Kronach
Kultur

Rolf Miller hat für jede Lösung ein Problem

Seit Kurzem wissen Besucher des Gastspiels von Rolf Miller im generalsanierten Kreiskulturraum in Kronach unter anderem, warum eine Scheidung so teuer ist.
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Sinniert viel, bewegt sich wenig und redet langsam: Mit seinem Programm "Alles andere ist primär" gastierte Rolf Miller in Kronach.  Foto: Hans Franz
Sinniert viel, bewegt sich wenig und redet langsam: Mit seinem Programm "Alles andere ist primär" gastierte Rolf Miller in Kronach. Foto: Hans Franz
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Die Antwort, Rolf Millers Erklärung, ist ganz simpel: "Weil sie es eben wert ist." So die Meinung des Kabarettisten, wenn es um Scheidungen und deren Preis geht. Er hatte aber noch weitere Kuriositäten, Sprüche, Millersche Erklärungen parat - nicht nur zum Thema Scheidung.

Rolf Miller ist (in)direkt, ja schon hinterhältig, schreckt vor nichts zurück und trifft präzise ins Nervenzentrum, bei seinem aktuellen Soloprogramm "Alles andere ist primär".
Der 49-Jährige ist wohl Minimalist unter den Kabarettisten. Stuhl, Wasserflasche und Mikrofon reichen ihm, um ein abendfüllendes Programm auf die Beine zu stellen. Alles andere wäre ja primär.

Miller denkt schneller, als er formulieren kann. Mitten im Satz fällt ihm etwas anderes ein. Also mischt er beide Gedankengänge zusammen. Der gebürtige Walldürner deutet etwas an, schweift ab und verdreht, um sogleich punktgenau zu landen. Sprichwörter enden anders, als man sie kennt. "Reden ist Schweigen, Silber ist Gold."
Der Meister der unvollendeten Sätze gibt den Zuhörern auch Lebensweisheiten mit auf den Weg. So gebe es für jede Lösung ein Problem. Selbst wenn Rolf Miller einfach zu schweigen beginnt, verführt dies die Zuschauer zu Lachsalven und kräftigem Zwischenapplaus. Nach seinem Ausflug in Sachen Beziehungskiste mit dem Hinweis, dass sich Probleme in der Beziehung auf das Privatleben auswirken, sinniert er über direkte und indirekte Fehltritte seiner Zeitgenossen.


Fußballsprüche

Er selbst sei stolzer Besitzer eines Audis, schwarz mit vier Türen. Dabei lästert er über Mini Cooper und Smart. Nichts gegen diese Autos, aber die gehörten doch nicht auf die Straße, so seine Haltung. Vieles habe er der einstigen Fernsehsendung "Der siebte Sinn" zu verdanken. Da hieß es "Obacht im Straßenverkehr, dass kein Auto kommt".

Natürlich dürfen seine legendären Kumpels Achim, der jetzt Türsteher ist, und dessen Bruder Jürgen, der im Museum steht, damit der Picasso nicht vom Haken fällt, nicht fehlen.
In Sachen Fußball widmet sich der unter anderem mit dem deutschen Kabarettpreis ausgezeichnete Comedian der Bundesliga - und hier speziell dem Billardkopf Arjen Robben. Robben sei der erste Mensch, der Aufrecht eine Schwalbe hinbekomme.

Ab und zu warf Miller schnell einen witzigen Spruch ein. Beispiel: "Sagt der Ossi zum Wessi: Wir sind ein Volk. Sagt der Wessi: Wir auch!"


Angriff aufs Zwerchfell

Er sinniert viel über Geld. Früher habe er immer gedacht, Geld sei das Wichtigste im Leben. "Heute weiß ich, dass es stimmt." Man solle aber die Realität nicht mit der Wirklichkeit verwechseln.

Irgendwann ist nämlich der Spaß voll, und Rolf Miller hat erneut den empfindlichsten Teil seiner Zuhörer getroffen: das Zwerchfell. Er wollte keinen an diesem Abend unnötig beruhigen, sondern man sollte sich panikartig entspannen, so sein Ursprungsgedanke. Es kann das Fazit gezogen werden: Der Abend war vom Ding her einwandfrei. Erholung zwischen den Lachern? Gab es keine.
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