Kronach
Arbeiten

Nächster "Ansturm" auf Kronacher Festung

Dem Stadtrat wurden die millionenschweren Sanierungsplanungen für den Zeitraum von 2016 bis 2018 vorgestellt.
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Auf Bildschirmen wurde den Stadtratsmitgliedern in der Sitzung am Montag der Sachstand der Festungssanierung erläutert. Die gleiche Präsentation wurde zuvor auch genutzt, um der Regierung von Oberfranken das Geleistete und das Konzept für die kommenden drei Jahre aufzuzeigen. Im Hintergrund (v. l.): Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, Kämmerer Wolfgang Günther und Stadtplaner Daniel Gerber. Foto: Marco Meißner
Auf Bildschirmen wurde den Stadtratsmitgliedern in der Sitzung am Montag der Sachstand der Festungssanierung erläutert. Die gleiche Präsentation wurde zuvor auch genutzt, um der Regierung von Oberfranken das Geleistete und das Konzept für die kommenden drei Jahre aufzuzeigen. Im Hintergrund (v. l.): Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, Kämmerer Wolfgang Günther und Stadtplaner Daniel Gerber. Foto: Marco Meißner
Seit rund 35 Jahren arbeitet die Stadt mit Konzept und Förderungen daran, ihr Wahrzeichen in Schuss zu halten. Im Jahr 2016 beginnt eine neue, dreijährige Förderperiode für die Festung Rosenberg. Dann stehen vor allem die Nutzbarkeit und die Barrierefreiheit im Blickpunkt. Stadtplaner Daniel Gerber präsentierte dem Stadtrat die Sanierungsvorhaben in der Sitzung am Montag.

4,2 Millionen Euro stehen der Kreisstadt in der kommenden Sanierungsphase zur Verfügung, wie Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) unterstrich. Dabei soll die Eigenleistung die 10-Prozent-Marke nicht übersteigen.


Planungen bis 2018

Mit diesem Geld will die Stadt viel erreichen, wie aus Gerbers Präsentation hervorging. So ist die Fertigstellung eines multifunktionalen Saales im Neuen Zeughaus bereits für das kommende Jahr anvisiert.
Danach sollen dort die Arbeiten an der Halle im Erdgeschoss beginnen. Um für den großen Saal einen Fluchtweg über den Kommandantengarten einzurichten, "muss dieser Bereich ertüchtigt werden", so Gerber. Außerdem wird die Nordwand trockengelegt. Für den Nordflügel steht der Einbau einer Heizungsanlage ebenso auf der Agenda wie die Arbeiten an der Küche und den Nebenräumen im Erdgeschoss. "Diese Bereiche müssen wir an die steigende Bettenzahl und Attraktivität der Herberge anpassen", erklärte der Stadtplaner die Notwendigkeit dieser Maßnahmen.

Im nördlichen Teil des Ostflügels wird das Augenmerk auf die Gästezimmer, den Spiesesaal und die Rezeption gelegt. Beim Bergfried geht es um die Befahrbarkeit und Sicherungsmaßnahmen. An der äußeren Wallmauern sind Mauerwerksergänzungen an den Kurtinen (Wall zwischen zwei Bastionen) vorgesehen. "In den Kasematten sind Gewölbesicherungen erforderlich", führte Gerber aus. In Sachen Brandschutz soll der Ringschluss der Löschwasserleitungen erfolgen. An der inneren Burgmauer sind Mauerwerkssicherungen vorgesehen.
Einen Kernpunkt der weiteren Festungssanierung stellt zudem das Thema Barrierefreiheit dar. "Ganz barrierefrei werden wir es wohl nicht hinbekommen, aber barriereärmer schon", unterstrich Gerber angesichts der Größe der Festungsanlage. Ein barrierefreier Zugang soll im Bereich der Bastion IV entstehen. Dieser soll einhergehen mit einem größeren, barrierefreien und behindertengerechten Parkplatz.


Bessere Zufahrt angemahnt

Winfried Lebok (CSU) betonte, dass die Barrierefreiheit für ihn schon bei der Zufahrt zur Festung beginne. "Sonst ist es zu kurz gesprungen", mahnte er in diesem Bereich parallele Verbesserungen an. Hauptamtsleiter Stefan Wicklein hielt jedoch dagegen, dass die jetzt vorgesehenen Maßnahmen das seien, was innerhalb der nächsten drei Jahre realisierbar sei. Für die Verbesserung der Zufahrt gebe es durchaus mehrere Ansätze, allerdings seien diese momentan nicht umsetzbar. Tino Vetters (FW) und Peter Wittons (Grüne) Bedenken, für die Zufahrt historisches Mauerwerk zu durchbrechen, konnte Gerber ausräumen. An dieser Stelle sei das Mauerwerk bereits in der Vergangenheit geöffnet worden, "sonst wäre das denkmalschützerisch gar nicht möglich". Dennoch hielt Vetter einen Zugang an dieser Stelle für ein "sportliches Ziel". Martina Zwosta (Frauenliste) fand das Konzept "total beeindruckend". Allerdings müsse man die Ergebnisse auch gut vermarkten.

Jonas Geissler (CSU) lobte, was in den vergangenen Jahrzehnten auf der Festung geleistet wurde. Und er war dankbar für die staatliche Unterstützung: "Alles über 90 Prozent Förderung ist top." Seiner Ansicht nach ist, "was wir jetzt schon nutzen und nutzen wollen, gigantisch". Trotzdem stecke im "Prunkstück" Festung viel mehr Potenzial. Daher müsse man sich weitere Gedanken machen, wo sich noch Möglichkeiten bieten, dieses Potenzial abzurufen.

Ralf Völkl (SPD) hielt es für wichtig, die Prioritäten - so wie jetzt geschehen - auf den Bereichen Herberge und Barrierefreiheit festzulegen. Diese tragen seiner Ansicht nach als erste dazu bei, auch die Wirtschaftlichkeit der Anlage zu stärken. Tino Vetter unterstrich ebenfalls, dass gerade im Hinblick auf Großveranstaltungen wie Crana Historica Möglichkeiten wie eine verbesserte Herberge, ein ausgebautes Zeughaus oder ein besserer Zugang sehr sinnvoll seien.
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