Kronach
Kriminalführung

Nichts für schwache Nerven

Die Premiere der ersten Führung "Gauner, Galgenvögel und Gehenkte - Kronachs kriminelle Seiten" traf den Grusel-Nerv des Publikums.
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Das Interesse an gruseligen Geschichten aus Kronach war groß. Bei gleich zwei Führungen blickten die Teilnehmer in menschliche Abgründe Foto: Mariell Dörrschmidt
Das Interesse an gruseligen Geschichten aus Kronach war groß. Bei gleich zwei Führungen blickten die Teilnehmer in menschliche Abgründe Foto: Mariell Dörrschmidt
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Es dämmert langsam. Die letzten Sonnenstrahlen verfangen sich hinter den letzten Hausdächern. Genau richtig, um die Stadt in einem ganz anderen Licht kennenzulernen und im Schatten der Seitengassen und dunklen Löcher zu verschwinden. Nichts für schwache Gemüter und kleine Kinder. "Alles was wir erzählen sind wahre Geschichten und fürchterliche Gegebenheiten, die nur einen Wimpernschlag von uns entfernt sind", schüchterte Türmer und Gästeführer Thomas Baier seine Schar an gruselfreudigen Gästen zu Beginn des geheimnisvollen Stadtrundgangs ein.

Diese wurden nicht eine Sekunde geschont und sogleich in einen 800 Jahre alten Keller der Oberen Stadt gescheucht, wo sie in der dunklen Tiefe ihre letzten Stunden bei einer deftigen Henkersmahlzeit erleben sollten.
Das Essen wurde von Genussbotschafterin Kerstin Rentsch zubereitet und serviert: "Es gibt Hochlandrindergulasch und Butterkuchen", versprach die Kochbuchautorin und verteilte den Eintopf in frischgebackenen Broten.

Doch die friedlich schlemmende Gästegruppe erwartete noch viel mehr: "Jetzt gehört ihr der Katz. Nachdem wir die Henkersmahlzeit vollzogen haben, kommt die Todesstrafe", kündigte der Türmer im Kerzenlicht der kalten, unterirdischen Wände an, während er seine tapferen Entdecker nach draußen begleitete. Und die Todesstrafe kam, ohne Zweifel. Bei einem Stadtspaziergang, wurden die Schattenseiten Kronachs nicht schön geredet, sondern aufgedeckt. Kriminalfälle, kaltblütige Morde, Überfälle, absurde Delikte und zahlreiche Mordmethoden wurden an den dazugehörigen Orten geschildert.

Umschlichen wurde die Führung von einer ungebetenen Gestalt, die wegen der Pest von Türmer Thomas und Christa Franz gefürchtet und vertrieben wurde. Immer wieder kam das sogenannte "Siechennmadla" um die Ecke und somit der Gruppe näher: "Bleib fern, du alte Pestbeule", vertrieben die beiden Gästeführer schauspielerisch die alte Frau zusammen mit plötzlich auftauchenden Ratten, die zwar effektvoll, aber natürlich unecht waren. Ein Spektakel, welches Ängste vergangener Zeiten auf unterhaltsame Weise verstehen und erleben ließ. Die Gästeführer gaben sich größte Mühe den Rundgang authentisch zu verpacken und lotsten begeistert ihre Anhänger durch makabere Geschehnisse und Gassen der Stadt.

Höhepunkt am Ende der Führung war schließlich der Besuch beim "Kräuterfraala". Mit ihrem Wissen über Kräuter, Mensch und nicht zuletzt mit ihrem packenden Vortrag über Geschichten und Mythen wickelte Carolina Hebentanz ihre Besucher am Hexenturm mit Liebestränken und Vergiftungskünsten um den Finger.

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