Von außen wirkt er etwas trist - wie ein Baucontainer. Das Innere der beigen Behausung ist dafür aber umso liebevoller gestaltet. Gleich am Eingang hängt ein großer Marienkäfer, auf dem kleine Bilder fröhlicher Kinder kleben, einen Raum weiter gibt es viele bunte Spielsachen, ein Bällebad, und wieder einen Raum weiter stehen Gitterbettchen mit Himmeln darüber. In dem Container neben dem Kindergarten Pfiffikus in Fischbach befinden sich nämlich keine Bauarbeiter, sondern Kleinkinder. Der Container ist eine provisorische Kinderkrippe.

Seit drei Monaten spielen und toben dort zwölf kleine Racker. Am Sonntag gewährt das Team des Kindergartens allen Interessierten einen Einblick in diese Krippe und in den gesamten Kindergarten. Warum? "Es gibt so viele, die es interessiert, wie es in einer Container-Krippe ausschaut, und mit dem Tag der offenen Tür wollen wir dies zeigen", sagt die Leiterin der Einrichtung, Andrea Kröner.

Dazu geben die Mitarbeiterinnen einen Einblick in die Arbeit, stehen bei Fragen zur Verfügung, und die Kinder haben Gelegenheit zu spielen und zu basteln.

"Klar wäre uns ein Anbau lieber gewesen, aber die Containerlösung ist besser als gar keine Krippe. Natürlich ist es von der Akustik her lauter in dem Container, als in einem festen Anbau. Auch gibt es keine Fußbodenheizung, aber das Problem konnten wir durch Teppichböden und die normale Heizung lösen. Der Schlafraum ist ja gleich neben dem Gruppenraum. Weil es in dem Container hallt, haben wir zunächst befürchtet, dass die Kinder dort dann vielleicht nicht schlafen können, wenn nebenan gespielt wird und es lauter zugeht. Aber den Kindern macht das überhaupt nichts aus", zieht Andrea Kröner nach drei Monaten Bilanz.


Voll belegt


Die Kinderzahlen leiden unter der Containerlösung ebenfalls nicht: "Im Gegenteil, wir sind mit zwölf Kindern voll besetzt und haben noch einige Anfragen, aber können im Moment niemanden aufnehmen, da zwölf Kinder das Maximum sind." Und trotz Container-Lösung sind dort nicht nur Kinder aus Fischbach und Kronach, sondern sogar aus den Gemeinden Weißenbrunn und Küps untergebracht.

"Der Bedarf ist da. Manche Eltern bringen ihre Kinder in die Krippe, weil sie berufstätig sind. Aber nicht nur - es gibt ganz viele, die ihre Kinder bringen, damit sie in den paar Stunden manche Dinge ungestört erledigen können, beziehungsweise wegen der sozialen Kontakte, die das Kind so schon recht früh bekommt", sagt die Leiterin.

Weil sich der Bedarf aber auch schnell verändern kann, hat sich der Stadtrat in seiner Entscheidung damals für eine provisorische Lösung in Form eines Containers entschieden. Diese ist befristet auf zwei Jahre. Danach will man erneut darüber nachdenken, ob die Container-Lösung verlängert oder eine feste Kinderkrippe angebaut wird.

Die Betreuerinnen der Kinderkrippe sind die Kinderpflegerin Eva Engelhardt und die Erzieherin sowie Fachpädagogin für Kleinstkinder, Natascha Vogel. Die beiden sind froh, dass es durch den Container überhaupt eine Kinderkrippe gibt. Zudem sei diese Lösung besser als die vorherige, denn zuvor waren die Krippenkinder im Turnraum des Kindergartens untergebracht. "Natürlich könnte alles ein bisschen größer sein und von der Akustik her besser, aber für ein Provisorium ist die Lösung ok", sagt Eva Engelhardt.


Krippenarbeit ist anders


Sie und Natascha Vogel bilden sich übrigens ständig im Bereich der Kleinkindererziehung weiter, denn der Umgang mit Krippenkindern sei ein ganz anderer, als der mit Kindergartenkindern. "Man hat viel mehr pflegerische Aufgaben zu erledigen, und die Kleinen brauchen auch mehr Zuwendung als die Kindergartenkinder", erklärt Natascha Vogel.

Die Kleinkinder können ab einem halben Jahr die Krippe, die immer von 7 bis 16 Uhr geöffnet ist, besuchen; ab dem dritten Lebensjahr wechseln sie dann in den Kindergarten.

Am Tag der offenen Tür wird es unter anderem eine Film- und Bilddokumentation über die Kinderkrippe geben und die Arbeit darin vorgestellt. Außerdem sind verschiedene Darbietungen der Kindergartenkinder zu sehen. Die gesamte Bevölkerung ist am Sonntag ab 14.30 Uhr dazu eingeladen, sich ein Bild vom Kindergarten Pfiffikus mit seiner Kinderkrippe zu machen. Was man dann noch nicht zu sehen bekommt, ist der eigene Gartenbereich, der eigens für die Krippenkinder angelegt werden soll. Doch dieser ist in Planung.