LKR Kronach
Winter

Schönes Weiß, trügerisches Eis

Was den einen oder anderen Autofahrer ärgert, erfreut den Naturliebhaber. Das winterliche Weiß bedeckt die Landschaft und sorgt für ein ungewohntes Bild.
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Eiskalte Impression: Einen malerisches Bild bietet derzeit der Kronacher Stadtaufbau mit dem Blick auf die Festung Rosenberg.  Foto: Dominic Buckreus
Eiskalte Impression: Einen malerisches Bild bietet derzeit der Kronacher Stadtaufbau mit dem Blick auf die Festung Rosenberg. Foto: Dominic Buckreus
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"Wiebke", "Lothar", "Kyrill" und "Emma" sind die Namen, die bei vielen Menschen auch heute noch Gänsehaut aufkommen lassen. 2015 sorgte "Christian" nochmals für einigen Wirbel, heuer ist es "Axel", der für Aufregung sorgt. Es sind die Winterstürme, die über das Land fegten und ihre Spuren hinterließen. Im Gegensatz zu den erstgenannten hat sich Axel zumindest im Kreis Kronach zurückgehalten.

Umgeknickte Bäume etwa führten bis gestern Nachmittag noch nicht zu Einsätzen der Polizei oder der Feuerwehr. "Dafür müsste es wohl noch drei Tage durchschneien", vermutet ein Polizist der Kronacher Inspektion. Er geht davon aus, dass das auch damit zusammenhängt, dass vergangenes Jahr schon einige gefährdete Bäume gefällt wurden. Etwa in Steinberg. "Daher hält sich im Kreis alles noch in Grenzen."


Ins Schlingern geraten

Gerufen wurden die Beamten hauptsächlich wegen witterungsbedingter Unfälle. So kam in Weißenbrunn in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gegen 0.30 Uhr ein Golf-Fahrer links von der schneebedeckten Fahrbahn ab und krachte in die Leitplanke. Am Wagen entstand nach Angaben der Polizei ein Sachschaden in Höhe von etwa 2000 Euro. Wie hoch der Schaden an der Leitplanke ausfallen wird, muss dagegen noch festgestellt werden.
Gleiches passierte einer 26-Jährigen in ihrem Seat Ibiza am Dienstagnachmittag. Auf der Kreisstraße 3 fuhr sie von Wilhelmsthal kommend in Richtung Gifting, geriet auf der längst rutschigen Straße mit ihrem Fahrzeug ins Schlingern und fuhr schließlich nach rechts in die Leitplanke. Dabei wurde ihr Wagen sowohl vorne als auch hinten beschädigt. Der Sachschaden beträgt ungefähr 2500 Euro. Andere Fahrzeuge waren bei dem Unfall zum Glück nicht beteiligt.


Im Dauereinsatz

Anders sah dies am Dienstagnachmittag in Teuschnitz aus. Ein 37-Jähriger war auf der Kreisstraße 8 in Hasslach Richtung Steinbach am Wald unterwegs, als er in einer Rechtskurve ins Schleudern geriet. Er stieß allerdings nicht mit der Leitplanke, sondern dem entgegenkommenden Auto eines 55-Jährigen zusammen. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt, sodass es bei einem Sachschaden blieb. Die Polizei geht von rund 12 000 Euro aus.
Zwar befanden sich die Schneepflüge auch im Kreis Kronach im Dauereinsatz, kamen mit den Schneemassen aber noch gut klar. In den benachbarten Landkreisen oder in Unterfranken bot Tief "Axel" aber schon ein anderes Bild; zeitweise ging auf den Straßen und im Bahnverkehr gar nichts mehr.

Eine Warnung gibt es bei den kalten Temperaturen von den ehrenamtlichen Helfern der DLRG. "Im Moment sind die Eisflächen noch nicht zum Schlittschuhfahren geeignet, da das Eis noch viel zu dünn ist" warnt Richard Bär, Schwimmausbilder beim DLRG-Kreisverband Kronach. Vergangene Woche sei im Tosbecken (Auslaufbecken) der Ködeltalsperre von Tauchern der DLRG die Dicke des Eises gemessen worden. "Da waren es 1,5 bis zwei Zentimeter. Seitdem sind bestenfalls drei hinzugekommen. Das ist einfach zu dünn", sagt er. Nicht nur für Schlittschuhfahrer, sondern auch für Fußgänger. "Wenn die auf dem Eis laufen, fängt es an zu schwingen und bricht", erklärt der 70-Jährige.

Im Dezember wagte sich einer seiner Kollegen im Kronacher Freibad "Crana Mare" schon einmal probeweise aufs Eis - und brach bereits nach wenigen Trippelschritten ins eiskalte Nass.


Besondere Achtsamkeit

"Ehe man das Eis betreten kann, muss es noch viel kälter werden. Da bräuchten wir noch zwei bis drei Tage Dauerfrost", so Bär. Zehn Zentimeter würden genügen, um darauf laufen zu können. Vollkommen sicher sei es aber erst ab einer Dicke von 15 Zentimetern. "Dann kann man darauf auch Schlittschuhlaufen", sagt der ehemalige Vorsitzende des Kreisverbands.

Die DLRG in Bayern geht übrigens davon aus, dass vor allem ein großer Teil der Flüchtlinge in Bayern keinerlei Vorstellung von zugefrorenen Gewässern und deren Gefahren hat. Deshalb bittet die DLRG in Bayern die Bevölkerung: An zugefrorenen Gewässern brauchen Flüchtlinge unsere besondere Achtsamkeit.
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