Teuschnitz
Stadtrat

Teuschnitz schafft Bauland

Die Räte beschlossen, das Sondergebiet Petrus-Zweidler-Straße in ein allgemeines Wohngebiet umzuwandeln.
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Bald wird es Bauland in Teuschnit geben - der Stadtrat macht den Weg frei. Symbolfoto: Marian Hamacher
Bald wird es Bauland in Teuschnit geben - der Stadtrat macht den Weg frei. Symbolfoto: Marian Hamacher
Die Suche nach einem Bauplatz in Teuschnitz gestaltete sich bislang als schwierig. Das Problem dabei, so Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU): "In der Stadt ist kein weiteres Baugebiet ausgewiesen und die Besitzer der vorhandenen Bauplätze wollen nicht verkaufen". Mit der Änderung des Bebauungs- und Flächennutzungsplanes Petrus-Zweidler-Straße will man nun der Nachfrage nach Bauplätzen nachkommen.
Bereits 2008 hatte die Stadt Teuschnitz einen Bebauungsplan für das Sondergebiet Teuschnitz Auen aufgestellt, da ein Investor damals die Errichtung einer Hotelanlage beabsichtigte. Das Projekt wurde aber nicht verwirklicht. Das neue Baugebiet wird in zwei Bauabschnitten erschlossen, wobei im ersten Bauabschnitt in Verlängerung der Petrus-Zweidler-Straße acht Baugrundstücke entstehen. Hierfür mussten der Bebauungs- und Flächennutzungsplan entsprechend geändert werden.
Der Planungsauftrag ging an das Ingenieur-Büro HTS Plan GmbH aus Kronach.
Die im Zuge des Neubaus des FFW-Hauses errichtete Stützmauer entlang der Ortsstraße Stadtgraben und zum Feuerwehrhausgrundstück ist schadhaft und neigt sich bereits in das Nachbargrundstück. "Eine Sanierung ist unumgänglich. Es ist dringend erforderlich, die Stützmauer neu zu errichten", informierte die Bürgermeisterin. Die Sanierungskosten inklusive der Pflasterarbeiten waren von HTS mit 80 000 Euro geschätzt worden. Die Inhaberin des Grundstückes ist nicht verkaufsbereit. "Die alte Mauer muss nahezu komplett weg", erklärte HTS-Geschäftsführer Thomas Kleylein, der mit seiner Tochter, Bauingenieurin Christina Kleylein, bei der Sitzung anwesend war.
Weiter informierte Weber über eine dringliche Entscheidung wegen der Haushaltssatzung. So musste - nach Abstimmung mit dem Landratsamt Kronach - die Kreditaufnahme von 536 600 Euro auf 400 000 Euro reduziert werden. Als Abgleich werden geplante Investitionen nicht durchgeführt beziehungsweise verschoben. Die Stadt möchte die von der Künstlerin Judith Franke geschaffene Skulptur mit einer Figur und Arnikablüte aus Holz und Flechtwerk erwerben. Der Erwerb wurde vom Gremium befürwortet. Man rechnet mit Anschaffungskosten von rund 1500 Euro. Hierfür sucht man Geldmittel über Sponsoren.


