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Wallenfels
Garten

Teichgarten statt Gartenteich in Wallenfels

Margitta und Norbert Weber kämpften mit Wasser auf ihrem Grundstück. Doch aus der Not haben sie eine Tugend gemacht.
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Margitta und Norbert Weber am Forellenteich
Margitta und Norbert Weber am Forellenteich
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Als unser Reporter anfragt, ob er den prämierten Garten der Webers in Wallenfels anschauen darf, muss die Hausherrin schmunzeln. "Ich habe eigentlich keinen Garten", sagt sie, "ich habe eine Ranch." Einige Tage später erkennt unser Berichterstatter, dass dies keine Übertreibung war. Gänse, Enten, Hühner, Hasen und Fische sorgen für Leben in der Grünzone der Familie Weber. Früher gab es dort sogar Schafe.


Wasser ist bestimmendes Element

Eines sticht dort neben den Tieren besonders ins Auge - überall sind Teiche zu finden. Sechs an der Zahl. Was heute die besondere Note dieses Areals ausmacht, war für die Webers anfangs ein großes Problem. "Da sind wir regelrecht abgesoffen", erklärt Ehemann Norbert. Wenn es regnet, kämen enorme Wassermassen den Hang vom direkt angrenzenden Wald herab. Teilweise sei deswegen schon die Feuerwehr in den Geusergrund, wo sie leben, ausgerückt.



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Mit ausgehobenem Teichschlamm haben die Webers einen Damm gebaut. Als dann mitten in der Wiese eine Quelle durchbrach, wurde ein Ententeich angelegt. "Inzwischen zieht sich das Thema ,Wasser‘ komplett durch den Garten", stellt Norbert Weber fest. Steine sorgen für die passende Optik der Wasserläufe, Zier- und Nutzfische für Leben in den Teichen. Man müsse sich eben bloß zu helfen wissen.

Nicht nur bei solchen Arbeiten versuchen die beiden Hobbygärtner, wenig auf Baumärkte zurückzugreifen. "Wir nehmen möglichst das, was da ist. Oder wir haben auch schon Steine von den Äckern gesammelt", erklärt Norbert Weber. Er warnt Nachahmer allerdings gleich, sich vorher bei den Landwirten zu erkundigen und nicht einfach über deren Flächen zu pirschen. Teilweise werde nämlich für solche Steine schon Geld verlangt.


Deko muss nicht teuer sein

Das teure Hochbeet oder designte Pflanzkübel - Hobbygärtner sind gerne bereit, Geld in ihre Wohlfühloasen zu stecken. Schön soll es auch bei der Familie Weber aussehen. Margitta und Norbert Weber werden allerdings lieber selbst kreativ und handwerklich tätig, um ihren Garten zu schmücken und zu pflegen.

Zur Ideenbörse der Familie mit ihren zwei erwachsenen Söhnen kann da schon mal das Fernsehen oder das Internet werden. So kam es dazu, dass Paletten zu Pflanzkübeln umfunktioniert wurden. "Meine Mülltonnen habe ich im Internet gesehen", erzählt Norbert Weber. Es sei aber gar nicht einfach gewesen, die alten, runden Metalleimer aufzutreiben. Inzwischen seien solche Gegenstände gefragt. Frisch lackiert wurden sie schnell zum Blickfang. "Jetzt sehen sie sogar schöner aus als die im Internet", ist der Hobbygärtner überzeugt. Mit den Jahreszeiten und Festen wechselt ihre Bepflanzung und die Dekoration ringsherum.

Eine alte Messingwanne und eine bepflanzte Schubkarre fügen sich bei den Webers ebenso stimmig ins Bild ein. Ideenreichtum ist allerdings auch bei den praktischeren Gartenartikeln gefragt. Norbert Weber funktioniert gerade ausrangierte Kunststoffrohre, die noch verkleidet werden, zu Hochbeeten um. "Und ein altes Hängewaschbecken richtet er mir für die Erdbeeren her", erzählt Margitta Weber.


Gefiederte "Wachhunde"

Ob der Ersatz für einen Wachhund auch ein derartiger Geistesblitz war? Einen Bello brauchen die Webers nämlich nicht, um auf ihren großen Garten aufzupassen. Dafür sorgen schon die drei Gänse. "Die schlagen sofort an, wenn jemand kommt", sagt Norbert Weber. Zum Beweis faucht der Gänserich gleich mal unseren Reporter an.

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