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Kronach
Tradition

Ober-Bürgermeister erhält die Goldene Kette

Am Sonntag zur Mittagszeit zog ein wackerer Zug Historischer in die Obere Stadt. Dort wohnten sie einer Zeremonie in Würdigung ihrer Vorfahren bei.
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"Ich bin stolz auf Kronach und unsere Bürger", sagte Ober-Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, nachdem er die Güldene Kette und den spanischen Habit erhalten hatte.  Foto: Heike Schülein
"Ich bin stolz auf Kronach und unsere Bürger", sagte Ober-Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, nachdem er die Güldene Kette und den spanischen Habit erhalten hatte. Foto: Heike Schülein
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Der 30-jährige Krieg: Kronach wird ein ums andere Mal belagert, die Pest wütet, die Bevölkerung erleidet großen Hunger. Doch die Bürger sind standhaft - die Männer ebenso wie ihre tapferen Frauen. Für diese Treue und Langmut erhält die wackere Bevölkerung von Fürstbischof Melchior Otto, Voit von Salzburg, das neue, adelige Stadtwappen.

Das Wappen, das seit 1654 die Spitze der Melchior-Otto-Säule ziert, spiegelt den Mut der Bevölkerung durch die Schildhalter symbolisch wider. Als Schildhalter fungieren zwei Männer, die ihre abgezogene Haut unter dem Arm tragen. Sie erinnern an vier Kronacher, die 1632 bei einem Ausfall, bei dem sie mehrere Kanonen der Belagerer unbrauchbar machten, von den Schweden gefangen genommen und geschunden wurden.


Die Güldene Kette und der Spanische Habit wurden überreicht

Zudem wurde vom bambergischen Landesherrn der (Ober-) Bürgermeister mit einer "Güldenen Kette sowie die Ratsherren mit dem spanischen Habit bedacht. "Es ist im ganzen Land bekannt, mit welcher Tapferkeit die Kronacher im 30-jährigen blutigen Krieg den Feinden Widerstand geleistet haben", würdigt Melchior Otto, in seiner vom Stadtvogt Hans Götz am Sonntag verlesenen Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1651.

Trotz Feuerschießen und Stürme, äußerster Gewalt und unerhörter Tyrannei der Feinde, die sogar einige treue Kronacher Männer peinigten und lebendig schundeten, hätten sie ihren Treueschwur eingehalten und sich nicht von ihrer Bistumsreligion abbringen lassen. Vielmehr hätten sie mit Langmütigkeit ausgeharrt, bis der ermattete Feind seinen Mut und seine Kräfte verloren habe und resigniert abgezogen sei.

Zum ewigen Gedächtnis an die tapfere Bevölkerung wurde nunmehr erneut Ober-Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein die "Güldene Kette" und der Spanischen Habit übergeben, was dieser unter lautstarkem Jubel des historischen Volkes annahm. Hierzu hatten sich an der Melchior-Otto-Säule auch die Viertelmeister Stefan Wicklein, Markus Steller, Jens Schick und Jürgen Ditsche sowie Kastner Richard Chalupa eingefunden. "Ich bin stolz auf Kronach, ich bin stolz auf die Bevölkerung", sagte der derart Geehrte angesichts der Tapferkeit der Vorfahren, an die er diese hohe Ehre symbolisch weitergab.

Am Morgen hatten die Historischen am Fest-Gottesdienst des Dekanatskirchentags auf der Seebühne im Landesgartenschaugelände teilgenommen, bevor sie in einem gemeinsamen Zug zum Melchior-Otto-Platz gezogen waren. Die Zeremonie wurde von den Spielleuten der Gruppe "Drachenmond" umrahmt.

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