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Kronach
Mission

Pater fliegt mit Schülern "seelisch" nach Uganda

Keine fünf Minuten brauchte Roberto Turyamureeba bei seinem Besuch an der Siegmund-Loewe-Schule in Kronach, um die Neuntklässler für sich einzunehmen.
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Roberto Turyamureeba "demonstriert" an Lena, wie man sich in Uganda begrüßt.  Foto: Heike Schülein
Roberto Turyamureeba "demonstriert" an Lena, wie man sich in Uganda begrüßt. Foto: Heike Schülein
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Herzlich umarmt Roberto Turyamureeba die Neuntklässlerin Lena. "Buhoro, buhoro, buhoro gye!", sagt er. "Eego", erwidert die Schülerin freundlich. "Agandi?", fragt der Pater; worauf das Mädchen mit "Nimarungi" antwortet. In Uganda bedeutet dieses Begrüßungszeremoniell in etwa "Schön, dich zu sehen" und "Wie geht's dir?" mit den Antworten "Ich freue mich auch, dich zu sehen" sowie "Es geht mir gut und dir?". Die Umarmung gehört zu einer ganz normalen, herzlichen Begrüßung in Uganda dazu.

Der Missionar fordert nun alle Neuntklässler auf, es ihm gleich zu tun und ihre Sitznachbarn entsprechend willkommen zu heißen. Gerne kommen sie dem nach. Plötzlich sieht man jede Menge Umarmungen und noch mehr lachende Gesichter.

Keine fünf Minuten brauchte der Pater bei seinem Besuch an der Siegmund-Loewe-Schule, um die Schüler für sich einzunehmen.
Und auch sonst liefen die beiden Schulstunden anders ab, als es sich die meisten Neuntklässler wohl vorgestellt hatten.

Seit März 2013 ist der in Uganda geborene Geistliche auf Initiative von Erzbischof Ludwig Schick Mitarbeiter im Referat "Weltkirche" im Erzbischöflichen Ordinariat. In der Fastenzeit berichtet er in Pfarrgemeinden und Schulen über seine Heimat, dem Schwerpunktland der diesjährigen Misereor-Fastenaktion.

Quicklebendig, immer einen flotten Spruch auf den Lippen und nie um eine schlagfertige Antwort verlegen, suchte der Missionar von Anfang einen lebendigen Austausch mit den Schülern.

"Ich komme gerne mit jungen Menschen wie euch ins Gespräch. Ihr seid die Zukunft unserer Gesellschaft und unserer Kirche", so der studierte Religionspädagoge, der mit den Jugendlichen, wie er sagte, "seelisch" nach Uganda fliegen wolle. Und diese Reise nach Afrika hatte es in sich.

"Das Motto "Mut ist, zu geben, wenn alle nehmen" der diesjährigen Misereor-Fastenaktion hat das Ziel, die Solidarität mit Menschen in anderen Erdteilen voranzubringen", erklärte Turyamureeba bei der Vorstellung des Hilfswerks und des Jahresthemas.

2014 gehe die Fastenaktion die Ursachen des weltweiten Hungers an und befasse sich mit der Frage, wie unser Lebensstil mit den Lebensbedingungen der Menschen in den Ländern des Südens zusammenhängt. Damit wolle Misereor auf aktuelle Projekte hinweisen, bei denen bereits erfolgreich Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wird.

Anschaulich vermittelte er sein Wissen über Uganda mit seinen 35,6 Millionen Einwohnern, von denen 87 Prozent Christen sind. Dabei stellte er die Frage, was jeder einzelne tun könne, damit es den Menschen dort besser geht. Die Neuntklässler hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dabei fragten sie beispielsweise nach seinem Werdegang und seiner Kindheit.

Gemeindereferent Martin Förtsch hatte die Neuntklässler sowie Turyamureeba willkommen geheißen. Der Besuch des Paters, zu dem Religionslehrer Alfred Zwosta den Kontakt hergestellt hatte, sei eine wertvolle Ergänzung zum derzeitigen Religionsunterricht-Thema "Kirche und was sie tun soll".

Seit vielen Jahren zeige die Realschule II großes Engagement beispielsweise durch den alljährlichen Sponsorenlauf und die Solibrot-Aktion, deren Erlös heuer Uganda zugute kommt.

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