Kronach
Stellungnahme

Minister Spaenle bekräftigt Aussage zur Schule im Norden

Minister Ludwig Spaenle äußert sich zu einer Schule im nördlichen Landkreis Kronach. Die CSU fühlt sich bestätigt, die SPD vermisst Konkretes.
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Minister Ludwig Spaenle. Foto: David Ebener/dpa
Minister Ludwig Spaenle. Foto: David Ebener/dpa
Wie kann eine neue weiterführende Schule im nördlichen Landkreis realisiert werden? Die Meinungen von CSU und SPD prallen in dieser Angelegenheit mit steter Regelmäßigkeit aufeinander. Zuletzt befürchtete der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Richard Rauh, dass die Schule aus Sicht der Staatsregierung vom Tisch ist. MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) deutete die Worte von Kultusminister Ludwig Spaenle hingegen als grundsätzliche Unterstützung eines solchen Vorhabens. Wir fragten den Minister, wie seine Aussagen zu werten sind.

Spaenles Antwort kam von der Pressestelle des Ministeriums prompt, knapp - aber mit einer interessanten Feststellung: "Minister Spaenle kann sich eine weiterführende Schule im nördlichen Landkreis Kronach prinzipiell vorstellen", heißt es in der E-Mail.
Und weiter: "Vereinbart wurde eine genaue Sondierung der Schülerentwicklung, Schülerströme und Schülerbeförderung als Grundlage für ein weiteres Vorgehen."


Bestätigung oder Augenwischerei?

Darin sieht Jürgen Baumgärtner eine Bestätigung des "Fahrplans" der Frankenwald-CSU durch den Minister: "Im Kern wird gesagt, dass es durchaus möglich ist, eine weiterführende Schule im Norden zu etablieren." Doch vorher müsse das Thema "Schülerbeförderung" abgearbeitet werden. Danach werde konkret über eine Schule geredet. "Das wollen wir nach der Landratswahl mit unserem Landrat tun", so Baumgärtner.

Die CSU hält sich deshalb auch noch zurück, wenn es darum geht, welche Schulart ihr - neben der nach wie vor gewünschten Wirtschaftsschule - vorschwebt. Zunächst müssten die Hausaufgaben gemacht werden, wozu auch Gespräche mit Eltern, Lehrern, Schülern etc. gehörten. "Die Schule braucht eine ganz klare Akzeptanz", begründet Baumgärtner diese Vorgehensweise. Und weiter: "Sie darf in Qualität und Angebot nicht schlechter sein als eine Schule in Kronach; sie darf aber auch nicht zu Lasten einer Kronacher Schule gehen."

Für Richard Rauh ist Spaenles Antwort hingegen nur Augenwischerei. "Das ist Pipifax, auf Zeit spielen, lauwarmer Kaffee", schimpft er, dass wieder kein konkretes Konzept vorgelegt werde. Die Schülerströme, eine Potenzialanalyse - die Unterlagen hierzu lägen längst vor. "Die schicken wir dem Minister gerne zu", wettert Rauh. Statt "wachsweicher" Äußerungen wünscht er sich nun von Spaenle konkrete Ideen: "Soll er doch mal sagen, was er sich vorstellen kann."






Kommentar: Minister gibt den Rahmen vor


von Marco Meißner

Es mutet an wie die Diskussion um die Henne und das Ei, was da zwischen CSU und SPD seit Monaten abläuft. Braucht es erst eine Lösung für die Schülerbeförderung, ehe die Planung für eine neue Schule im nördlichen Landkreis Sinn macht? Oder braucht es doch erst die neue Schule, um den Schulverkehr generell zu entlasten und leichter koordinierbar zu machen?

Beide Überlegungen entbehren nicht einer gewissen Logik. Wenn die Schüler jetzt nicht geordnet durch den Landkreis transportiert werden können, was nützt ihnen dann eine Schule, die vielleicht erst in Jahren fertig sein wird? Auf der anderen Seite ist allerdings auch fraglich, was die Analyse und Neustrukturierung einer Schülerbeförderung noch wert ist, wenn sich die Bildungslandschaft im Landkreis Kronach mittelfristig grundlegend verändern sollte.

Kultusminister Ludwig Spaenle hat unsere Anfrage zu diesem Tauziehen zwar nur in wenigen Sätzen beantwortet, doch diese bergen ganz klar seine Sicht der Dinge, was denn nun zu erst gebraucht wird: die Henne oder das Ei, respektive die Schule oder der Schülerverkehr. Und seine Einschätzung zeigt, er will erst Klarheit in Sachen Verkehr. Ob er damit den Schlussstrich unter die Henne-Ei-Diskussion im Landkreis zieht, bleibt aber abzuwarten.

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