Stockheim
Finanzen

Stockheim investiert sehr vorsichtig

Der Gemeinderat hat den 9,18 Millionen Euro umfassenden einstimmig beschlossen.
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Die Grafik zeigt den kontinuierlichen Schuldenabbau der Gemeinde Stockheim in den vergangenen zehn Jahren.
Die Grafik zeigt den kontinuierlichen Schuldenabbau der Gemeinde Stockheim in den vergangenen zehn Jahren.
Ein ausgeglichener Haushalt, statt Neuverschuldung, Schuldenabbau, hohe Rücklagen und eine Zuführung vom Vermögens- zum Verwaltungshaushalt, die weit über der gesetzlich geforderten Mindestzuführung liegt. In der Gemeinde Stockheim ist dies Realität, stellten Kämmerer Stephan Urban, Geschäftsleiter Rainer Förtsch und Bürgermeister Rainer Detsch bei der Vorstellung des Haushaltsplans im Gemeinderat fest.

"Eigentlich müsste ich als Hemmschuh wirken und auf die Euphoriebremse treten, aber dieses Gremium steht voll zum eingeschlagenen Kurs", freute sich der Kämmerer darüber, dass es in den Vorberatungen keine großen Begehrlichkeiten gab.
Stockheim baut seit 2009 permanent Schulden ab und liegt bei der pro Kopf-Verschuldung bei 622 Euro - weit unter dem Landesdurchschnitt von Gemeinden vergleichbarer Größe.

Der Etat für 2015 hat ein Volumen von 9,18 Millionen Euro, davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt rund 7,4 Millionen Euro und auf den Vermögenshaushalt 1,78 Millionen Euro. Für Investitionen sind 1,36 Millionen eingeplant. Größte Einnahmequellen sind die Einkommensteuer (1,9 Millionen Euro) und die Schlüsselzuweisungen (1,73 Millionen Euro).

Bei den Ausgaben stehen als größte Positionen die Kreisumlage (1,6 Millionen Euro), Personalkosten (1,347 Millionen Euro) gegenüber. Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt beläuft sich auf 1,69 Millionen Euro. Damit wurde die gesetzlich geforderte Mindestzuführung (420 000 Euro) um rund 750 000 Euro überschritten.

Die Gesamtverschuldung beläuft sich laut Haushaltsansatz auf 3,157 Millionen Euro und soll bis Ende 2015 auf 2,833 Millionen Euro reduziert werden. Der Höchststand der Schulden betrug vor zehn Jahren 5,33 Millionen Euro. Laut vorgelegter Finanzplanung bis 2018 soll der Schuldenstand weiter reduziert und dann bei nur noch 1,92 Millionen Euro liegen was einer pro Kopf Verschuldung von 400 Euro entspräche.

"Kein Grund zur Euphorie"

Bürgermeister Rainer Detsch gab aber zu bedenken, dies alles sei kein Grund zur Euphorie. "Wir können uns allenfalls auf die Schulter klopfen, weil allgemein gute Arbeit geleistet wird", sagte er und erwähnte sowohl die Verwaltung, den Bauhof wie auch den Gemeinderat.

Man werde notwendige Investitionen nicht vernachlässigen und mit Augenmaß weiter an der Verbesserung der Infrastruktur arbeiten. Dazu zählen vor allem Straßen, der Breitbandausbau mit Glasfaserkabel in der gesamten Gemeinde. "Dabei wollen wir auch unser Rathaus nicht vergessen. Es ist die Anlaufstelle für alle Bürger und sie sollen sich gut empfangen fühlen, wenn sie das Rathaus betreten." Daher werde das Gebäude 2015 moderner, freundlicher gestaltet und einen barrierefreien Zugang erhalten.

Schnelles Internet als Standortfaktor

Vor allem erwartet der Bürgermeister aber auch neue Impulse hinsichtlich dörflicher Zusammenarbeit im Zuge der einfachen Dorferneuerung in Reitsch. "Das wird den Zusammenhalt in Reitsch stärken", ist er sich sicher.
Das schnelle Internet sieht das Gemeindeoberhaupt als wichtige Maßnahme zum Ausbau der Standortfaktoren. Erfreut zeigte auch er sich darüber, dass nicht Geld mit offenen Händen ausgeschüttet, sondern zielorientiert investiert wird, und für alle Fälle immer noch Reserven und ein Rücklagenpuffer vorhanden sind.

Die größten Investitionen sind: Rathaus mit Innenausstattung rund 150 000 Euro, Maximilianstraße 310 000 Euro, Florianssiedlung 60 000 Euro, Engelessteg 330 000 Euro (zu erwartende Zuschüsse: rund 150 000 Euro).
Alle Fraktionen bewerteten das Zahlenwerk als sehr zufriedenstellend und begrüßten die etwas vorsichtige Investitionspolitik. Dritter Bürgermeister Jörg Roth (SPD) regte an, sich mit der Ausweisung neuer Baugebiete in absehbarer Zeit ernsthaft zu beschäftigen. Vor allem in Burggrub und Haig sehe er Bedarf.

Silvia Weißbach (CSU) drückte ihren Respekt vor allem Kämmerer Urban gegenüber aus, der die Gemeindekasse sehr gut im Griff habe. Rudi Jaros (FW) sprach von einem sehr gut aufbereiteten Zahlenwerk und sah die Gemeinde gut aufgestellt. Das Gremium stimmte mit einstimmigem Votum der Haushaltssatzung 2015 und der Finanzplanung bis 2018 zu.

Umstellung auf LED-Leuchten

Beim Ausbau der Florianssiedlung und der Maximilianstraße werden die jeweiligen Straßenbeleuchtungen auf moderne LED-Technik umgestellt. Der Umrüstung zum Preis von 23 603 Euro für die Florianssiedlung und für die Maximilianstraße zum Preis von 5626 Euro zu. Dies beinhaltet eine neue Leuchte und die Umrüstung für sechs bestehende Straßenleuchten.

In der Bürgerfragestunde bat Luitgard Lenker die Gemeinde und den Gemeinderat, etwas gegen das verkehrswidrige Parken der Autos im Bereich Foto Zipfel und Poststelle zu unternehmen. Es werde auf dem Gehsteig geparkt, so dass Rollstuhlfahrer oder Fußgänger mit Rollatoren den Gehweg verlassen und auf die Straße ausweichen müssten.

Das Manöver über die hohen Bordsteine an sich sei schon gefährlich. Dazu komme, dass man den Weg auf der Straße zu Fuß fortsetzen müsse, was eine weitere Gefahr, gerade für Menschen mit Gehbehinderung, darstelle. "Bitte unternehmen Sie etwas, bevor Schlimmeres passiert," forderte die Bürgerin.

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