Kronach
Nationalpark

Politiker sehen Notwendigkeit des Naturschutzes - allerdings ohne Konzeptphase

Wie geht es weiter in der Diskussion um einen möglichen Nationalpark Frankenwald? Um das zu erläutern, kamen am Sonntag knapp 30 Kreisräte zusammen.
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Wie geht es weiter mit einem möglichen Nationalpark Frankenwald? Das ist momentan die große Frage mit der sich die Kommunalpolitiker auseinander setzen. Foto: Archiv
Wie geht es weiter mit einem möglichen Nationalpark Frankenwald? Das ist momentan die große Frage mit der sich die Kommunalpolitiker auseinander setzen. Foto: Archiv
Wie geht es weiter in der Diskussion um einen möglichen Nationalpark Frankenwald? Um diese Frage zu erläutern, trafen sich am Sonntagnachmittag Vertreter von CSU, SPD, Freie Wähler und der FDP auf Einladung der drei großen Fraktionen. Der Einladung sind knapp 30 Kreisräte gefolgt.

Oliver Skall, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, bezeichnete die Zusammenkunft als "gut und sinnvoll". Jede Fraktion habe ihre Gedanken vorgetragen. In Bezug auf die SPD erklärte Skall, dass ein Großteil gegen den Eintritt in die Konzeptphase sei - aus Angst, es gebe dann kein Zurück mehr. Deshalb seien die Sozialdemokraten nach wie vor für die Verlängerung der Dialogphase, um noch einige Details wie Zuständigkeiten zu klären. Grundsätzlich wolle die SPD das weitere Vorgehen im Kreisverband diskutieren, um mit den am Gespräch beteiligten Parteien eine gemeinsame Erklärung abgeben zu können.

CSU-Fraktionsvorsitzender Bernd Liebhardt sprach von einem Gespräch in einer "sehr konstruktiven, guten und lösungsorientierten Atmosphäre". Demnach gebe es ähnliche Leitlinien für Lösungsansätze. Welche das sind, wollte Liebhardt nicht sagen. Vielmehr verwies er auf eine gemeinsame Presseerklärung, die abgegeben werden soll.


Thema nicht ausschlachten

Auch Rainer Detsch (FW) verwies auf diese Pressemitteilung. Mit Blick auf diese Sitzung sprach er von einer außergewöhnlichen Situation. Er freut sich, dass dieses Thema parteipolitisch nicht ausgeschlachtet wird, sondern alle Beteiligten "so vernünftig unterwegs sind und das Beste für den Landkreis wollen". Dementsprechend warb er auch um Vertrauen in die Kommunalpolitik, die das Thema vernünftig mit einem fachlichen Hintergrund weiterverfolgen wird.


Voraussetzungen fehlen

Etwas deutlicher wurde MdL Jürgen Baumgärtner, der die "gute Atmosphäre" lobte. "Die Etablierung eines Nationalparks wird sehr kritisch gesehen, weil man die naturschutzfachlichen Voraussetzungen im Frankenwald als nicht gegeben sieht." Insofern habe man sich darauf verständigt, nicht in die Konzeptphase einzusteigen, sondern den Dialog in einer so genannten Perspektivphase zu vertiefen. Dabei wolle man ausloten, inwieweit ein Biosphärenreservat zu realisieren sei beziehungsweise welche Möglichkeiten es gibt, den Waldumbau zu fördern. Auch die Ansiedlung verschiedener Attraktionen zur Ankurblung des Tourismus sollten diskutiert werden. Unterm Strich wolle man dadurch vor dem Hintergrund des Naturschutzes und der wirtschaftlichen Entwicklung mit der Staatsregierung im Gespräch bleiben und signalisieren, dass die Tür nicht geschlossen sei.

Am 18. Juli ist jedenfalls ein wichtiger Stichtag. Dann nämlich tagt der Ministerrat in München und wird einen Beschluss zum "Dritten Nationalpark in Bayern" fassen. Bis dahin müssen die in Frage kommenden Regionen ihr Interesse bekundet haben - oder eben nicht. Ob der Landkreis Kronach dann noch mit von der Partie ist, wird sich zeigen.


Entscheidungsreife

Wie die Augsburger Allgemeine kürzlich berichtete, wird nach diesem Beschluss des Ministerrates in einem Zeitfenster von einem Jahr in Workshops und Arbeitsgruppen eine Entscheidungsreife herbeigeführt, welcher Standort am geeignetsten ist. Auch dann sei noch ein Ausstieg möglich, wie Vertreter des Ministeriums im Kreistag und Neuburger Stadtrat erklärt hatten. Dort stehen die Donau-Auen als möglicher Nationalpark zur Disposition.

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