Teuschnitz wird mobiler

Eingangs der Sitzung hatte Michaela Morhard vom Regionalmanagement des Landratsamts das Mobilitätskonzept des Landkreises Kronach vorgestellt. Damit wird auch für Teuschnitz eine enorme Anzahl zusätzlicher Fahrten möglich. Wie Morhard betonte, ersetze der Bedarfsverkehr keine bisherigen Fahrten des Linienverkehrs. Vielmehr werde das bestehende Angebot ausgebaut und auch für die Teuschnitzer Bevölkerung wesentlich attraktiver. Den Bedarfsverkehr könne man telefonisch anfordern oder online buchen. Gefahren wird ab einer Person. Es werden nur Haltestellen angefahren, für die Buchungen bestehen. Der Bedarfsverkehr richtet sich pro Fahrt an bis zu acht Personen.
Über den gesamten Landkreis entstanden zunächst zwölf Korridore, die den ermittelten Bedarf widerspiegeln. Neu hinzugekommen ist der 13. Korridor (Wallenfels-Steinwiesen-Nordhalben-Teuschnitz mit Teuschnitz als Mobilitätpunkt). Teuschnitz liegt in vier Sektoren. "Das ist eine enorme Angebotssteigerung", verdeutlichte Morhard. "Das Bedarfskonzept ist homogen", so Morhard. Insgesamt könnten im Landkreis rund 700 Fahrten pro Woche abgerufen werden, auch samstags und sonntags sowie in den Ferien. Die Telefonzentrale sei von 6.30 Uhr bis 21.30 Uhr besetzt. Die Buchungsanrufe sind kostenlos. Die früheste Fahrt erfolgt gegen 5 Uhr, die späteste zwischen 19 Uhr und 20 Uhr. Der Tarif liegt bei kurzen Fahrten etwas unterhalb des ÖPNV-Tarifes. Innerhalb der Gemeinde beläuft sich dieser für Hin- und Rückfahrt auf 2 Euro.
Defizite im Mobilitätskonzept - derzeit zwischen 350 000 Euro und 400 000 Euro - würden bis zu 70 Prozent gefördert, den Rest übernehme der Landkreis.
"Das ist eine Supersache und eine große Bereicherung nicht nur für uns, sondern für den gesamten Landkreis", lobte Weber. In diesem Zusammenhang sprach sie auch die "Riesenprobleme" mit der Beförderung der Schüler, explizit der Kinder aus Haßlach, an. "Das Konzept war nicht für die Schülerbeförderung gedacht, sondern als Daseinsvorsorge", erklärte Morhard. Eine Beförderung von Mengen an Schülern sei nicht möglich. Da es sich in Haßlach aber nur um eine handvoll Kinder handele, könnten sich diese durchaus in solche Fahrten einbuchen. In Planung sind Schülertickets, damit diese aus Chancengleichheit nicht für diese Beförderung bezahlen müssten. Sicher zeigte sie sich, dass sich allgemein in absehbarer Zeit im Bereich Schülerverkehr Verbesserungen ergäben. Als schnelle Lösung sei aber dieser Bedarfsverkehr zunächst einmal für die Haßlacher Kinder perfekt. Mitte Oktober soll der Bedarfsverkehr starten. Derzeit ist man auf der Suche nach Transportunternehmen.


Kritik, Splitter, Infos


Schließung Heftig prangerte Susanne Daum (CSU/FWG) die Schließung der Raiffeisen-Volksbank ab dem vierten Quartal in Teuschnitz an. Bedauerlich fand Daum dabei insbesondere die Art und Weise, wie das Vorhaben abgelaufen sei - nämlich still und leise in einer Sitzung. Kein Verständnis zeigte sie dafür, dass die Beschlussfassung einstimmig erfolgte, zumal auch ein Reichenbacher Bürger Mitglied des Ausschusses sei. Für Senioren, die nicht mehr so mobil seien und sich nicht so gut mit Online-Banking auskennen, sei dies ein schwerer Schlag. Dem schloss sich die Bürgermeisterin an: "Wir waren auch schockiert, als wir darüber informiert wurden. Da war die Entscheidung schon getroffen. Da ist nichts mehr zu machen." Für die Kunden der Raiba-Voba bestehe die Möglichkeit, im Edeka-Markt bei jedem Einkauf 200 Euro abzuheben.

Brennnesseln Markus Wachter (CSU/FWG) monierte den starken Brennnessel-Bewuchs an einem Hang der Ortsdurchfahrt Wickendorf. Dem Bauhof dankte er für das Rückschneiden der Bäume.

Splitt Auf dem Friedhof Wickendorf soll Splitt angebracht werden. Der Splitt - 6 bis 8 Tonnen - wird von einem anonymen Spender aus Wickendorf gespendet.

Open-Air-Kino Ein voller Erfolg mit vielen begeisterten Zuschauern war der Open-Air-Kinosommer. Ein großer Dank galt der Sparkassenstiftung Ludwigsstadt, die mit einer Spende von 5000 Euro die Veranstaltung ermöglichte, sowie den Teuschnitzer Vereinen für die Bewirtung.

Weihe Pfarrer Holger Fiedler, gebürtiger Teuschnitzer, wird am 23. Oktober zum Dekan von Hof geweiht. Sein Stellvertreter wird der aus Haßlach bei Teuschnitz stammende Pfarrer Seliger. hs
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