Kronach
Porträt

Feuerwehrärztin im Kreis Kronach: "Es gibt nichts Schöneres als Menschen zu helfen"

Mit Ines Pechtold konnte eine neue Feuerwehrärztin für die Feuerwehren des Landkreises Kronach gewonnen werden.
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Ines Pechtold Foto: Veronika Schadeck
Ines Pechtold Foto: Veronika Schadeck
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Seit 4. November hat Ines Pechtold den Job als Feuerwehrärztin inne. Das bedeutet, dass sie bei jedem größeren Einsatz der Feuerwehren mit vor Ort sein wird, um die aktiven Wehrmänner zu betreuen, zu beraten und um auf deren gesundheitlichen Schutz zu achten.

Außerdem will die Feuerwehrärztin den Wehrmännern Wissen vermitteln, das sie bei ihren Einsätzen umsetzen können. Dabei kann es beispielsweise um wichtige Verhaltensregeln für Helfer gehen, oder darum wie bei schweren Unfällen oder Bränden Feuerwehrmannschaften möglichst effektiv und patientenschonend Leben retten können.

Eine Aufgabe wird aber auch die medizinische Betreuung der Einsatzkräfte vor Ort sein. "Ich will auf deren Gesundheit achten!"


Ines Pechtold freut sich

In diesem Zusammenhang nennt die 54-Jährige die Atemschutzgeräteträger als Beispiel. Einsätze unter Atemschutz können sehr belastend sein. Die Atemschutzgeräteträger müssen eine gute Kondition vorweisen und gesundheitlich fit sein. Sie dürfen höchstens zweimal, jeweils maximal 30 Minuten, sich auf eine Gefahrenstrecke begeben. Nach ihren Einsätzen müssen sie viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust in ihrem Körper auszugleichen.

Für ihre neue Aufgabe als Feuerwehrärztin hat Ines Pechtold an einen Kurs für Feuerwehrärzte teilgenommen. Sie freut sich auf ihre zusätzliche Tätigkeit, denn: "Es gibt nichts Schöneres als Menschen zu helfen" Für die Tettauerin ist das Feuerwehrwesen nichts neues. Zum einen ist sie aktives Mitglied bei der Feuerwehr in Tettau, zum anderen trifft sie oftmals bei Notfalleinsätzen mit Kameraden am Unfallort zusammen.

Bedenken, dass ihr der Job als "Feuerwehrärztin" zu viel werden könnte, hat die dreifache Mutter nicht. Ihre Kinder sind erwachsen, gehen ihre eigenen Wege. Ihre Praxis in Tettau wird als Gemeinschaftspraxis geführt. Dabei ist auch ihre Tochter Michelle, die derzeit dort ihre Facharztausbildung absolviert. Außerdem: Ines Pechtold hat sich schon längst zum Organisationstalent entwickelt. Das liegt auch daran, dass sie als junge Frau Studium, Facharztausbildung und Kinder unter einen Hut bringen musste. "Das konnte ich aber nur mit Unterstützung meiner Familie bewältigen".


Praxis in Tettau

14 Jahre ist es mittlerweile her, dass Ines Praxis in Tettau ihre eigene Praxis eröffnete. Mittlerweile beschäftigt sie 14 Mitarbeiter, viele davon in familienfreundlichen Teilzeitmodellen. Seit dem Jahre 2009 engagiert sie sich zudem berufspolitisch im Hausarztverein Kronach Stadt-Land, in dessen Vorstand sie mit ist. Sie und ihre Kollege Michael Müller sind derzeit die einzigen Ärzte, die in der Rennsteig-Region Notarztdienst fahren. Oftmals kommt es auch vor, dass sie im benachbarten Thüringen im Einsatz sind. Im ärztlichen Kreisverband mischt sie seit 2010 mit. Und seit 2014 ist sie auch für die SPD im Gemeinderat in Tettau. Weiterhin ist Ines Pechtold bei der Theatergruppe und im Singkreis aktiv.

Wird ihr das nicht manchmal zuviel? Rauben ihre die vielen Aufgaben nicht die Kraft? Die Kraft, so erklärt Ines Pechtold, gewinne sie aus ihrem Beruf. Sie ist überzeugt: "Wenn man Freude an seinen Job hat, dann gibt der dieser einem viel zurück."


Stolz

Als Feuerwehrärztin wird Ines Pechtold nun weitere Erfahrungen sammeln. Sie ist überzeugt, dass sie mit den Kameraden und auch mit der Kreisbrandinspektion gut auskommen wird. Sie ist voller Bewunderung für die aktiven Feuerwehrmänner und -frauen, die ihre Freizeit für den Dienst an ihren Mitbürgern zur Verfügung stellen. Und dass sie nun in ihrer Funktion als Feuerwehrärztin noch mehr zu den Kameraden gehört, erfüllt sie mit Stolz.

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