Kronach
Abbruch

Nach Brückenabbruch gehen Arbeiten in Kronach weiter

Der Zeitplan für den Abriss des Brückenbauwerks im Süden von Kronach wurde eingehalten. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen.
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Die Brücke über die Bahngleise im Süden von Kronach ist weg. Die Arbeiten sind damit aber noch nicht abgeschlossen. Foto: Marco Meißner
Die Brücke über die Bahngleise im Süden von Kronach ist weg. Die Arbeiten sind damit aber noch nicht abgeschlossen. Foto: Marco Meißner
Der Abbruch der alten Bogenbrücke nahe der Kronacher Südbrücke war ein Kraftakt für alle Beteiligten. Tag und Nacht liefen am Wochenende die Maschinen. Gleich zu Beginn waren die Arbeiten gehörig in Verzug geraten. Am Ende wurde der Zeitplan allerdings sogar leicht unterschritten.

"Die Bundesstraße 85 ist wieder frei", freut sich Jens Laußmann, Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamts Bamberg, am Montagvormittag über die planmäßige Verkehrsfreigabe. "Und die Hauptsache: Die Brücke ist weg."


Sperrung der Bahnlinie verlängert

Vom Freitag bis in die Nacht zum Montag dauerten die Abbrucharbeiten der 1939 errichteten Bogenbrücke über die Bahngleise. Das alte Gemäuer wehrte sich zunächst energisch, als die Kappe der Brücke entfernt werden sollte. Mehrere Stunden geriet das Abrissunternehmen in Verzug, als es die Brücke in kleinere Teile zersägte und mit einem 500-Tonnen-Kran demontierte.


Video: Die Bogenbrücke wird abgerissen


"Wir haben die Totalsperrung der Bahn überschritten", blickt Projektleiter Horst Moser zurück. Die Bahn habe daraufhin allerdings gut mitgespielt, so dass die Arbeiten anschließend zügig vorangehen konnten. Bereits um 21 Uhr konnte das Abrissunternehmen am Sonntag seine großen Gefährte abziehen. Und die Bahnlinie wurde bereits um 2.30 Uhr statt um 3.15 Uhr wieder freigegeben. "Vom Ablauf sind wir daher eigentlich vollauf zufrieden", lautet Mosers Fazit.


Eine besondere Herausforderung

"Ein Gewölbebauwerk über die Bahn abzubrechen, ist eine ganz besondere Geschichte für mich, aber auch für das Ingenieurbüro und das Abrissunternehmen", stellt Moser fest. So eine Maßnahme sei ihm in seiner bisherigen Tätigkeit noch nicht untergekommen.

Recht diszipliniert hätten sich die Verkehrsteilnehmer im Bereich des Kreisels und darum herum benommen. "Am Anfang sind sie noch etwas wild in die B 85 rein- und rausgefahren", sagt der Projektleiter mit einem Schmunzeln. Als sich dann ein Polizist an die gesperrte Durchfahrt gestellt habe und später die Baufahrzeuge diesen Bereich blockiert hätten, sei auf der Straße jedoch alles in geregelten Bahnen verlaufen. Der Pressesprecher der Polizeiinspektion Kronach, Manfred Fugmann, bestätigt auf Nachfrage, dass es weder durch die geänderte Verkehrsführung noch durch die Schaulustigen zu Zwischenfällen gekommen sei.


Arbeiten gehen weiter

Mit dem Abbruch des Bauwerks sind die Arbeiten allerdings noch nicht abgeschlossen. Die östliche Seite der früheren Brücke soll als Stützwand erhalten bleiben und mit einer Kappe und einem Geländer versehen werden. Auf der westlichen Seite wird noch etwas ausgeschachtet, ehe dort der Grenzbach seinen neuen Lauf finden soll.
Aber auch auf der Straße wartet noch reichlich Arbeit, ehe der nach Norden führende Bypass des Kreisverkehrs abgeschlossen wird. "Für den Grenzbach müssen wir die B 85 noch einmal aufmachen", erklärt Moser. Dann werden die Verkehrsteilnehmer dort auch wieder für einige Wochen mit Beeinträchtigungen leben müssen.

Für Moser geht die Arbeit zwischenzeitlich an anderer Stelle weiter - wieder bei einer Brücke. Ab Dienstag wird die Ewige Brücke bei Lauenstein in Angriff genommen. Nach 50 Jahren muss sie erneuert werden. Bis 15. Dezember möchte die Baufirma fertig sein. "Ich versuche aber, den Verkehr schon eher über die Brücke zu führen", so Moser. Und dass er einen Zeitplan sogar unter widrigen Umständen unterschreiten kann, hat er ja gerade erst in Kronach bewiesen.
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