Kronach
Radwege-Netz

Radfahrer richten Appell an Kreisstadt Kronach

Die ehemalige Bahnlinie zwischen Ruppen und dem Landesgartenschaugelände würde sich hervorragend als Radweg eignen, findet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club. Die Stadt Kronach wird daher aufgerufen, eine durchgängige Radwegeverbindung zu schaffen.
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Mit geringen Mitteln könnte die Stadt Kronach im Bereich der ehemaligen Bahnlinie zwischen Ruppen und dem Landesgartenschaugelände eine wichtige Geh- und Radwegverbindung schaffen, sind sich ADFC-Vorsitzender Michael Kestel (rechts) und Heinrich Gehring sicher, die hier einen Teilbereich mit ihren Rädern befahren. Foto: Rainer Glissnik
Mit geringen Mitteln könnte die Stadt Kronach im Bereich der ehemaligen Bahnlinie zwischen Ruppen und dem Landesgartenschaugelände eine wichtige Geh- und Radwegverbindung schaffen, sind sich ADFC-Vorsitzender Michael Kestel (rechts) und Heinrich Gehring sicher, die hier einen Teilbereich mit ihren Rädern befahren. Foto: Rainer Glissnik
Radfahren ist gesund, spart Energie und schont die Umwelt. Der ADFC hat deshalb einige Vorschläge gerade für die Kreisstadt, die bislang weit hinter der Entwicklung im Landkreis zurückliege. "Es wäre schön, wenn wir es schaffen würden, für die schwierigeren Zonen, wie die Obere Stadt und Festung sowie für Schwimmbad und Schulzentrum, eine sichere Zufahrt für Radler zu finden", wünscht sich der Vorsitzende des ADFC Kronach, Michael Kestel. Die Kronacher übernahmen bislang noch nicht das Radwegekonzept des Landkreises und der Straßenbauverwaltung für ihren Stadtplan.

In der Region um Kronach wurde in den vergangenen Jahren im Bereich der Radwege enorm viel geschaffen. "Angefangen hat das bereits mit Heinz Köhler als Landrat", erinnert sich Heinrich Gehring, der sich im ADFC engagiert.
Früher war er in der Straßenbauverwaltung tätig, war für Hof zuständig, leitete das Straßenbauamt Schweinfurt und war dann an der Regierung tätig.


Konzept entwickelt

Das Kronacher Landratsamt und das Straßenbauamt haben ein gemeinsames Radwegekonzept für den Landkreis entwickelt, wie Gehring informiert. "Es gibt noch einige Lücken, die man halt schließen muss", appelliert er an die Zuständigen. Manchmal müsse die Beschilderung verbessert werden, an einigen Stellen seien noch bauliche Maßnahmen erforderlich.

"Wir haben eine wunderschöne Landschaft, die mit dem Rad ganz anders als mit dem Auto erlebt werden kann", macht ADFC-Vorsitzender Michael Kestel deutlich. Vieles nehme ein Autofahrer gar nicht wahr. "Mit dem Rad kommt man auch in die schönsten Bereiche unserer Region." In der Stadt wären die Geschäfte und Behörden gut mit dem Rad anzusteuern. Allerdings sei es gerade in Kronach oft nicht leicht, diese markanten Punkte mit dem Rad sicher zu erreichen - seien es die Bahnsteige oder das Rathaus.

Mit geringen Mitteln könne der Bereich zwischen der Kulmbacher Straße und der Loewe-Brücke ausgebaut werden, ist sich Gehring sicher. Es wäre seiner Ansicht nach eine Verbindung von lokaler und sogar überregionaler Bedeutung. Auch für Fußgänger könnte die Innenstadt so mit der Industriestraße verbunden werden, gerade auch für Rollator- und Rollstuhlfahrer ein Fortschritt. Geschickt angestellt könne Kronach auch Fördermittel bekommen.


Schwierige Situation

Beim Kronacher Bahnhof sei es nicht nur für Radler schwierig, auf die Bahnsteige zu kommen, stellt Kestel fest. Fahrer von E-Bikes, Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer hätten große Probleme, am Kronacher Bahnhof den Bahnsteig zu erreichen. Ein Aufzug wie in Lichtenfels wäre enorm hilfreich. "Hier wären wir sehr dankbar, wenn Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein unseren Wunsch an die Bahn unterstützen würde", meinte Michael Kestel. Vor einigen Jahren sei es noch möglich gewesen, ebenerdig auf die Bahnsteige zu gelangen.

Die Stadt Kronach habe vor einiger Zeit die ehemalige Bahnlinie von Ruppen bis zum Bahnhof gekauft. "Diese Strecke wäre optimal für den Radverkehr nutzbar", betont Heinrich Gehring. Dabei gehe es nicht nur um die Freizeitgestaltung, sondern auch um die Nutzung des Fahrrads zum Einkaufen, zur Schule oder zur Arbeit. Auch touristisch gesehen wäre diese Verbindung hinaus ins Rodachtal interessant, denkt er. Ein Stück der Strecke beim Baumarkt habe die Stadt schon als Geh- und Radweg ausgewiesen. Weiter wäre es möglich, die Innenstadt mit dem Kreuzberggebiet zu verbinden. "Es wäre bestimmt finanzierbar und finanziell für die Kreisstadt verkraftbar", ist sich Heinrich Gehring sicher.

"Was unseren Landkreis für Radler so attraktiv macht, sind die langen Täler", stellt Gehring weiter fest. Im Haßlach-, Kronach- und Rodachtal könnten viele Kilometer ohne größere Steigungen gefahren werden. Wer Herausforderungen suche, komme auf den Querverbindungen auf seine Kosten oder könne weiter auf die Höhen hinauffahren.

Über Stadtsteinach und Untersteinach sei auch eine gute Anbindung an den Mainradweg geschaffen worden. Im Norden, bei Tettau, Tschirn und Nordhalben, gebe es den Anschluss an den Rennsteig-Radweg. Im Maintal gebe es Anschluss an einen europaweiten Radweg. "Wir leben am Rande eines ganz hochwertigen Radwegenetzes", betont Gehring.

Dazu kämen der Radbus, der Interessierte auf die Höhen hinauf mitnehme, sowie die Bahn. In der Regionalbahn zwischen Bamberg und Saalfeld sei die Fahrradmitnahme sogar kostenlos.

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