Nordhalben
Diskussion

NohA hält Regenüberlaufbecken für falschen Weg

Die Bürgerinitiative NohA hatte die Nordhalbener zu einer Gesprächsrunde mit dem Thema "Alternativen zum Regenüberlaufbecken (RÜB)" ins "Haus des Gastes" eingeladen. Etwa 100 Interessierte kamen.
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Otmar Adler
Otmar Adler
Moderator Horst Wolf konnte nicht nur Marktgemeinderäte, sondern auch die Hauptinitiatoren einer Suche nach Alternativlösungen für das RÜB, Gerhard Schneider, Michael Pöhnlein und Ludwig Pötzinger, sowie für NohA Otmar Adler und Karl Roth begrüßen. Als Gast referierte Otto Heimbucher vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Nürnberg.

Otmar Adler stellte klar, welche Rolle NohA in der Diskussion einnehmen will: "Wir möchten hier für und nicht gegen die Gemeinde tätig sein." Im Lauf der Zeit sei das Verständnis für die Notwendigkeit eines RÜB mit einem Kostenaufwand von weit über einer Million Euro in Schrecken umgeschlagen. Bei aller kontroversen Diskussion sei zwischenzeitlich klar geworden, dass der Bau eines Regenüberlaufbeckens der Weg in die falsche Richtung sei. Leider sei nur ein kleiner Teil des Gemeinderates bemüht, Licht in diese Sache zu bringen.
"Ebenso ist uns völlig unverständlich, warum der Bürgermeister und ein Teil der Gemeinderäte hier die Zusammenarbeit mit NohA aufgekündigt haben. Es geht doch um unser aller Geld. Man kann doch nicht bauen bevor gründlich geplant worden ist", so Adler.

"Für den Bürger vermittelbar"

In seiner Rückschau verwies Horst Wolf darauf, dass einem Schreiben an Landrat Oswald Marr (SPD) eine Einladung zu einer hochkarätig besetzten Gesprächsrunde gefolgt sei. Dabei sei dem Markt Nordhalben eine Fristverlängerung bis Ende 2014 zur Prüfung alternativer Maßnahmen gewährt worden. Wolf dankte dem Landrat im Namen von NohA für diese mutige Entscheidung. Dieser habe die nachdrücklich geforderte Umsetzung der von ihm konkret benannten Maßnahmen (zum Beispiel Kanalsanierung) "mit Augenmaß" und "für den Bürger vermittelbar" gefordert.

In zwei weiteren Schreiben an das Bayerische Umweltministerium habe NohA um Stellungnahme und Unterstützung gebeten. Wolf zitierte ein aktuelles Antwortschreiben, in dem es sinngemäß heißt: Der Vorhabensträger (= die Gemeinde) müsse nun entscheiden, ob oder inwieweit er seine Planung für das RÜB überarbeite oder den Weg der dezentralen Versickerung von Niederschlagswasser wähle.

Michael Pöhnlein zeigte die Funktionsweise eines RÜB auf, das auch Folgekosten verursache. Eine moderne Siedlungsentwässerung sehe anders aus, stellte er fest. Ein wesentliches Anliegen sei es dabei, von befestigten Flächen Niederschlagswasser in den natürlichen Wasserkreislauf zurückzuführen.

Großes Potenzial vorhanden

Otto Heimbucher ermunterte die Nordhalbener zur Versickerung vor Ort. Trotz anders lautender Behauptungen würden in Nordhalben geradezu ideale Bedingungen zum Versickern herrschen. Die durchgeführten Sickerversuche hätten dies eindrucksvoll bestätigt. Heimbucher zitierte dazu die Umweltministerien, wonach klar sei, dass das alte System der Mischwasserableitung heute nicht mehr finanzierbar sei. Jeder Liter Regenwasser, der nicht in die Kanalisation gelange, brauche nicht gereinigt zu werden und verursache auch keine Folgekosten.

Heimbucher ging auch auf die in Nordhalben durchgeführte Erhebung bezüglich der versiegelten Fläche ein. Bisher werde auf 2,2 Hektar versickert. Aber das wahre Potenzial im Ort liege bei rund 10 Hektar. Es bestünden sogar noch weitere Möglichkeiten, zum Beispiel durch Flächenentsiegelung und das Abreißen von ungenutzten Häusern, um den Platz zukünftig für Grünflächen zur Versickerung zu nutzen.

Sanierung des Kanals wäre wichtiger

Vor allem gab Heimbucher zu bedenken, dass nur ein Teil des Kanalinhaltes das Schmutz- und Regenwasser sei. Die Hauptmenge bestehe aus Grundwasser, das in die beschädigten Kanäle von außen eindringe. Vorrangiger Handlungsbedarf bestehe deshalb bei der Sanierung des maroden Kanalsystems.

In der Diskussion erklärte Karl Roth, dass der Bürgermarkt mit gutem Beispiel bei der Versickerung vorangehen werde. Auch ein Info-Stand zum Thema "Richtiges Versickern" werde dort eingerichtet. Gerhard Schneider bot seine Hilfestellung bei Fragen zur Versickerung an.
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