Kronach
Urteil

Sozialarbeit und Geldstrafe für Einbruch

Vier junge Leute, zwei Frauen und zwei Männer, sind gemeinsam in ein Sportheim im östlichen Landkreis Kronach eingebrochen. Zwei davon standen gestern in Kronach vor Gericht. Sie räumten die ihnen vorgeworfenen Taten ein.
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Wegen Einbruch - wie in diesem Symbolfoto - mussten sich die 17- und 19-Jährigen am Dienstag vor Gericht verantworten. Foto: Christopher Schulz
Wegen Einbruch - wie in diesem Symbolfoto - mussten sich die 17- und 19-Jährigen am Dienstag vor Gericht verantworten. Foto: Christopher Schulz
Eine 17-Jährige und ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Kronach mussten sich am Dienstag wegen Diebstahl und Körperverletzung vor dem Kronacher Amtsgericht verantworten. Die Anklage warf ihnen vor, in ein Sportheim im östlichen Landkreis eingebrochen zu sein und dort diverse Gegenstände entwendet zu haben. Dabei wurde ein Schaden von 620 Euro verursacht.

Der zweite Anklagepunkt, die Körperverletzung, betraf lediglich den 19-jährigen Mann. Er soll, gemeinsam mit einem Freund, einen anderen Mann zusammengeschlagen haben. Vor Gericht räumten beide ihre Taten ein. Richter Jürgen Fehn verurteilte die 17-Jährige zu 45 Sozialstunden und den 19-Jährigen zu einer Geldstrafe von 1250 Euro.

Die beiden Angeklagten erklärten, Mitte Mai dieses Jahres mit zwei Freunden auf einem Zeltplatz im östlichen Landkreis Kronach gezeltet zu haben. Im Laufe der Nacht kam einer ihrer Freunde auf die Idee, in das vom Zeltplatz nicht weit entfernte Sportheim einzubrechen.

Zwischen 2 und 3 Uhr gelangte der Freund der Angeklagten über das Badfenster ins Sportheim und öffnete von innen die Balkontür. "Währenddessen stand ich an der Straße und habe aufgepasst, ob jemand kommt", schilderte der Angeklagte. Die 17-Jährige, so erklärte sie vor Gericht, habe die Beute zusammen mit ihrer Freundin entgegengenommen: eine Fotokamera, mehrere Flaschen Schnaps, eine Bibel, einen Präsentkorb sowie 160 Euro Bargeld. Unter dem Diebesgut waren auch Geschenke, da zuvor ein Geburtstag in dem Sportheim gefeiert wurde.


"Falscher Freundschaftsdienst"

Die zwei Angeklagten wiesen vor Gericht darauf hin, dass der Einbruch nicht ihre Idee gewesen sei, sondern die des Freundes. "Sie haben hier einen falschen Freundschaftsdienst erwiesen", warf ihnen Staatsanwalt Matthias Schmolke vor.

Gegen den eigentlichen Initiator des Einbruchs, der derzeit in U-Haft sitzt, sowie die vierte Komplizin läuft ein gesondertes Verfahren. "Er hat sich in dem Sportheim schon ausgekannt und wusste auch, dass an diesem Abend eine Geburtstagsfeier stattfand", erklärte die 17-Jährige. Der Haupttäter sei bereits fünf Tage zuvor in das gleiche Sportheim eingebrochen, erläuterte Polizeihauptkommissar Klaus Sesselmann im Laufe der Verhandlung als Zeuge.

Insgesamt 19 mal soll er im ganzen Landkreis Kronach eingebrochen sein. Anfang nächsten Jahres wird sich der vermeintliche Einbrecher schließlich selbst vor Gericht verantworten müssen.

In der gestrigen Verhandlung wurde dem 19-Jährigen zudem vorsätzliche Körperverletzung zur Last gelegt. Am 1. Mai soll er einen anderen Mann geschubst und mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Wie bei dem Einbruch soll auch hier sein Freund der Haupttäter gewesen sein, der das Opfer gewaltsam auf den Boden drückte.

"Wir dachten, er hat unsere Freundinnen belästigt", erklärte der Angeklagte das Motiv für die Tat. Diese Annahme, so sagte er, stellte sich später jedoch als falsch heraus. Der Geschädigte wurde nach der Schlägerei ins Krankenhaus eingewiesen. "Sie sind über das Ziel hinausgeschossen", lastete ihm Staatsanwalt Matthias Schmolke an.

Mit der Strafe für den Angeklagten blieb Richter Jürgen Fehn unter der vom Staatsanwalt geforderten Geldstrafe von 2500 Euro. "Ich bereue die Taten", sagte der 19-Jährige abschließend. Die Jugendstrafe von 1250 Euro muss er nun an einen gemeinnützigen Verein zahlen.

"Sie beide spielten eher eine unwesentliche Rolle bei den Taten", resümierte der Richter. Gegen die 17-Jährige verhängte er 45 Sozialstunden.

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