Wenn man so will, ist er der Bremser der Nation, zumindest aus Neukenrother Sicht. Die Rede ist von Frank Müller, dessen Hauptaufgabe es ist, dass sich der Faschingsumzug nicht zu weit auseinander zieht.

Müller führt den Gaudiwurm an und bleibt gegebenenfalls einfach stehen, sobald er zu große Abstände zwischen den einzelnen Gruppen bemerkt. Doch dies ist nicht die einzige Aufgabe des Bremsers. Frank Müller ist zudem bei den Büttenabenden mit von der Partie, wenn es darum geht, die auftretenden Personen auf die Bühne zu führen. Und nach dem Auftritt begleitet der Bremser sie wieder hinaus. "Das ist eine sehr gesellige Aufgabe", bewertet Müller seine Funktion, zu der er sprichwörtlich über 1000 Ecken gekommen ist. Denn überraschenderweise ist der Bremser noch nicht einmal ein Neukenrother, sondern stammt aus Kronach.


Offizielle Bewerbung mit Mappe



Als Vorsitzender der oberfränkischen FC-Bayern-Fanclub-Vereinigung ist Müller auch Mitglied im Neukenrother Bayern-Fanclub und hatte dadurch auch Kontakt nach Neukenroth. "2003 erhielt ich einen Anruf, ob ich mir vorstellen könnte, in Neukenroth Faschingspräsident zu machen. Was soll ich als Kronacher da machen, war mein erster Gedanke. Dann habe ich mir aber gedacht, warum nicht? Es hat richtig Spaß gemacht", erinnert sich Müller, der bis zu diesem Zeitpunkt nur am Rande mit dem Fasching zu tun hatte. Von da an sollte sich dies allerdings ändern. Als 2004 der "Ur-Bremser" des Neukenrother Faschingsclubs, Georg Kohles, die Funktion zum letzten Mal ausgeübt hatte, ergriff Müller die Initiative. "Ich habe damals bei NFC-Geschäftsführer Joachim Beez eine Bewerbungsmappe mit Lebenslauf abgegeben und mich richtig offiziell beworben." Das kam offensichtlich so gut an, dass er den "Job" erhielt.

Seine Verbindung nach Neukenroth wurde dadurch immer enger - nicht nur im Fasching. So spielte er in Neukenroth Fußball und bekam nicht nur dadurch immer tiefere Einblicke in das Dorfgeschehen. Doch dies hat sich in der Zwischenzeit durch eine Verlagerung seines Lebensmittelpunktes nach Regenstauf geändert. Das hat ihn letztlich dazu bewogen, sein Amt als Bremser zum Aschermittwoch abzugeben. "Der Bremser ist eine Integrationsfigur. Er sollte deshalb jemand sein, der sich im Ortsgeschehen auskennt", begründet er seine Entscheidung.