Kronach
Schulverband Kronach III

Mittelschul-Sanierung belastet Verband

Die Räte tagten in der Gottfried-Neukam-Mittelschule und besichtigten die rundum erneuerten WC-Anlagen.
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In der Gottfried-Neukam-Mittelschule ist man stolz auf die sanierten WC-Anlagen im ersten und zweiten Obergeschoss. Schüler, Eltern und Schulleitung zeigten den Verbandsräten die schönen Toilettenanlagen. Die Verbsräte zeigten sich erfreut darüber, dass die Vergaben im Gesamtpreis über 87 000 Euro niedriger als die Kostenrechnung ausfielen und dass man fast alle Gewerke an Firmen aus der Region vergeben konnte. Foto: K.- H. Hofmann
In der Gottfried-Neukam-Mittelschule ist man stolz auf die sanierten WC-Anlagen im ersten und zweiten Obergeschoss. Schüler, Eltern und Schulleitung zeigten den Verbandsräten die schönen Toilettenanlagen. Die Verbsräte zeigten sich erfreut darüber, dass die Vergaben im Gesamtpreis über 87 000 Euro niedriger als die Kostenrechnung ausfielen und dass man fast alle Gewerke an Firmen aus der Region vergeben konnte. Foto: K.- H. Hofmann
Am Mittwoch tagte in der Gottfried-Neukam-Mittelschule der Schulverband Kronach III unter Leitung des Verbandsvorsitzenden, Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein. Ein Thema befasste sich mit der Generalsanierung der Mittelschule. Dem Schulverband Kronach III gehören die Stadt Kronach und die Gemeinde Wilhelmsthal an. Gleich zu Beginn seiner Ausführungen zum Haushalt (siehe Extraartikel unten) konnte sich der Geschäftsführer Jörg Schnappauf in der Sitzung des Schulverbandes Kronach III am Mittwoch Kritik nicht verkneifen.


Neue Schulsprengeleinteilung?

Ein weiteres Absinken der Schülerzahlen im Bereich der Mittelschule Kronach, wie auch bei den weiteren Mittelschulen im Sprengel Mittelschule Kronach sollte auch beim Staatlichen Schulamt Kronach zu der Überlegung führen, ob nicht im Bereich der jetzigen Mittelschulen eine neue Schulsprengeleinteilung angedacht werden müsse, um wenigstens eine leistungsfähige Mittelschule zu schaffen, die alle drei geforderten Zweige anbieten kann, anstatt künstlich Schulen am Leben zu erhalten, nur um eine wohnortnahe Mittelschule nicht in ihrer Existenz zu gefährden. "So sieht es der Schulverband Kronach III heute noch als eine Fehlentscheidung an, die frühere Verbandsgemeinde Weißenbrunn aus dem Schulverband Kronach III auszugliedern, um im Süden von Kronach eine größere schulische Einheit zu schaffen, die letztendlich in der beabsichtigten Form nicht umsetzbar war. Eine Schule, die alle Sparten anbietet, muss auch finanziell leistungsfähig sein. Die Verbandsumlagen der beiden Verbandsgemeinden Kronach und Wilhelmsthal können alleine nicht die gesamten Lasten tragen, die alle möglichen Zweige anbietet und die von den übrigen Schulverbundgemeinden (gemeint sind hier hauptsächlich, der Schulverbund Oberes Rodachtal mit seinen Verbandsgemeinden Steinwiesen, Wallenfels, Marktrodach und Nordhalben, sowie der Markt Küps und die Gemeinde Weißenbrunn) teilweise mangels eigener Einrichtungen dieser Art, selbstverständlich genutzt werden können."
Deutlich machte Schnappauf, dass die im Schulverbund Mittelschule Kronach getroffene Vereinbarung, 20 Prozent des jeweils gültigen Gastschulbeitrags pro Sprengelschüler (derzeit 300 Euro) aus dem Schulverbund, für die zu erbringende Leistung zu gering sei.
Schnappauf: "Die Gemeinde Weißenbrunn schickt derzeit nahezu alle ihre Schüler über den sogenannten Schulverbund in die Kronacher Mittelschule und umgeht somit zum einen die Verwaltungskostenumlage des Schulverbands in Höhe von derzeit 2675,47 Euro, und zum anderen zahlt sie keinen gesetzlich festgelegten Gastschulbeitrag in Höhe von derzeit 1500 Euro, sondern eine im von den Mitgliedern des Schulverbunds festgelegte Ausgleichszahlung in Höhe von derzeit 300 Euro pro Schüler. Das bedeutet, dass die Stadt Kronach und die Gemeinde Wilhelmsthal für ihre Schülerinnen und Schüler pro Schüler und Schuljahr circa 2400 Euro mehr bezahlen, als die anderen Gemeinden und Verbände für ihre Schüler im Schulverbund", rechnete der Geschäftsführer vor. Und stellte fest: "Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Schulverband Kronach für nahezu jeden ,Nicht-Kronacher‘ und ,Nicht-Wilhelmsthaler‘ Schüler im Schulverbund circa 2400 Euro subventioniert. " eh



