Kronach — Mit seinem weißen Overal und einem Helm in gleicher Farbe gleicht Stephan Vasold ein bisschen einem "weißen Riesen". Schützt ihn die blütenweiße Kleidung vor giftigen Verschmutzungen, so ist ein kleiner schwarzer Kasten der wichtigste Ausrüstungsgegenstand des Poliers der Firma Umwelttechnik Heilit.
Dieses Messgerät erfasst selbst kleinste Mengen der Schadstoffe, die an der Säureharz-Deponie bei Birkach in der Luft liegen. Schlägt es Alarm, besteht jedoch nicht gleich Lebensgefahr.

Ausrüstung


Dann ist aber die zulässige Schadstoffkonzentration überschritten, der ein Mensch dauerhaft über einen achtstündigen Arbeitstag ausgesetzt sein darf. Dann müssen Stephan Vasold und seine Kollegen zu einem weiteren - schwarzen - Ausrüstungsgegenstand greifen: einer Schutzmaske.
Obwohl auch die Sachgebietsleiterin für Abfallwirtschaft beim Landratsamt Kronach, Susanne Knauer-Marx, regelmäßig an der Baustelle bei Birkach ist: Schutzkleidung muss sie nur tragen, wenn sie das kontaminierte Areal betritt.

"Wir gehen ins Erdreich"


"Wir haben keine Hochbaumaßnahme, sondern gehen ins Erdreich, in ein ,schwarzes Loch‘", erläutert sie, dass es dort bereits einige Überraschungen gegeben hat: rund 200 Ölfässer zum Beispiel. Einige hätten Lecks gehabt, so Knauer. Es sei jedoch nicht viel Erdreich verseucht gewesen. Die Fässer seien nun in abgedichteten Containern gesichert.
"Auf solche Fässer waren wir trotz eines Netzes an Probebohrungen bei der Erkundung der Deponie nicht gestoßen." Weil die Fässer sehr nahe an der Straße gefunden worden seien, habe man nun entschieden, auch unterhalb des Straßenkörpers nach Verunreinigungen des Erdreichs zu suchen. "Hierzu werden zunächst die Teerschicht abgefräst und an drei Stellen Schürfgrabungen gemacht." Von den Ergebnissen hänge ab, wie lange die Straße gesperrt werden müsse. Im besten Fall könne dies vier Wochen, längstens jedoch bis Ende April dauern.

Rettungsdienste sind informiert


"Da wir jedoch wissen, dass auch früher dort ein Weg war, hoffen wir, dass nur dorthin gefahren und das Säureharz und die Fässer ,nur‘ abgekippt worden sind", ist Susanne Knauer zuversichtlich, dass der Straßenunterbau nicht gänzlich ausgehoben und beseitigt werden muss. "Die Straßensperrung ist frühzeitig mit der Verkehrsbehörde abgesprochen worden. Die Rettungsdienste sind informiert und können ihre Wege zur Frankenwaldklinik umdisponieren", erläutert die Sachgebietsleiterin.