Der Gemeinde Stockheim steht ein außergewöhnliches Ereignis bevor: Am 15. und 16. September wird eine 50-köpfige Delegation der 1500 Einwohner zählenden österreichischen Partnergemeinde Mühlbach am Hochkönig unter der Leitung von Bürgermeister Hans Koblinger in den Frankenwald reisen, um mit den Stockheimern das zehnjährige Partnerschaftsjubiläum zu begehen. Gleichzeitig findet an beiden Tagen das Bergmannsfest statt.

Der Auftakt der Festlichkeiten erfolgt am Samstag, 15. September, 13.30 Uhr, im Bereich der ehemaligen Katharinazeche mit Führungen auf dem Bergbau-Erlebnispfad, mit Besichtigung des bergmännischen Magazins im Bauhof sowie des Schaustollens des Knappenvereins. Bereits ab 14.30 Uhr werden Kaffee und Kuchen angeboten.

Konzert und Parade am Wochenende


Ab 17 Uhr erfreut die Bergkapelle Mühlbach, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen in einem großen Rahmen feiern konnte, mit einem Standkonzert. Die Stockheimer Bergmannskapelle hatte ebenfalls das Fest in der Partnergemeinde musikalisch bereichert. Eingeplant sind außerdem am Samstag die Vorführung des Steinkohlenabbaus am Originalplatz sowie die Entzündung eines Steinkohlefeuers. Um 19 Uhr treffen sich im Festzelt die Mühlbacher und Stockheimer zum Festkommers. Die musikalische Unterhaltung obliegt dem Musikverein Neukenroth.

Der Sonntag wird um 8.30 Uhr mit der Kirchenparade ab dem Dorfplatz eingeleitet. Der anschließende Festgottesdienst findet im Gotteshaus St. Wolfgang statt. Anschließend bewegt sich die Bergparade zum Festplatz. Ab 10 Uhr spielt die Bergmannskapelle Stockheim beim Frühschoppen auf. Besichtigungsmöglichkeiten bestehen im bergmännischen Magazin sowie im Schaustollen. Eine Begehung der Berghalde mit Haßlachblick ist auch möglich. Vorführungen der Bogenschützen ab 14 Uhr im Bereich der Rentei runden das Veranstaltungsprogramm noch ab. Der Festausklang ist gegen 16 Uhr. An beiden Tagen steht den Kindern eine Hüpfburg zur Verfügung.

Partnerschaft seit 2002


Im Jahr 2002 erfolgte mit den Bürgermeistern Hans Koblinger (Mühlbach/Hochkönig) und Albert Rubel (CSU) die offizielle Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens. Insbesondere der Bergbau verbindet beide Kommunen. Während im Frankenwald über 400 Jahre Steinkohle abgebaut wurde, haben die Mühlbacher seit gut 4000 Jahren in über 1600 Metern Höhe nach Kupfer gegraben. Spuren und Funde weisen auf ein 1700-jähriges, prähistorisches Industriezentrum hin, das in der Zeit von 2000 bis 300 vor Christus seine Blütezeit erreichte. Das Kupfer der 3600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra in Mitteldeutschland stammt aus dieser Gegend. Während in Stockheim bereits 1968 das letzte "Glückauf" in der Katharinazeche ertönte, haben in der österreichischen Partnergemeinde noch 300 Knappen bis 1977 unter Tage gearbeitet.

Mit dieser Kontaktaufnahme ergaben sich für die Stockheimer interessante Perspektiven, denn das 500 Kilometer entfernte Mühlbach am Hochkönig im Pongau ist mit seiner majestätischen Bergwelt ein reizvolles Reiseziel. Durch rechtzeitige Umstrukturierung gelang der einstigen Bergbaugemeinde der Sprung zum attraktiven Fremdenverkehrsort mit 2300 Gästebetten. Über 200.000 Übernachtungen jährlich beweisen deutlich den hohen Stellenwert des Fremdenverkehrs, insbesondere in den Wintermonaten mit 39 Liftanlagen.