Kronach
Verkehr

Rote Kelle für blaue Narren

Im Fasching ist der Griff zum Glas bekanntlich nicht weit. Dass dem nicht auch der Griff zum Lenkrad folgt, dafür appelliert die Polizei. Sie wird verstärkt Kontrollen vornehmen.
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Polizeioberkommissar Reinhard Silz hält hier zwar den leuchtenden Anhaltestab (eine Kelle hätten nur Maurer) aus dem Fenster. Wer am Fasching angehalten wird, bekommt dies jedoch über den Schriftzug am Autodach mitgeteilt.  Foto: Anja Greiner
Polizeioberkommissar Reinhard Silz hält hier zwar den leuchtenden Anhaltestab (eine Kelle hätten nur Maurer) aus dem Fenster. Wer am Fasching angehalten wird, bekommt dies jedoch über den Schriftzug am Autodach mitgeteilt. Foto: Anja Greiner
Wer auch nach dem Fasching noch was zu lachen haben möchte, der sollte in der allgemeinen Heiterkeit nicht vergessen, den Alkoholkonsum und das Autofahren strikt voneinander zu trennen. Drogen und Alkohol, das sind die Hauptursachen für Unfälle zur Faschingszeit, wie das Polizeipräsidium Oberfranken in einer Pressemitteilung erklärt.

Die Bilanz aus dem vergangenen Jahr mache deutlich, wie wichtig verstärkte Verkehrskontrollen in der närrischen Zeit sind. Allein in der letzten Faschingswoche 2013 wurden 37 alkoholisierte Fahrer aus dem Verkehr gezogen. Ungefähr die Hälfte war danach den Führerschein los. Gegen 17 wurden Bußgeldverfahren wegen des Verdachts auf Drogeneinfluss eingeleitet.

Auch in Kronach werde zur Faschingszeit selbstverständlich erheblich mehr kontrolliert, wie Heinrich Weiß, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion, betont. "Wir werden aber auch nicht nur nachts um drei kontrollieren. Wir kontrollieren auch mal gern um neun oder acht am nächsten Morgen", sagt Weiß.

Die meisten würden nach dem abendlichen Alkoholkonsum am nächsten Morgen auf dem Weg zur Arbeit nämlich nicht damit rechnen, kontrolliert zu werden. "Bei einer Abbauzeit von 0,1 bis 0,15 Promille in der Stunde können sie ausrechnen, ob sie sich morgens schon hinters Steuer setzen dürfen", sagt Weiß.

Neben einem Fahrverbot von mindestens einem Monat und mehreren Punkten in Flensburg, drohen Alkohol- und Drogensündern auch teils erhebliche Geldstrafen. Bei 0,5 Promille oder einem nachweisbaren Drogenkonsum sieht der Bußgeldkatalog eine Geldstrafe von mindestens 500 Euro vor. Außerdem gibt es vier Punkte und ein Fahrverbot von mindestens einem Monat. Entsprechend verdoppelt oder verdreifacht werden die Strafen bei Wiederholungstätern.

Wer mit mehr als 0,3 Promille oder im Drogenrausch in einen Unfall verwickelt wird oder 1,1 Promille und mehr Alkohol im Blut hat, muss sich vor Gericht verantworten. Neben dem Eintrag in die Verkehrssünderkartei erwartet ihn eine entsprechende Geldstrafe und meist einen neunmonatiger Führerscheinentzug.
Wer schließlich mit mehr als 1,6 Promille oder im Wiederholungsfall erwischt wird, für den schließt sich noch die Medizin-Psychologische Untersuchung (MPU) an.

Auch wer sich in der Faschingszeit nur auf zwei Rädern fortbewegt, macht sich strafbar, wenn er denn hinter dem Lenker mit 1,6 Promille oder mehr Platz genommen hat.


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