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Pressig
Freitag, der 13.

Nur mit den Fotos hatten die Heppners aus Pressig Pech

Die Bilder von ihrer Hochzeit sind dunkel, verwaschen und unansehnlich. Ansonsten war die Heirat am Unglückstag, einem Freitag, den 13., jedoch ein gutes Omen für die Heppners aus Pressig.
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Nur bei den Hochzeitsfotos hat sich Freitag, der 13., als ein Unglückstag erwiesen. Doch die Heppners sind sich einig: lieber verkorkste Bilder und eine gute Ehe als andersrum. Foto: Marco Meißner
Nur bei den Hochzeitsfotos hat sich Freitag, der 13., als ein Unglückstag erwiesen. Doch die Heppners sind sich einig: lieber verkorkste Bilder und eine gute Ehe als andersrum. Foto: Marco Meißner
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Bei einem Blick auf ihre Hochzeitsfotos müssen die Heppners schmunzeln. Auf dem einen sieht man etwas vom Brautkleid, dafür ist der Kopf nicht drauf. Auf dem anderen ist die Limousine zu erkennen - nur ein wenig dunkel. "Und der Rest schaut eben wie bunte Flecken auf Schwarz aus", sagt die 27-jährige Christiane Heppner. Dass ihr und ihrem Mann Michael (28) die Hochzeit und auch das ganze Drumherum trotzdem sehr bildlich im Gedächtnis haften geblieben sind, liegt daran, dass sie sich einen besonderen Tag ausgewählt haben - und dieser Termin nicht überall auf Verständnis gestoßen ist.

"Das ist doch ein Unglückstag", hätten die beiden immer wieder von Verwandten zu hören bekommen, nachdem sie sich zunächst nur "aus Jux und Tollerei" auf den 13. September 2013 als Hochzeitstag festgelegt hatten. Und dass die Ehe im gleichen Jahr besiegelt werden sollte, in dem es einen Todesfall in der Familie gegeben hatte, hat vor allem die Älteren zweifeln lassen. Christiane Heppner erinnert sich noch lebhaft an die Unkenrufe: "Kinder, das geht doch nicht!" Heute lacht sie darüber und meint: "Wir haben bewiesen, dass es doch geht!" Und die Jüngeren in der Familie hätten es sogar richtig cool gefunden.

Die beiden Eheleute und Eltern der heute dreijährigen Kim-Josephine haben sich nicht beirren lassen - wie so oft. Denn obwohl sie im Alltag ziemlich bodenständig sind, brechen sie gerne mal mit den Konventionen und Traditionen, wenn es um Feste und Feierlichkeiten geht. Da gibt es zum Beispiel den Weihnachtsbaum, an dem Faschings-Luftschlangen das Lametta ersetzen, oder den 25. Geburtstag, den man einfach so ignoriert. Ein bisschen schräg, aber so mögen es die beiden eben.


Ein Erlebnis ohne Bilder

"Wir wollten für die Hochzeit einen Tag, an dem sonst keiner heiratet. Nicht irgendwie den 8. 8. oder so", unterstreicht Michael Heppner, auch bei diesem Fest eigene Wege eingeschlagen zu haben. So waren er und seine Frau, soweit sie wissen, das einzige Paar im Landkreis, das an diesem Tag geheiratet hat. Sogar ihre Wunschzeit für die Trauung konnten sie daher (fast) frei wählen. Nur um 13 Uhr hat es nicht geklappt. Letztlich wurde es nachmittags um drei. "Da haben wir dann doch zumindest wieder eine Drei drin", schmunzelt Christiane Heppner über diesen "Teilerfolg". Als die Braut dann aber in traditionellem Weiß heiraten wollte, hätten die Geschwister ihr Veto eingelegt. Wenn man schon am 13. heirate, dann müsse man das konsequent durchziehen, blickt Christiane Heppner zurück. Das Resultat: Es wurde eine schwarz-weiße Hochzeit.

Leider ist davon nicht mehr viel zu sehen. Die Bilder sind eben fast alle nichts geworden. Doch die Heppners tragen dieses Pech vom vermeintlichen Unglückstag mit Humor. Viel wichtiger sei, dass die Ehe funktioniert. Und da freut sich Michael Heppner: "Bis jetzt läuft alles wunderbar" - trotz Freitag, dem 13.
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