Steinbach am Wald
Politik

Steinbachs zweiter Bürgermeister Christian Schulz tritt zurück

Der Steinbacher Christian Schulz hat am Mittwochnachmittag überraschend seinen Rücktritt als zweiter Bürgermeister und als CSU-Gemeinderat bekanntgegeben.
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Christian Schulz Foto: privat
Christian Schulz Foto: privat
14 Jahre sei er Gemeinderat gewesen, die letzten vier Jahre davon hatte er das Amt des zweiten Bürgermeistes inne, so Christian Schulz bei einem Gespräch. Er habe sein Mandat intensiv gelebt. Er sei mit Leib und Seele Steinbacher und er wisse seine Heimat zu schätzen. Während der 54-Jährige spricht merkt man, dass ihm seine Entscheidung nicht leicht gefallen ist.

Schulz erklärt, dass er seine Heimat aktiv mitgestalten wollte. "Ich wollte nicht nur reden, sondern auch wirklich etwas tun!". Das sei damals für ihn Antrieb gewesen, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren.
"Den Schulz", den kennen alle Bürger der Gemeinde Steinbach am Wald. Bei den Feuerwehren ist er eine Institution. Seit über 20 Jahren übt er das Amt des Kommandanten bei der Steinbacher Wehr aus. Er fungierte mitunter als Schnittstelle, wenn es beispielsweise um die Zusammenarbeit der Ortsteilfeuerwehren ging oder darum, die Belange der Feuerwehrkameraden in der Gemeinde vorzubringen.

Schulz ist einer, der sich nicht scheut, Verantwortung zu übernehmen. Er koordinierte hinter den Kulissen im vergangenen Jahr zusammen mit dem Bürgermeister Klaus Löffler die Rennsteigmesse. Sein Rat war gefragt, wenn es um den Ausbau des Freizeit- und Tourismuszentrums ging. Er war Projektleiter beim Thema "Bürgerbus". Und erst in der letzten Gemeinderatssitzung sprach er die Notwendigkeit eines Leerstandsmanagements an. "Wenn ich was mache, dann will ich vorne sein", meint der Friseurmeister.

Sein Bürgermeister habe es ihm leichtgemacht, lobt Schulz seinen "Boss". Klaus Löffler habe ihm viele Freiräume bei seiner kommunalen Arbeit gegeben. Trotz allem habe er aber gerade in den letzten Wochen gemerkt, dass er gesundheitlich an seine Grenzen stößt, dass er nicht abschalten kann von der Kommunalpolitik.

"Es war eine hervorragende Zusammenarbeit und ein optimales Zusammenspiel zwischen dem ersten und zweiten Bürgermeister", so Klaus Löffler. Betroffenheit, aber auch Verständnis war seiner Stimme zu entnehmen. Es verbinde ihn mit Schulz eine enge Freundschaft. "Schulz hat einen tollen Job gemacht!". Wichtig sei nun seine Gesundheit und seine Familie.

Wie es nun mit der CSU in Steinbach am Wald weitergeht, wer sein Stellvertreter wird und möglicher CSU-Bürgermeisterkandidat, darüber äußerte sich Löffler nicht. Es wolle seiner Fraktion nicht vorgreifen, bat er um Verständnis. Fakt sei aber, dass der Rücktritt von Schulz ein Verlust für die CSU sei.

"Ich habe kaum Informationen", so der stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzender, Thomas Löffler (Windheim). Er spricht von einer neuen Situation und notwendigen Personalentscheidungen, die in einer Sitzung getroffen werden müssen. Potentielle Bürgermeisterkandidaten habe die CSU einige vorzuweisen, meinte er. Im Hinblick dessen, dass der geschäftsführender Beamter Thomas Kotschenreuther als Bürgermeisterkandidat gilt, vertritt Löffler die Auffassung, dass ein stellvertretender Bürgermeister und Bürgermeisterkandidat nicht unbedingt eine Personalie sein müssen.

"Wir haben noch keinen 1. April", reagierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Neubauer auf den Rücktritt von Christian Schulz. Er habe in den letzten Monaten viel mit Schulz zusammengearbeitet. In diesem Zusammenhang erwähnt Klaus Neubauer die aktuellen Vorbereitungen anlässlich des 50. Geburtstages von Klaus Löffler im Juli, die Rennsteigmesse 2015, die Dorfweihnacht - die im vergangenen Jahr zum ersten Mal aufgrund der Initiative von Schulz gegenüber der Wehrkirche, am Milchhäusla stattfand.

Es gab keinerlei Anzeichen, dass der zweite Bürgermeister sein Amt niederlegt. Neubauer spricht von einem Verlust für die CSU Steinbach am Wald.

Ob es denn nun - nachdem mit Schulz ein potenzieller Nachfolger für das Amt des Bürgermeisters weggefallen ist - für die SPD-Fraktion leichter sei, im Falle einer Wahl von Klaus Löffler zum Landrat, einen SPD-Kandidaten durchzubringen, darüber wollte sich Neubauer nicht äußern. "Wir müssen uns erst mal selbst innerhalb unserer Fraktion klar werden!"
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