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Pressig
Schaden

Pressiger Kinder gehen zum Spielen ins Gasthaus

Bis Frühjahr 2015 wird der Herz-Jesu-Kindergarten saniert. Vor einiger Zeit wurde Schimmelbildung an den Wänden festgestellt.
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Der Kindergarten zieht ab 8. September vorübergehend in das ehemalige Gasthaus Klug/Weiß ein, das derzeit umgebaut wird.  Fotos: Karl-Heinz Hofmann
Der Kindergarten zieht ab 8. September vorübergehend in das ehemalige Gasthaus Klug/Weiß ein, das derzeit umgebaut wird. Fotos: Karl-Heinz Hofmann
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Für die Kinder des Herz-Jesu-Kindergartens in Pressig wird derzeit ein neues Zuhause geschaffen. Nach den Ferien müssen sie vorübergehend mit den umgebauten und sanierten Räumen des ehemaligen Gasthauses Klug/Weiß vorlieb nehmen. Der Kindergarten wird saniert.

Der Grund dafür ist ein vor einiger Zeit festgestellter Schimmelbefall an den Wänden des Gebäudes. "Eigentlich war es der eigenartige Geruch, der uns Anlass zu gründlichen Untersuchungen gab. Zu sehen war Schimmel nämlich nur geringfügig. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurden im Februar/März dieses Jahres Schimmelpilzsporen in der Raumluft und hinter den Gipskartonplatten an den Wänden gefunden.

"Keine Gesundheitsgefährdung"

Diese stellten aber keine Gesundheitsgefährdung für die Kinder und das Personal dar", fasst Pater Helmut Haagen Stellungnahmen verschiedener Fachbüros zusammen. Pater Haagen ist Pfarradministrator und zugleich der Vorsitzende des Trägers, der Katholischen Kirchenstiftung Herz-Jesu Pressig. "Seit Monaten wurde durch Filter und Raumluftreiniger versucht, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Eine Gesundheitsgefährdung für Kinder bestand zu keiner Zeit".

Die Katholische Kirchenstiftung als Träger des Kindergartens und die Marktgemeinde Pressig waren sich einig, der Sache auf den Grund zu gehen, um weitere Schäden auszuschließen. Daher wurden weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben und unter anderem Gutachten von Bauphysikern, Bauchemikern und Mikrobiologen erstellt.

Hierbei kam man zum Ergebnis, dass eine dauerhafte Beseitigung der Schimmelpilzsporen im Innenbereich nur mit einem Rückbau, auf nahezu Rohbauzustand, zu erreichen ist. Die Ferienzeit wird man nutzen um ein notwendig gewordenes Ausweichquartier im ehemaligen Gasthaus einzurichten. Zugleich wird auch eine Kinderkrippe integriert.

Die Gesamtkosten, einschließlich Umbau des Gasthauses, werden sich auf rund eine halbe Million Euro belaufen. Diese werden sich die Katholische Kirchenstiftung als Träger des Kindergartens und die Marktgemeinde Pressig je zur Hälfte teilen.

2001 generalsaniert

Das Kindergartengebäude wurde Ende der 60er-Jahre erstellt und erstmals 1970 von Kindern "bezogen". Eine Generalsanierung für rund 1,5 Millionen Mark wurde 2001 begonnen. Damals erhielt das Kindergartengebäude ein komplett neues Dach und die Zentralheizungsanlage wurde von Öl auf Gasheizung umgestellt und im Untergeschoss wurden Schäden, die durch Feuchtigkeit entstanden waren, beseitigt.

Die jetzt begonnen Sanierungsmaßnahmen sollen im Frühjahr 2015 abgeschlossen sein. Es kommt hinzu, dass eine neue Entlüftungsanlage eingebaut wird. Dadurch erhöhen sich die geschätzten Kosten, die bei 406 000 Euro lagen. "Wir werden wohl so zwischen 400 000 Euro und 500 000 Euro liegen", schätzt Kämmerer Heinrich Grebner vom Markt Pressig, der auch die Finanzen des Katholischen Kindergartens als Kindergartenbeauftragter mit verwaltet. "Staatliche "Zuschussmöglichkeiten werden geprüft, sodass sich die Kostenbelastung für die Kirchenverwaltung und den Markt Pressig reduzieren würde."

Der Marktgemeinderat stimmte einstimmig einer Beteiligung von 50 Prozent an den Gesamtkosten zu. An der anderen Hälfte der Gesamtkosten der Kirchenstiftung, werde sich das Erzbistum Bamberg mit 70 Prozent und die Katholische Kirchenstiftung mit 30 Prozent beteiligen.

"Die Katholische Kirchenstiftung rechnet mit 75 000 Euro Eigenanteil, was mit einem Darlehen aufgebracht werden muss. Das ist für eine kleine Kirchengemeinde wie die Herz- Jesu Pfarrei sehr viel Geld. Die dringend notwendige Pfarrhaussanierung wird für die Kirchengemeinde daher jetzt nicht möglich sein", bedauert Helmut Haagen.

Kämmerer Heinrich Grebner sei in der Elternversammlung vorgehalten worden, Informationen zu lange zurückgehalten zu haben. Aber eine frühere Information der Öffentlichkeit sei zum damaligen Zeitpunkt sachlich korrekt nicht möglich gewesen bekräftigt der Pater und betont, dass in keiner Phase von einer gesundheitlichen Gefährdung der Kinder ausgegangen werden konnte. Das habe auch das Landratsamt bestätigt. Sofort nach Feststellung des Schimmelbefalls sei man tätig geworden.

Ausweichquartier

Es wurde eine gute Übergangslösung zur Unterbringung der Kinder im Gasthaus Klug/Weiß, nur wenige Meter vom Kindergarten entfernt, gefunden und so können die Kinder ab 8. September in renovierte Räume ungestört von Baulärm oder Handwerkern spielen. Im Herz-Jesu-Kindergarten sollen unterdessen die Arbeiten zügig vorangehen.

Laut Alexander Hempfling vom Architekturbüro 3 D aus Kronach hat die Schimmelbildung verschiedene Ursachen. Einmal sei es ein falsches Lüftungsverhalten, das darauf zurückzuführen ist, dass man in einem Kindergarten nicht beliebig lüften könne, da im Winter auch bei schönen Tagen Kälte einzieht und am nächsten Tag beispielsweise Kinder erkrankt sein können, wisse man vom Kindergartenpersonal.

Der zweite Grund seien Unrichtigkeiten in der Außenwandabdichtung im Eingangsbereich über einem Lagerraum im Keller, was noch genau eruiert und lokalisiert werden müssen (dies könne eventuell von einem Kabelrohr kommen).

Kondeswasser hat sich gebildet

Die Hauptursache sehen die Gutachter in einem ungenügenden Anschluss der Dampfsperre an Rohrdurchführungen im Dachbodenbereich, so dass die Luft nach oben dringen kann. Dadurch bildete sich Kondenswasser bildete, das dann in den Raum zurückdrang, sich hinter den Rigipswänden sammelte und zur Schimmelbildung führte.

Um ganz sicher zu gehen, wird man nach der Dachsanierung auch eine zusätzliche Entlüftungsanlage einbauen. Diese wird stets Frischluft zuführen die über einen Wärmetauscher erwärmt wird und die verbrauchte Luft wird wieder abgesaugt. So ist eine optimale Zirkulation gesichert.

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