Kronach
Schultheater

Regisseur: Alle wuchsen über sich hinaus

Am Kaspar-Zeuß-Gymnasium ging die Situationskomödie "Herren im Haus" über die Bühne. Die Zuschauer kamen auf ihre Kosten.
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Maurizio (Leo Mertel, rote Krawatte) entlarvt seinen Sohn Filipetto (Johannes Ludwig, Mitte), der heimlich seine zukünftige Ehefrau Lucietta (Lisa Weigel, links daneben) kennenlernen möchte. Margarita (Anika Gräbner, links), Stiefmutter Luciettas, und Filipettos Tante Marina (Lilly Geißler, rechts) wussten von der Intrige. Foto: Kevin Mattes
Maurizio (Leo Mertel, rote Krawatte) entlarvt seinen Sohn Filipetto (Johannes Ludwig, Mitte), der heimlich seine zukünftige Ehefrau Lucietta (Lisa Weigel, links daneben) kennenlernen möchte. Margarita (Anika Gräbner, links), Stiefmutter Luciettas, und Filipettos Tante Marina (Lilly Geißler, rechts) wussten von der Intrige. Foto: Kevin Mattes
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Unterhaltung, Talent und Leidenschaft wurden vergangenes Wochenende am Kaspar-Zeuß-Gymnasium (KZG) groß geschrieben. Das Schultheater lud zur unterhaltsamen Situationskomödie "Herren im Haus" von Carlo Goldoni, welche im Venedig des 18. Jahrhunderts am Ende der Karnevalszeit spielt. Die Aufführung wurde seinem Genre mehr als gerecht: Die gesamte Vorstellung war von Gelächter begleitet und avancierte zum Publikumserfolg. Regisseur Rainer Gräbner gab sich beglückt: "Das war ein absolutes Sahnestück. Erstaunlich wie alle Darsteller und Darstellerinnen über sich hinaus gewachsen sind."


"Der Herr im Haus bin ich!"

Schnell wird deutlich, worum es in dem Stück geht: die Dominanz des männlichen Geschlechts. Der geplagte Familienvater Lunardo (Katharina Schwabe) verkörpert das typische Bild eines zornigen Mannes im 18.
Jahrhundert, der jegliche Form von Unterhaltung und Vergnügen ablehnt und sich als "Herr im Haus" aufspielt. Seine zweite Gattin Margarita (Anika Gräbner) bezeichnet ihn selbst als "ungehobelten Grobian", der ihr und seiner Tochter Lucietta (Lisa Weigel) etwas mehr Spaß und Freiheit gewähren solle. Stattdessen arrangiert Lunardo die Heirat Luciettas mit Filipetto (Johannes Ludwig), dem etwas unbedarften Sohn seines Kaufmannskollegen Maurizio (Leo Mertel). Symptomatisch für die Einstellung der beiden gestrengen Väter beschließen sie, dass sich Lucietta und Filipetto vor der Vermählung nicht sehen dürfen, um einen sittsamen Ablauf zu gewährleisten. Das "Geschäft" soll bei einem gemeinsamen Abendessen zum Abschluss gebracht werden, zu dem auch die befreundeten Kaufmannsehepaare Simon mit seiner Gattin Marina (Paul Steinke und Lilly Geißler) sowie Canciano mit seiner forschen Ehefrau Felice (Antonia Pfadenhauer und Stephanie Brand) eingeladen sind.
Filipetto ist über die bevorstehende Eheschließung nicht gerade begeistert und vertraut sein Trübsal Tante Marina an. Diese missbilligt Lunardos und Maurizios Vorhaben und verspricht Hilfe. Sie bespricht sich mit Felice, die auch der Meinung ist, dass sich das Paar vor der Hochzeit zumindest einmal sehen sollte.
So heckt Felice den Plan aus, dass sich Filipetto maskiert und in Person ihrer verheirateten Schwester aus Mailand in das Haus Lunardos schleicht, um Lucietta kennenzulernen. Auch wenn die Chemie von Anfang an stimmt, geht der Schuss gehörig nach hinten los: Lunardo und Maurizio entlarven die Tarnung Filipettos und die Situation eskaliert. Die drei Ehegatten erkennen, dass ihre Frauen das hinter ihrem Rücken eingefädelt haben. Nach eifrigem Wortgefecht kommt es letzten Endes doch zur Vermählung zwischen den liebäugelnden Lucietta und Filipetto, aber eines wollte Lunardo dennoch klarstellen: "Der Herr im Haus bin ich!" Erwähnenswert sind das Schauspiel der Dienerin Marinas (Anneke Münch) und die Gastrolle des Riccardo (Joseph Ludwig), der in unnachahmlicher Manier einen schmierigen Fremdling spielt. Die überzeugende und fesselnde Aufführung aller Vertreter der Schauspielkunst sorgte für einen gelungenen Abend.

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