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Wallenfels
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Mit Querdenkern Potenziale ausschöpfen

Architektur-Studenten der Hochschule Coburg beschäftigen sich mit dem Leerstand in Wallenfels und Steinwiesen. Anlass dafür ist ein Kooperationsprojekt.
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Die Dachterrasse des Gerberhauses in Steinwiesen erkunden Fabian Ritter von Streitberg (rechts) und Alessandro Mussoni (Zweiter von rechts) zusammen mit der Eigentümerin Elfriede Müller (links) und Lars Strobel vom Stadtumbaumanagement. Foto: Susanne Deuerling
Die Dachterrasse des Gerberhauses in Steinwiesen erkunden Fabian Ritter von Streitberg (rechts) und Alessandro Mussoni (Zweiter von rechts) zusammen mit der Eigentümerin Elfriede Müller (links) und Lars Strobel vom Stadtumbaumanagement. Foto: Susanne Deuerling
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Dem Leerstand ohne Einwohnerscheuklappen mit den "Augen von außen" begegnen. Das war einer der Gründe, warum sich die Studierenden der Fachrichtung Architektur an der Hochschule Coburg in Wallenfels und Steinwiesen aufhielten.

Bereits im Vorfeld hatten sich die 28 Studenten mit ihrem Professor Mario Tvrtkovic mit dieser Thematik befasst. Daten und Unterlagen wurden gesichtet - und nun war man vor Ort. "Wir müssen die Stimmung im Ort spüren, die Emotionen und Gefühle, damit wir verstehen, auf was es ankommt. Denn ein Haus ist nicht nur ein Haus", erklärte der Professor.

Das Stadtumbaumanagement mit Lars Strobel sowie die Bürgermeister Gerhard Wunder (Steinwiesen) und Jens Korn (Wallenfels) hatten einige Objekte ausgesucht, deren Potenziale viel besser genutzt werden könnten.
"Wir haben etliche Projekte und Objekte vorgegeben.
Hier in Steinwiesen ist es unter anderem das Gerberhaus, die Ortsmitte mit dem leer stehenden Simon-Markt, das Alte Rathaus und der Gasthof Grüner Baum", sagte Bürgermeister Gerhard Wunder. Für seinen Kollegen Jens Korn aus Wallenfels waren vor allem der Marktplatz mit verschiedenen Gebäuden, das Haus am Bergschneidmühlplatz, die ehemalige Schmidtbank und auch der Wirtshannla von Bedeutung.

Die beiden Bürgermeister hatten den jungen Menschen Informationen über ihre Orte, die bisherige Entwicklung, aber auch über die Probleme speziell im Oberen Rodachtal vermittelt. "Nur wer die Region und ihre Bewohner versteht, kann auch versuchen, Probleme anzupacken und Lösungen zu finden", waren sich die Kommunalpolitiker einig. So soll die Authentizität der Orte stärker herausgehoben werden. In Wallenfels sind das Traditionen wie an Fronleichnam oder die Flößerei.


Natur besser vermarkten

Steinwiesen war schon früher eine Fremdenverkehrsgemeinde. Und daran soll wieder angeknüpft werden, vor allen Dingen von Privatvermietern. "Wir erwarten von Euch neue Impulse, ein Querdenken und vielleicht ein Konzept, auf dem wir aufbauen können", sagte Gerhard Wunder. Die Natur, der Wald und das Wasser sind Komponenten, die es zu vermarkten gilt, sei es im Tourismus oder als attraktives Wohnumfeld.

Als Musterbeispiel im Bereich Tourismus schauten sich die Studenten das restaurierte Frankenwaldhaus in der Frankenwaldstraße in Steinwiesen an. Es böten sich hier rund um das Anwesen etliche Flächen für Parks, Spielplätze oder Ferienwohnungen an. Auch in der Ankerstraße besteht Potenzial. Der Trend zu gut ausgestatteten, flexiblen Ferienwohnungen sei überall zu spüren. "Wir müssen unsere Privatvermieter so weit motivieren, dass sie sich darauf einlassen zu investieren, damit es im touristischen Bereich unabhängig vom Hotel wieder aufwärts geht", sagte Wunder.

Als Beispiel für die verschiedenen Objekte soll das "Gerberhaus" in Steinwiesen dienen. Die Studierenden Fabian Ritter von Streitberg und Alessandro Mussoni waren begeistert von den Räumlichkeiten. Das noch unausgebaute Dachgeschoss mit der begrünten Dachterrasse verleite gerade dazu, Pläne für eine Nutzung zu machen. "Es wären hier exklusive Ferienwohnungen möglich. Die Dachterrasse mit ihrem herrlichen Ausblick ist sensationell", schwärmte Fabian. Eigentümerin Elfriede Müller zeigte sich sehr aufgeschlossen, was einen eventuellen Verkauf oder Nutzungsvorschläge anbelangt. Die beiden Studenten sahen auch Potenzial im Erdgeschoss, wo früher ein Geschäft war. Von einer Tagesbetreuung für ältere Menschen, Räumen für Physiotherapie und Massage bis hin zu kleinen Verkaufseinheiten mit Tagescafé sei vieles möglich. "Wir könnten uns auch vorstellen, dass es einen Investor gibt, der nur das Dachgeschoss übernimmt und ausbaut. Gleiches gelte fürs Erdgeschoss. So könnte Elfriede Müller im ersten Stock wohnen bleiben. Einen separaten Zugang nach oben anzubauen, wäre sicher möglich", sagten Fabian und Alessandro.

Lokalen Arbeitgebern rieten sie, kleine Wohneinheiten für Mitarbeiter anzubieten, sodass die Wohnungssuche gerade für Ein-Personen-Haushalte entfallen kann. "Aber genau wie bei den anderen Objekten konnten wir natürlich nicht die Bausubstanz und die Bedürfnisse aller Eigentümer in Betracht ziehen. Dies müsste bei konkreten Vorschlägen und Maßnahmen geschehen", sagte Professor Mario Tvrtkovic beim Gespräch mit Vertretern der Gemeinde Steinwiesen, der Stadt Wallenfels und den Vertretern der Bürgerinitiativen.

Die Ergebnisse wollen die Studenten von der Hochschule Coburg Anfang des kommenden Jahres in Steinwiesen und Wallenfels vorstellen.

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