Haushaltsplans 2017 als Schwerpunkt



Schülerbeförderung Im Mittelpunkt der Sitzung des Schulverbands Kronach III standen die Festsetzung des Haushaltsplans 2017 und der Finanzplan 2016 bis 2020. Diskussion mit Beschlussfassung gab es über die Schülerbeförderung. Dazu lag ein Beschwerdebrief von Eltern aus Wallenfels vor. Eine Mutter, Melanie Müller, erklärte den Verbandsräten ihren Unmut über die wohl willkürliche Auswahl der Bushaltestellen durch das Busunternehmen. So müssten die Schüler von der Gottfried-Neukam-Mittelschule bis zur Bushaltestelle an der Tankstelle in der Rodacher Straße laufen und sind somit nicht nur einer längeren Gehzeit, sondern vor allem durch den starken Straßenverkehr auch Gefahren ausgesetzt. Dabei sei es aber auch schon vorgekommen, dass der Bus bis zum Schulzentrum gefahren sei. Dieses Hin und Her gehe so nicht. "Wir wollen, dass die Kinder am sicheren Ort an einer Haltestelle am Schulzentrum zur Schule gebracht und wieder abgeholt werden", so Melanie Müller. Verbandsvorsitzender Beiergrößlein zeigte dafür volles Verständnis, räumte aber auch ein, dass mit dem Busunternehmen OVF schwierig zu verhandeln und zu kommunizieren sei. Dennoch wolle man aber eine Lösung finden und Verhandlungen aufnehmen.

Etatzahlen Verbandsgeschäftsführer Jörg Schnappauf informierte ausführlich über die Haushaltszahlen und den Entwurf 2017. Die Schulverbandsumlage errechnet sich für die beiden Verbandsgemeinden Wilhelmsthal und Kronach nach den Schülerzahlen von insgesamt 265 Schülern bei einer Gesamtsumme von 709 000 Euro, für Kronach mit 207 Schülern 553 823 Euro und Wilhelmsthal mit 58 Schülern auf 155 177 Euro.

Verschuldung 2017 ist eine Zunahme der Verschuldung um 1,2 Millionen Euro geplant; diese Kreditaufnahme resultiert aus der begonnenen Generalsanierung, Teilabschnitt WC-Anlagen der Mittelschule. Weiterhin sind Tilgungsleistungen in Höhe von circa 120 000 Euro eingeplant. Besonders hervorzuheben sei die Mammutaufgabe der beschlossenen Generalsanierung der Mittelschule, welche den Schulverband enorm belasten werde. Dennoch stellte der Geschäftsführer fest, dass die Leistungsfähigkeit des Schulverbandes nicht gefährdet sei. Haushaltssatzung und Finanzplanung wurden einstimmig angenommen. Die Haushaltssatzung 2017 weist Gesamterträge von 999 670 Euro und Aufwendungen von 986 750 Euro aus. Investitionen stehen in Höhe von
1 329 500 Euro an. eh
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