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Kronach
Public Viewing

Rudelgucken in Kronach: Auch die Kinder dürfen jubeln

Zweimal musste die Elf von Joachim Löw bislang um 21 Uhr antreten - und die Kinder pünktlich ins Bett. Gestern durften nun auch sie mitfiebern.
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Nach 29 Minuten war der Bann gebrochen und die Zuschauer in der Kühnlenz-Passage durften sich über das 1:0 freuen. Foto: Marian Hamacher
Nach 29 Minuten war der Bann gebrochen und die Zuschauer in der Kühnlenz-Passage durften sich über das 1:0 freuen. Foto: Marian Hamacher
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Plötzlich ist alles still. Nicht lange, ein fallender Bierbecher würde es in dieser Zeit wohl kaum von der Hand aus auf den Boden schaffen. Den Kopf in den Nacken gelegt, richten sich die Augen der Zuschauer gebannt auf die Großbildleinwand. Sieht Thomas Müller den besser postierten Mario Gomez? Er sieht ihn! Die nordirische Dauer-Mauer ist überwunden.

Nach 29 Minuten erlöst der Stürmer von Besiktas Istanbul durch seinen Treffer aus acht Metern nicht nur die mitgereisten deutschen Anhänger im Pariser "Parc des Princes". Auch die beim Public Viewing in der Kronacher Kühnlenz-Passage mitfiebernden Fans werden aus ihrem kurzen Moment der Starre gerissen. Die Bierbecher werden wahlweise versehentlich von den Sitzbänken gestoßen oder vor Freude in die Höhe gerissen - was der Formulierung "überschwappende Freude" gleich eine neue Bedeutung verleiht.


Durch die Reihen gewuselt

Auch beim dritten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft - die vor zwei Jahren zwar die Weltmeisterschaft gewann, marketingbedingt aber die ersten vier Silben ihres Namens verlor - ist die Kronacher Kühnlenz-Passage wieder gut gefüllt. Ein inzwischen bekanntes Bild. Doch etwas ist anders. Erstmals wuseln auch Kinder durch die Sitzreihen.

Matthias Porzelt (40) ist einer der Väter, die die frühe Anstoßzeit um 18 Uhr nutzen, um die Partie der deutschen Mannschaft zusammen mit dem Nachwuchs auf einem größeren Bildschirm als in den eigenen vier Wänden zu verfolgen. "Dominik hat das Spiel gegen Polen bis zur Halbzeit geschaut. Das war dann offenbar so spannend, dass er eingeschlafen ist", erzählt er. Der Sohn ist empört. "Nein, bin ich nicht", entgegnet der Sechsjährige, was Matthias Porzelt wiederum schmunteln lässt.

Für Franziska (5) und Katharina (8) Hauptmann reicht es hingegen selten für den Anpfiff. "Bei uns ist gegen 20 Uhr Schluss", sagt ihr Vater Thomas Hauptmann. "Da haben sie Pech gehabt, da ist der Papa rigoros." Und mit welcher Erwartung geht man so in sein erstes EM-Spiel, bei dem live mitgefiebert werden darf? "Ich hoffe auf viele Tore", sagt Katharina. Doch weder Mario Gomez noch einer der Spieler ihres Lieblingsvereins Bayern München, können ihr diesen Wunsch erfüllen. Weil die gleichzeitig spielenden Polen gegen die Ukraine aber auch nicht über ein 1:0 hinauskommen, reicht es für den ersten Platz in der Gruppe C - was besonders die jungen Fans freuen dürfte. Denn im Achtelfinale trifft die Elf von Bundestrainer Joachim Löw am 26. Juni nun auf einen Gruppendritten. Das Wichtigste: bereits um 18 Uhr!

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