Arnika, Witwenblume, Spitzwegerich und noch viele andere Pflanzen findet die Jury der Wiesenmeisterschaft auf den zu bewertenden Wiesen im Frankenwald. Die schönste Wiese hat jedoch der Teuschnitzer Landwirt Jürgen Schülein. Er gewinnt den ersten Preis und somit eine Motorsäge im Wert von 500 Euro bei der Preisverleihung.
Jürgen Schülein ist schon seit mehr als 20 Jahren in der Landwirtschaft tätig. "Dass aber meine ,Froschwiese‘ in den Teuschnitzauen mir den Sieg bringt, hätte ich nicht erwartet", gibt der Gewinner überrascht zu.
Die Wiesenmeisterschaft findet jetzt schon das vierte Mal in Folge in verschiedenen Regionen Bayerns statt. Die Veranstalter, der Bund Naturschutz (BN) und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), entschieden sich dieses Jahr für den Naturpark Frankenwald als Austragungsort.
Angela Hofmann (CSU), Zweite Bürgermeisterin Kronachs, begrüßte die Gäste im historischen Rathaus. Dieses besteht heuer 500 Jahre. "Wir können stolz auf die Geschichte unserer Stadt sein", betont Hofmann, "aber wir haben auch noch ein anderes Kapital: Unseren Naturpark Frankenwald."
Jakob Opperer, Präsident der LfL aus Weihenstephan, erinnert sich an seine frühere Referendarzeit in Oberfranken. "Man kommt gerne wieder hierher. Diese herrliche, gottgegebene Landschaft ist wunderschön", schwärmt Opperer. Vielfalt sei laut Opperer ein wichtiges ökologisches Prinzip.
Regierungsvizepräsidentin Petra Platzgummer-Martin meint, der Strukturwandel der Landwirtschaft sei auch in Oberfranken sichtbar: "Wir haben nur noch 30 Prozent Grünland in Oberfranken." Des Weiteren weist sie noch darauf hin: "Grünlandschutz ist Grundwasserschutz und somit auch Trinkwasserschutz. Wiesen sind auch ein Stück Heimat. Dort kommen Kindheitserinnerungen auf. Dort kann man die Seele baumeln lassen."
Tourismus und Wirtschaft Oberfrankens seien von der Vielfalt abhängig. Deshalb appelliert sie an weiteres Engagement für den Schutz: "Blüten- und artenreiche Wiesen fallen nicht einfach vom Himmel, man muss was dafür tun."
Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BN, bezeichnet den Wandel in der Landwirtschaft sogar als "Strukturbruch". Die Wiesen seien für den Wasserhaushalt und den Klimaschutz von zentraler Bedeutung. Diese Veranstaltung sei ein "Zeichen der Hoffnung". Weiger kritisiert, dass Landwirte für ihre Bemühung um einen anständigen Umgang mit Wiesen
und Tieren oft nicht belohnt werden.
Dass Wiesen für den ökonomischen als auch für den kulturellen Bereich wichtig sind, erwähnt auch Gisbert Kuhn von der LfL. Die Biodiversität sei eine Quelle für technische Neuerungen in der Medizin und Pharmazie.