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Steinberg
Benefizkonzert

Musikalischer Doppelpack in Steinberg

Ein gewaltiges Klangerlebnis bot am Samstag das Kreisauswahlorchester. Den ersten Programmteil bestritt das neugegründete "Kreis-Seniorenorchester 50+". Rund 500 Zuhörer waren begeistert. Zum Schluss gab es Standing Ovations. Wir zeigen eine Bilderstrecke.
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Das "Kreis-Seniorenorchester 50+" begeisterte bei seiner Premiere in Steinberg. Mit im Bild ist der elfjährige Andre Wachter vom Musikverein Friesen, der den Amboss schlug.  Foto: Heike Schülein
Das "Kreis-Seniorenorchester 50+" begeisterte bei seiner Premiere in Steinberg. Mit im Bild ist der elfjährige Andre Wachter vom Musikverein Friesen, der den Amboss schlug. Foto: Heike Schülein
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Mit einer Rekordteilnahme von 60 Musikern und Musikerinnen aus 22 Vereinen des Kreisverbands war das diesjährige Kreisauswahlorchester das stärkste aller Zeiten. Was die Aktiven am Samstagabend unter Leitung des Kreisdirigenten Roman Steiger auf die Bühne brachten, war erlebtes Musiktheater - außergewöhnlich, sondergleichen, einmalig! Die Mitwirkenden präsentieren ihr sehr anspruchsvolles Programm auf solch eindringliche Art und Weise, dass man meinte, Teil der Handlung zu sein.

Wohlige Schauer liefen einem bei der "Lachischen Sonne" über den Rücken. Die Verbindung von komischen und dramatischen Szenen mit einer wunderschönen Liebesgeschichte ist bei der "West Side Story" besonders gut gelungen. Hier brachte das Kreisauswahlorchester unsterbliche Kompositionen wie "Tonight", "Maria" oder "America" von Leonard Bernstein in einem Medley zum Klingen. In Kopf entstanden Bilder und Geschichten voller Poesie - dargestellt ohne Worte, nur durch Melodien und Töne.


Musik ging auch unter die Haut

Spritzig, witzig aber auch spannungsgeladen und dramatisch: Diese Musik ging nicht nur ins Ohr, sondern auch unter die Haut! Intensiver und hautnaher lässt sich Musik kaum erleben. So auch bei "A Tameside Overture", der "Katharinen Polka", dem "Kerntruppen Marsch", dem "Canterbury Chorale" sowie dem swingenden "Boogie Express" - eine Hommage von Manfred Schneider an die gute alte Boogie-Woogie-Zeit. Der ganze Saal schnippte schließlich bei "Birdland" mit, wozu die Aktiven coole Sonnenbrillen trugen. Herrlich: Diese Spielfreude und das Können, aber auch die mitreißende Ausstrahlung des jungen Klangkörpers!

Das gilt natürlich auch für die "Vorband", die den Abend eröffnet hatte. Ein Raunen ging durch den Saal, als das "Kreis seniorenorchester 50+" mit seinen rund 30 gestandenen Mannsbildern und ihrer einzigen Musikerin, Gabi Schlagen haft vom Musikverein Höfles-Vogtendorf, hinauf zur Bühne schritt - was für ein schöner Anblick! Die Mitglieder aus 15 Vereinen quer aus dem gesamten Landkreis standen ihren jüngeren Kollegen in Sachen Engagement, Ehrgeiz und Freude an der Musik in nichts nach.


Blasmusik vielseitig arrangiert

Unter Leitung des stellvertretenden Kreisdirigenten Markus Schnappauf nahmen auch sie sich nahezu aller Genres der Blasmusik an und zeigten, wie vielseitig diese arrangiert werden kann, wobei ihnen auch das eine oder andere Mal förmlich der Schalk im Nacken saß. Bei dem bekannten Marsch von Julius Fucik "Die lustige Dorfschmiede" erhielten die "Senioren" Unterstützung vom elfjährigen Andre Wachter vom Musikverein Friesen, der den Amboss schlug - und seine Sache hervorragend machte.

"Junggebliebendstes" Mitglied war der Bassist Arthur Blüchel mit 83 Jahren. Der Rugendorfer, der beim Musikverein Seibelsdorf spielt, feierte an diesem Tag seine diamantene Hochzeit. Die Gäste mussten also ein wenig "schneller" feiern, damit er auch pünktlich auf der Bühne stehen konnte. "Ich freue mich so sehr, heute dabei sein zu dürfen", rief er unter großem Applaus.


Höhepunkt und Leckerbissen

Durch das leichte und beschwingte Programm führte in seiner unnachahmlichen Art Stephanus Neubauer. Der Zweite Bürgermeister der Stadt Teuschnitz lüftete auch das Geheimnis, wie viele Jahre mit dem Kreisseniorenorchester auf der Bühne stehen: exakt 1762 Jahre - einschließlich des Dirigenten, der ja noch weit unter 50 Jahren ist. Das Durchschnittsalter beträgt 60,8 Jahre.

Krönender Höhepunkt des dreieinhalbstündigen musikalischen Leckerbissens war das gemeinsam dargebotene "Kein schöner Land", wobei es - bei insgesamt 90 Musikern - auf der Bühne ganz schön eng wurde. Dies war der innig-ergreifende Abschluss eines wunderschönen Konzertabends, für das es verdientermaßen "Standing Ovation" gab. Die Besucher waren von Alexander Klug, Beisitzer des NBMB-Kreisverbands Kronach, sowie Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) willkommen geheißen worden. Der Landkreis wurde von Kreiskulturreferentin Gisela Lang sowie stellvertretendem Landrat Gerhard Wunder (CSU) vertreten. Grebner, die selbst auch Klarinette spielt, dankte allen, dies sich um die Ausbildung des musikalischen Nachwuchs kümmerten.


Spenden für die Jugendarbeit

NBMB-Kreisvorsitzender Wolfgang Müller, der ebenso zu den Mitwirkenden gehörte wie weitere Mitglieder des Kreisvorstands sowie NBMB-Bezirksvorsitzender Werner Pörner, dankte den beiden Orchestern und ihren Dirigenten für ihre geopferte Freizeit bei den Probephasen sowie beim Konzert. In seinen Dank schloss er alle ein, die zum Gelingen beitrugen - insbesondere den Musikverein Steinberg für die Organisation und Bewirtung, dem Musikverein Steinwiesen und dem Musikverein Friesen für die Überlassung ihrer Proberäume. Abschließend zollte Steiger dem Kreisvorsitzenden "als Motor" größten Respekt. Freiwillige Spenden des Konzerts kommen der musikalischen Jugendarbeit im Landkreis zugute.

Der Kreisvorsitzende ehrte junge Musiker, die mindestens zum zehnten Mal im Kreisauswahlorchester mitwirkten: Florentina Schaftner (11), Nicolas Roth, Maximilian Hollendonner und Christof Herrmann (jeweils 10).
Die Jahresversammlung des Kreisverbands Kronach des NBMB findet am 21. November, 14 Uhr, im Kulturhaus in Buchbach statt.

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