Kronach
Jubiläum

Sandsteinwerkstatt auf der Festung Rosenberg

Die Sandsteinwerkstatt findet zum 20. Mal auf der Festung Rosenberg statt. Zehn Frauen und Männer lernen von Akademischem Bildhauer Heinrich Schreiber die Kunst der Bildhauerei. Wir zeigen in einer Bilderstrecke, was die Schüler vorhaben.
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Aus dem Sandsteinquader soll in den kommenden zwei Wochen ein "Nimrod" entstehen. Brigitte Bühler ist zum elften Mal bei der Sandsteinwerkstatt dabei. Akademischer Bildhauer Heinrich Schreiber gibt den zehn Schülern Tipps. Foto: Friedwald Schedel
Aus dem Sandsteinquader soll in den kommenden zwei Wochen ein "Nimrod" entstehen. Brigitte Bühler ist zum elften Mal bei der Sandsteinwerkstatt dabei. Akademischer Bildhauer Heinrich Schreiber gibt den zehn Schülern Tipps. Foto: Friedwald Schedel
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Ein klobiger Sandsteinquader steht vor Brigitte Bühler. Doch das bleibt nicht so. Die zierliche Frau schlägt mit Holzklüpfel und Meißeln kleine Stücke aus dem 100 Kilo schweren Steinbrocken heraus. In den kommenden zwei Wochen soll daraus ein "Nimrod" entstehen, angelehnt an den altorientalischen Helden und König gleichen Namens.

Dass aus dem unscheinbaren Stein auch wirklich ein Kunstwerk wird, darüber wacht Akademischer Bildhauer Heinrich Schreiber. Er schaut sechs Frauen und vier Männern, die seit Montag an der Sandsteinwerkstatt teilnehmen, über die Schulter und gibt ihnen Tipps.

Brigitte Bühler ist kein Neuling. Zum elften Mal ist sie bei der Sandsteinwerkstatt auf der Festung Rosenberg dabei. Auch sonst greift sie zu Hause in Unterrodach sehr oft zu Klüpfel und Meißel, um Steine zu bearbeiten. Dafür hat sie zwei Plätze: Einer davon ist hinter dem Haus. Wenn es regnerisch ist, dann wird auf dem geschützten Balkon am Stein gearbeitet. "Das ist fast wie eine Sucht", gesteht Brigitte Bühler mit einem verschmitzten Lächeln. Zahlreiche kunstvollen Ergebnisse dieser "Sucht" haben ein Plätzchen im Garten der Bühlers gefunden, andere werden an Freunde verschenkt, zum Geburtstag, beispielsweise.


"Schauen und Hauen"

Auch der "Nimrod" soll, wenn er in zwei Wochen fertig ist, ein gewichtiges Präsent werden. Doch bis dahin muss Brigitte Bühler noch ein gutes Drittel der 100 Kilo Sandstein entfernen. Dabei darf ihr kein Fehler unterlaufen. Ein Stückchen Sandstein zu viel abgeschlagen und sie hat ein Problem. "Dann muss ich nachdenken, wie ich das reparieren kann. Eventuell muss ich dann die ganze Partie tiefer in den Stein arbeiten," weiß die erfahrene Sandsteinwerkstatt-Schülerin.

"Schauen und Hauen", nennt das Heinrich Schreiber, der die Sandsteinwerkstatt zum 20. Mal durchführt. Dieses kleine Jubiläum würdigte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) und drückte seine persönliche Wertschätzung gegenüber dem Kronacher Ehrenbürger Heinrich Schreiber aus. Der habe die Werkstatt vor zwei Jahrzehnten ins Leben gerufen,bringe sich mit Herzblut ein und begleite das Arbeiten seiner Schüler in der ihm eigenen Art mit klaren Anweisungen und Vorgaben.

Tourismus-Chefin Kerstin Löw, die sich in die Organisation und Logistik einbringt, freute sich, dass man es geschafft habe, zum Jubiläum eine Schatten spendende Überdachung zu bauen. Sie schenkte jedem Teilnehmer eine Rose.

Akademischer Bildhauer Heinrich Schreiber blickte auf die Anfänge der Sandsteinwerkstatt zurück. Damals habe er zum 60. Geburtstag eine städtische Halle geschenkt bekommen. Dahin seien viele Bildstöcke und Fragmente, die er seit seinem 20. Lebensjahr zu Hause gesammelt habe, gekommen, ein Sandsteinmuseum sei entstanden.


Das Essen ist wichtig

Seine Schülerinnen und Schüler mahnte er: "So wichtig wie das Hauen ist auch das Schauen!" In den vergangenen Jahren hätten die Teilnehmer der Sandsteinwerkstätten schöne Erfolge erzielt. Seinen Beitrag dazu spielte er bescheiden herab: "Die Leute haben gearbeitet, ich war nur als Hebamme dabei." In Anbetracht der häufig sehr kleinen Steinteile, die aus den Brocken gehauen werden, bezeichnete er die Gruppe als "Gemeinschaft der staubigen Brüder und Schwestern". Wegen der schweißtreibenden und kräftezehrenden Arbeit am Stein stellte Schreiber auch die Bedeutung des Essens heraus: "Wir arbeiten zusammen und essen zusammen!" Dabei gibt es eine klare Arbeitsteilung: Die Frauen sorgen für das Essen, die Männer spülen ab.

Nach den Reden ging's flott wieder an die Arbeit. Die Meißel mussten geschärft werden, um die Steinquader bearbeiten zu können. Die Zeit drängt, denn in zwei Wochen müssen die kleinen Kunstwerke fertig sein.
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