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Schneckenlohe
Finanzen

Schuldenfreiheit in greifbarer Nähe

Der Schneckenloher Gemeinderat hat einstimmig seinen Haushalt verabschiedet. Sorgen bereitet der Pilzbefall der Gemeindekanzlei. Eine Sanierung ist unumgänglich.
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Von Außen nicht zu erkennen sind die erheblichen Schäden an der Gemeindekanzlei Schneckenlohe, für deren Sanierung der Gemeinderat einen Bau-Sachverständigen einschalten will. Verhindern möchte man einen Abbruch des Gebäudes, das eines der ältesten von Schneckenlohe ist. Foto: Herbert Fischer
Von Außen nicht zu erkennen sind die erheblichen Schäden an der Gemeindekanzlei Schneckenlohe, für deren Sanierung der Gemeinderat einen Bau-Sachverständigen einschalten will. Verhindern möchte man einen Abbruch des Gebäudes, das eines der ältesten von Schneckenlohe ist. Foto: Herbert Fischer
Ohne große Diskussionen wurde der Haushaltsplan bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates in der Gastwirtschaft Schüpferling verabschiedet. Zuvor hatte der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Mitwitz, Clemens Wicklein, das umfangreiche Zahlenwerk im Detail erläutert.

Der Verwaltungshaushalt schließt in den Ein-und Ausgaben mit 1 368 800 Euro ab, der Vermögenshaushalt beläuft sich auf 296 100 Euro. Wie der Kämmerer zu Beginn seiner Ausführungen betonte, kommt die Haushaltssatzung wie bereits im Vorjahr ohne Kreditaufnahmen aus und ist insgesamt genehmigungsfrei.

Im Verwaltungshaushalt sind Ausgaben für den Schulverband Weidhausen in Höhe von 40 000 Euro ausgewiesen, sowie für die Schulverbände Mitwitz und Schneckenlohe in Höhe von 66 000 Euro.
Dazu kommen noch Ausgaben für die Kindertageseinrichtungen in Höhe von 200 000 Euro, zu denen man einen Zuschuss von 109 500 Euro erhält.

Für den Bereich der kostenrechnenden Einrichtung "Entwässerung" errechnet sich nach dem Haushaltsplan ein Defizit von fast 22 000 Euro. Wesentlicher Grund hierfür ist die Betriebskostenumlage für die Abwasserbeseitigung, die an die Gemeinde Redwitz a. d. Rodach zu zahlen ist.

Die Einnahmen

Die wesentlichsten Einnahmen sind: Gemeindeanteil an der Einkommensteuer 363 100 Euro, Schlüsselzuweisungen 349 050 Euro, Entwässerungsgebühren 60 000 Euro, Gewerbesteueraufkommen 200 000 Euro, Abschreibungen und Verzinsung 7650 Euro, Grundsteuer A und B 83 400 Euro, Gebühren aus Wasserverkauf 32 000 Euro sowie übrige 273 600 Euro.

Dem stehen als Hauptausgaben gegenüber: Kreisumlage 362 300 Euro, Zuweisungen an Schulverbände 106 000 Euro, Zuführung zum Vermögenshaushalt 74 800 Euro, Gewerbesteuerumlage 50 000 Euro, Umlagen an Verwaltungsgemeinschaft 152 000 Euro.

Der Vermögenshaushalt sieht Investitionen von 233 600 Euro vor und liegt damit fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Hierzu gehören unter anderem 30 000 Euro für Spielgeräte für den Spielplatz des evangelischen Kindergartens "Arche Noah", 42 500 Euro für Straßensanierungen, Straßenbeleuchtung und Baugebiete, 30 000 Euro für Entwässerung, 70 000 Euro für den Breitbandausbau, sowie 37 400 Euro für die Sanierung der Gemeindekanzlei.

Größerer Spielraum

Der Schuldenstand zum 31.12.2014 betrug 763 000 Euro. Er kann in diesem Jahr auf 700 500 Euro abgebaut werden. Erfreulich sei auch, so der Kämmerer, dass sich der Schuldenstand in den nächsten Jahren kontinuierlich abbauen wird und Ende 2018 nur noch 513 000 Euro betrage. Dies werde eine etwas größere finanzielle Bewegungsfreiheit in den künftigen Haushalten mit sich bringen, so der Kämmerer.

Abschließend stellte Kämmerer Clemens Wicklein fest, das es für die Gemeinde Schneckenlohe unumgänglich sei, nach einer Pause wieder Geld im investiven Bereich einzusetzen. Der "Rücklagentopf" ist relativ gut gefüllt und macht es mit der Investitionspauschale möglich, die geplanten Investitionen ohne Kreditaufnahme durchzuführen. Sofern im Finanzplan keine wesentlichen Änderungen eintreten rückt die faktische Schuldenfreiheit in greifbare Nähe.

Vor der Gemeinderatsitzung besichtigte der Gemeinderat zusammen mit dem 1. Bürgermeister Knut Morgenroth das Gebäude der Gemeindekanzlei, bei der ein Pilzbefall aufgetreten ist und die derzeit nicht mehr als Dienstzimmer des Bürgermeisters genutzt werden kann.

Bei der anschließenden Beratung sprach sich der Gemeinderat einstimmig dafür aus, einen Bau-Sachverständigen zu Rate zu ziehen, der ein Gutachten erstellen soll, mit welchen Kosten bei einer Sanierung des Gebäudes zu rechnen ist. Es gehe nicht nur um die Beseitigung des Pilzbefalls, sondern um wesentlich größere Sanierungsarbeiten.

Der Gemeinderat müsse deshalb, so der Bürgermeister, klare Kenntnisse haben, bevor er eine Entscheidung trifft, ob es sich lohnt, das Gebäude zu sanieren. Auch wurde der Bürgermeister beauftragt, Erkundigungen einzuholen, ob es für eine Sanierung Zuschüsse gibt.

Umzug ins Lehrerzimmer

In diesem Zusammenhang informierte Bürgermeister Morgenorth den Gemeinderat auch darüber, dass die Gemeindekanzlei nach der Schließung der Grundschule ab August in das Lehrerzimmer umziehen werde. Hierfür sei allerdings der Kauf von neuen Büromöbeln erforderlich. Einen Raum in der dann leerstehenden Schule erhält auch die Volkshochschule Kronach für Kurse ab September.

Bürgermeister Morgenroth teilte außerdem mit, dass der Breitbandausbau für den Bereich Schneckenlohe bis Mai 2016 umgesetzt sein soll. Hierfür wird eine Glasfaserleitung ab Mödlitz verlegt.

Fertiggestellt sind die Bauarbeiten am Eingangsbereich des Feuerwehrgerätehauses in Schneckenlohe. Das Spielmobil des Kreisjugendringes kommt am 26.und 27. August nach Schneckenlohe. Keine Einwände hatte das Gremium gegen den Bauantrag von Lisa Doppel, Flurweg, auf Neubau eines Einfamilienwohnhauses.

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