Kronach
Wirtschaft

Sparkasse schließt Filialen in Windheim, Steinberg und Neuses

Die Sparkasse Kulmbach-Kronach schließt insgesamt sechs Filialen, drei davon im Landkreis Kronach.
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Die Sparkasse Kulmbach-Kronach schließt drei Filialen im Kreis Kulmbach. Foto: Archiv
Die Sparkasse Kulmbach-Kronach schließt drei Filialen im Kreis Kulmbach. Foto: Archiv
Die Sparkasse Kulmbach-Kronach schließt zum 1. August 2017 ihre Filialen in Windheim, Steinberg und Neuses. Im Landkreis Kulmbach sind die Filialen in Metzdorf, Melkendorf und Trebgast betroffen. Das teilte das Kreditinstitut am Donnerstag mit.

Demnach hat der Verwaltungsrat "in seiner gestrigen Sitzung nach intensiver Überprüfung auf Vorschlag des Vorstands Anpassungen im Geschäftsstellennetz und der Öffnungszeiten beschlossen. Dieser Schritt fällt uns sehr schwer, ist aber vor dem Hintergrund der notwendigen Wirtschaftlichkeit unserer Sparkasse unvermeidlich", heißt es in der Mitteilung. Die Nutzerzahlen der modernen Zugangswege zur Sparkasse wachsen weiter stark an, während gleichzeitig die Kundenbesuche in den Geschäftsstellen merklich zurückgehen, lautet ein Grund für die Entscheidung. Nicht zuletzt belaste die anhaltende Niedrigzinsphase die Ertragslage sehr stark, was die Sparkasse zum Handeln zwinge.

Die Sparkasse verweist darauf, dass mittlerweile über 50 Prozent ihrer Privatkunden und mehr als 75 Prozent der Geschäftskunden ein onlinefähiges Girokonto hätten - beides mit nach wie vor hohen Zuwachsraten. Die Internetfiliale der Sparkasse Kulmbach-Kronach werde pro Monat mehr als 2,3 Millionen Mal aufgerufen. Täglich gebe es mehr als 8800 Online-Banking-Anmeldungen.


Kunden wurden informiert

Laut Sparkasse wurden die Kunden über die Veränderungen informiert. Die betroffenen Orte müssen laut Sparkasse nicht gänzlich auf die Filiale verzichten, sondern werden mit der Mobilen Geschäftsstelle der Sparkasse angefahren.

"Unsere Mobile Geschäftsstelle ist seit 1. April 2015 erfolgreich im Einsatz. Um für unsere Kunden weiterhin vor Ort zu sein, ist die Mobile Geschäftsstelle die Alternative." Davon ist Vorstandsmitglied Harry Weiß überzeugt. Er und seine Vorstandskollegen bewerten die Schließung der insgesamt sechs Filialen daher als moderat, da die fahrbare Geschäftsstelle mindestens einmal pro Woche vor Ort sei.

Mit 29 Geschäftsstellen, sieben SB-Geschäftsstellen und zwölf Standorten der Mobilen Geschäftsstelle sei die Sparkasse Kulmbach-Kronach weiterhin mit einem der dichtesten Geschäftsstellennetze aller oberfränkischen Sparkassen in beiden Landkreisen vertreten.

Der für Windheim zuständige Bürgermeister Thomas Löffler (CSU) ist von der Entwicklung nicht begeistert. "Das ist natürlich schade. Damit geht in dem kleinen Ort wieder was verloren", spricht er Einrichtungen wie Metzger oder Bäcker an, von denen jeweils einer schließen musste. Durch die Schließung der Filiale müssen viele Bürger in Windheim weitere Wege in Kauf nehmen, was gerade mit Blick auf die älteren Einwohner nicht gerade ideal sei. Dennoch kommt die Entscheidung für Löffler nicht ganz unerwartet: "Wenn man sich die ganze Situation im Bankenwesen mit den Niedrigzinsen ansieht, musste man sie etwas eigentlich rechnen." Der Einsatz der Mobilen Geschäftsstelle sei nur ein schwacher Trotz und bei weitem kein gleichwertiger Ersatz.

Während Löffler über die Pläne der Sparkasse bereits im Laufe der Woche erfuhr, wusste Gerhard Eidelloth (CSU), Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Wilhelsthal, noch nicht Bescheid. Er verwies auf einen Termin mit der Sparkasse am heutigen Freitag. Gedanklich habe er sich auf etwas Derartiges zwar eingestellt, aber dennoch sei die Entscheidung "nicht glücklich". Seiner Meinung nach sei die Filiale in Steinberg noch vergleichsweise gut frequentiert gewesen. Auch für die Gemeindekasse, die in unmittelbarer Nachbarschaft im Rathaus untergebracht sei, sei dies eine unschöne Entwicklung. "Auch für uns war das immer ein kurzer Weg", so Gerhard Eidelloth, der aktuell in Vertretung von Susanne Grebner (SPD) das Amtsgeschäft führt.

Kronaches Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, zugleich Verwaltungsratsmitglied der Sparkasse, war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Erst Anfang 2015 hatte die Sparkasse Kulmbach-Kronach drei Filialen im Landkreis Kronach schließen müssen. Damals waren die Filialen am Kronacher Bahnhof, in Tschirn und in Schneckenlohe betroffen.
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