Kronach
Theater

Regisseur-Trio für die Rosenberg-Festspiele in Kronach

Die Stadt Kronach ist auf der Suche nach einer neuen Leitung für die Rosenberg-Festspiele fündig geworden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Stefan Haufe übernimmt die künstlerische Leitung der Kronacher Festspiele. Foto: privat
Stefan Haufe übernimmt die künstlerische Leitung der Kronacher Festspiele. Foto: privat
+2 Bilder
Ein bisschen war es am Montagabend wie in Alexandre Dumas' "Die drei Musketiere". Das Schicksal hat Stefan Haufe, Axel Weidemann und Anja Dechant-Sundby in einer schwierigen (Theater-)Zeit nach Kronach verschlagen. Schon nach ein paar Stunden wirkten sie wie eine kleine, verschworene Gemeinschaft. Die schwingt sich nun auf, die Festung mit ihren Ideen zu erobern. Das Trio wird die Leitung der Rosenberg-Festspiele übernehmen. Und Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) versprach nach der einmütigen Zustimmung des Stadtrats großes Kino für die Spielzeit 2017: "Das ist eine spannende Geschichte."


Team breiter aufstellen

Ein breit aufgestelltes Team sei das Ziel gewesen, erklärte Beiergrößlein, warum die Aufgaben von Heidemarie Wellmann - sie hatte die künstlerische Leitung und Regie nach der Saison 2016 nicht fortsetzen wollen - nun auf drei Schultern verteilt werden sollen. So soll "nach turbulenten Wochen" ein weiterer Neustart bei den Festspielen gemeistert werden.

Die Leiterin des Tourismusbetriebs, Kerstin Löw, führte aus, Lehren aus der "Sisyphos-Arbeit, die Frau Wellmann geleistet hat", gezogen zu haben. Durch eine Aufteilung der Verantwortung solle eine Überbelastung vermieden werden. Alle drei Neuzugänge werden Regie führen, Stefan Haufe zusätzlich die künstlerische Leitung übernehmen. "Er bringt die Fachkompetenz, Ruhe und Souveränität mit, die wir brauchen", lobte Löw den Oberhausener.

Uli Scherbel habe die Initialzündung gegeben, sich für die Kronacher Festspiele zu bewerben, berichtete der "für viele Dinge offene", neue künstlerische Leiter. Bei seiner Arbeit will er weiter stark auf die Kronacher im Team setzen. "Es ist mir ganz wichtig, den Bogen zu den Menschen hier zu spannen." Durch seine reichhaltige Erfahrung auf Freilichtbühnen habe er gute Kenntnisse, wie ein Theaterbetrieb mit Laienschauspielern organisiert werden kann.


Verschiedene Handschriften

Dass er zwei Weggefährten in der Regie bekommen hat, hält er für sehr gut, denn die drei vorgesehenen Stücke sollten möglichst auch drei unterschiedliche Handschriften erhalten. Eine Komödie dürfte dabei ebenso ein Standbein werden wie ein Kinderstück. Konkrete Titel konnte Haufe aber noch nicht nennen. Kerstin Löw unterstrich, dass das Kinderstück 2017 weiter herausgestellt werden solle. Auch will man das Programm von zuletzt 26 wieder auf 30 Aufführungen hochfahren. Dabei soll das bisherige Budget von rund 300 000 Euro im Verwaltungshaushalt bestehen bleiben.

Löw versprach weiterhin, dass die Festspiele auf der Bühne wie auf den Rängen in erster Linie ein in der Region verwurzeltes Theater bleiben sollen. Natürlich wolle man aber auf allen Ebenen neue Zuschauer gewinnen. Viel Zustimmung erntete das neue Leitungsteam auch seitens der Fraktionsvorsitzenden. Sie erhoffen sich eine Rückkehr der Festspiele in ruhigeres Fahrwasser und glauben das nun alle an einem Strang ziehen - wie bei den Musketieren.


Die Regisseure im Porträt

Stefan Haufe: Vier regionale und vier überregionale Bewerbungen gab es für die künstlerische Leitung der Festspiele. Am Ende setzte sich der 1963 in Oberhausen geborene Stefan Haufe durch. In Wiesbaden aufgewachsen, sammelte er am Hessischen Staatstheater erste Bühnenerfahrungen. Von 1985 bis 1992 war er als Tänzer aktiv und wurde als Choreograf ausgezeichnet. Nach verschiedenen Stationen in Nürnberg, Nordhausen und Schwerin wagte er den Sprung in die freiberufliche Tätigkeit. Er gilt inzwischen als ein ausgewiesener Fachmann für Freilichttheater.

Axel Weidemann: Der in Bergneustadt geborene Regisseur absolvierte seine Schauspielausbildung in Köln. Er war auf zahlreichen deutschen Bühnen zu sehen und bestritt Solo- und Kabarettprogramme. Für RTL, Sat 1 und SWR stand er vor der Kamera. Auch als Autor und Regisseur sammelte er Erfahrung. Jetzt möchte er beitragen "zu einem Spielplan, bei dem die Leute in alle drei Stücke kommen wollen".

Anja Dechant-Sundby: Die gebürtige Weismainerin wird in Kronach Regie führen. Diese Tätigkeit hat sie in Burghausen studiert. Als Regisseurin war sie in Glasgow tätig, ehe sie nach Hamburg ging. Dort arbeitete sie vor allem für Film und Fernsehen. Nun will sie in Kronach dazu beitragen, "an der Tradition weiterzuarbeiten und neue Impulse zu setzen".
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren