Sein Gehalt war einem Mitarbeiter der Sparkasse Kulmbach-Kronach anscheinend nicht genug: Wie die Staatsanwaltschaft Coburg auf Anfrage des Fränkischen Tags mitteilt, wird derzeit gegen den Mann nach Paragraf 266 (Untreue) ermittelt. "In einer derzeit noch nicht bestimmbaren Anzahl von Fällen", erklärt der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Christian Pfab. Im Haftbefehl wird von einer Schadenssumme von rund 200.000 Euro ausgegangen.


Kunden sollen sich melden

Bereits vor einigen Wochen gab es für die Wohnung des Beschuldigten einen Durchsuchungsbeschluss, der von Beamten der Kriminalpolizei Coburg vollzogen wurde. Da nun erst einmal die gesammelten Beweise ausgewertet werden, ist noch unklar, wie lange das Ermittlungsverfahren andauern wird. Eingeleitet wurde es bereits am 3. Juni, nachdem Anzeigen bei der Polizei eingegangen waren - auch eine von der Sparkasse. "Wir haben umgehend auf Kundenhinweise reagiert und den betroffenen Mitarbeiter vom Dienst freigestellt", teilt Markus Lieb, Pressesprecher der Sparkasse Kulmbach-Kronach, mit.

Derzeit werde der Sachverhalt hausintern aufgeklärt. Zudem kooperiere die Sparkasse mit der Kriminalpolizei Coburg. "Sollten Kunden der Sparkasse Kulmbach-Kronach durch das Verhalten unseres Mitarbeiters ein nachweislicher Schaden entstanden sein, wird die Sparkasse diesen Schaden selbstverständlich umgehend erstatten", so Lieb. Die Sparkasse bittet betroffene Kunden daher darum, sich direkt an die Revision des Geldinstituts zu wenden.


Welche Strafe möglich ist

Sollte sich der Verdacht erhärten, könnte das Verfahren für den Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren zur Folge haben. So lautet jedenfalls die Höchststrafe, die das Gesetz für Untreue vorsieht. Alternativ ist auch eine Geldstrafe möglich.